Ausbildung zum Pz Abw Sdt MILAN Teil 4 - Kreisgruppe Oberbayern Nord

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2019
Ausbildung zum Pz Abw Sdt MILAN Teil 4
beim PzGrenBtl 908 in Torgelow 09.09. - 21.09.2018

1. Tag, Sonntag, 09.09.2018:
Das Wetter ist sonnig bei 17°C. Am Bahnsteig treffe ich den Kameraden HFw N., den ich zuletzt vor zwei Jahren in Augustdorf gesehen habe, und mit dem ich nun die weitere Fahrt verbringe. Unser ICE 724 geht pünktlich um 0918 ab. Um nicht bei unserem einzigen Umstieg in Nürnberg mit unserem Gerödel so weit laufen müssen, setzen wir uns gleich in die erste freie Kabine in der zweiten Klasse.
In Nürnberg wechseln wir die Bahnsteigseite und steigen in den Doppelzug ICE 1512/1712 über Berlin zum Ostseebad Binz in die erste Klasse. Bis auf ein paar wenige Bahncomfort-Plätze ist alles schon ausgebucht. Mal sehen wie lange wir auf unseren Sitzen bleiben können.
Nach 15 Minuten Fahrt Halt beim Bahnhof Eltendorf wegen technischer Probleme. Der Zugführer führt einen Neustart des Systems durch, wobei kurz die Lichter ausgehen. Leider kann das Problem nicht behoben werden und so fahren wir um 1035 mit verminderter Geschwindigkeit weiter zum nächsten Bahnhof Erlangen. Dort kann die Panne behoben werden und so setzen wir gegen 1050 unsere Fahrt mit ca. 32 Minuten Verspätung fort.
Ab Berlin Hbf begleitet uns Kamerad W.. Den Bahnhof Pasewalk erreichen wir um 1547 (statt 1527). Das Wetter hier zeigt sich sonnig bei leichter Bewölkung und 24°C.
Um 1620 erscheinen 2 Pritschen, holen uns (7 Mann, da 4 weitere allerdings unbekannte Kameraden aus dem Zug entstiegen sind) ab und bringen uns zur Kaserne und zum Geb. 41 (1647).
Es wird zuerst im U-Raum 1.OG eingeschleust bis 1725. Im Anschluß wird der Spind auf der Stube 216, die ich mit den Kameraden N., S. und B. teile, eingeräumt. Wie erwartet sind nur noch die oberen Betten frei. Das kommt davon, wenn man nicht pünktlich anreist.
Es gilt nun auf weitere Anweisungen zu warten. Ein Dienstplan existiert noch nicht. Alles scheint ein bisschen chaotisch zu sein, da dieses Mal auch das nichtaktive Unterstützungsbataillon Einsatz 1 und die Teilnehmer der Allgemeinen Streitkräftegemeinsamen Soldatischen Ausbildung (ASSA) teilnehmen. Auf das soldatische Benehmen, vor allem das Grüßen wird deshalb strenger geachtet als sonst.
Das Antreten des Charlie-/Milanzugs der 2./PzGrenBtl 908 erfolgt um 1830. Der Zugführer SFw M. hat keine Stellvertreter und ist daher auf die anwesenden Unteroffiziere angewiesen. Wir verpflegen jetzt von 1845-1915.
Wir treten gegen 1950 nochmal im Flur an zur Mitteilung von Organisatorischem bevor um 2000 die 2. Kompanie draußen auf der großen Grünfläche antritt. Dabei herrscht zuerst Unkenntnis wo denn genau die 2. antreten will.
Nachdem dies geklärt ist, treten wir vor Spieß OSF S. und H M. an. Es folgt das Bataillonsantreten mit der 1./UstgBtl Eins 1 und der 4./908 (ASSA) vor dem Kommandeur OLT D. um 2030.
Im Gleichschritt wird zum Betreuungsgebäude 38 marschiert und dort in den Greifensaal zur Einweisung in die Übung durch H G. eingerückt. Noch die üblichen Telefonnummern und die Sicherheitsbestimmungen, dann marschieren wir im Gleichschritt zum Unterkunftsgebäude zurück zum Dienstschluß (2120).
Laut SFw H. sollen wir zusätzliche Ausrüstung empfangen. Ein Dienstplan hängt noch immer nicht aus. Die Zeiten für den Zug werden daher mit Filzer an die Flurglastür geschrieben. Zum Duschen 2315 und im Bett 2350.

2. Tag, Montag, 10.09.2018:
Das erste Mal auf die Uhr geschaut um 0512, kurz danach stehe ich auf (0521). Ich habe schlecht geschlafen, da die Kameraden noch ewig gebraucht haben das Licht zu löschen und ich mich nur hin- und hergewälzt habe.
Es weht ein kühler Luftzug durch die weit geöffneten Fenster. Draußen ist es noch dunkel, der Flur ebenso. Wenige Kameraden sind zu dieser Zeit unterwegs und im Waschraum sind wir zu dritt. Stubenkamerad S. ist mit unserer Aufstehaktion 1 Stunde vor Öffnung der Küche nicht einverstanden, der Student muß sich halt noch umgewöhnen.
Zu viert machen wir uns auf zur Truppenküche um 0615. Da in der Kaserne Georgier stationiert sind, stehen wir gute 20min hinter diesen an. Zurück um 0655. Rucksack bereitgestellt und Unterlagen für den Arztbesuch hergerichtet.
Antreten Milanzug im Flur um 0705. Kurz und formlos bis 0715. Die gesamte Übung wird auf 10B gemeldet und daher bedarf es der grünen Karte nicht. Die 10B Erklärung dient zur Verifizierung der Stärkemeldung und damit zur „Abrechnung/Berücksichtigung bei dem BwDLZ/StOService der Entsendetruppenteile.
Draußen auf dem Rasen Antreten der 2. vor Spieß und Kompaniechef um 0725.
Von dort aus wird im Gleichschritt zur LHBw marschiert. Wir warten auf die Öffnung der Bekleidungskammer um 0800. Bis ich drankomme ist es 0830. Empfange zusätzliche schwere Kampfstiefel (KSK von Meindl, da sich diese besser anfühlen wie die von Haix), Näßeschutzgamaschen, Überschuhe für die Kampfstiefel, Koppel schwarz für das feierliche Gelöbnis der ASSA, Nähzeug und Waschbeutel.
Wir verlegen dann direkt zum Geb. 6 zur G20-Untersuchung (0845). Die G 20 Vorsorgeuntersuchung „Lärm“ (Früherkennung von Gehörschäden) zieht sich, da nur ein Arzt geordert wurde. Erst um 1015 bin ich mit SU H. dran. Zu zweit betreten wir den Raum und werden durch zwei junge Sansoldatinnen gleichzeitig dem Gehörtest unterzogen. Dieser dauert gerade einmal 5min und das Ergebnis kann sich sehen lassen (absolute Nulllinie, Spitzengehör).
Der Oberfeldarzt als Facharzt muß mich noch sehen, aber bis 1145 schaffe ich es nicht, da die Schlange davor noch zu lange ist und es viele Soldaten gibt, die aufgrund ihres Ranges oder ihrer Position vorgezogen werden wollen und werden.
Nach diesen 2h sinnlosen Wartens wird im Gleichschritt zur Unterkunft zurückmarschiert und dort tritt die 2. auf dem Rasen an. Wir empfangen aus Thermen an der Stirnseite des Gebäudes unsere Mittagsverpflegung und setzen uns auf die Biertische der 4. hinter dem Gebäude am Raucherunterstand bis diese verpflegt und wir die Bänke räumen müssen (1220).
Um 1230 marschieren wir im Gleichschritt zurück zur Untersuchung. Das Wetter ist leicht bewölkt bei 24°C. Das Warten im Schulungsraum geht weiter. Eigentlich wäre ich als Nächster dran gewesen, aber ich werde wieder ausgebremst weil wieder andere vorgelassen werden müssen. Um 1500 werde ich zum Oberfeldarzt eingelassen, der mich noch kurz abhorcht und mir Formulare für den Optiker mitgibt, damit ich meine eigene Dienstbrille anfertigen lassen kann (1515).
Alleine kann ich zur Unterkunft zurück, wo ich meine neuen Stiefel anziehe und mein Eßbesteck reinige.
Nach der Abendverpflegung (1630-1700) Antreten des Charliezugs zum Formaldienst bis zum Kompanieantreten um 1730. Wegen der Verzögerung durch die anstehenden Georgier beim Essen verschieben sich bei uns alle Zeiten nach hinten. Aber zum Kompanieantreten schaffen wir es zum ersten Mal pünktlich seit zwei Tagen.
L S. wird zum OL befördert, dann geht es mit Formaldienst weiter bis 1800. Die letzten 100m zurück zum Gebäude im strömenden Regen. Dort Antreten im Flur 1.OG zur Mitteilung des morgigen, geplanten Tagesablaufs. Dienstschluß 1815.
Der Gefechtsanzug für morgen wird hergerichtet und mit Hilfe von N. spanne ich meine Wäscheleine quer durch die Stube. Mit S. und U E. mache ich mich auf den Weg zum Mannheim, aber dieses hatte nur bis 1900 geöffnet und so kehren wir unverrichteter Dinge wieder zurück. Auf Stube mit Kameraden bis 2250 unterhalten. Nach dem Duschen (2325) ist die Bude wieder vollzählig. Im Bett 2400.

3. Tag, Dienstag, 11.09.2018:
N. wie üblich zuerst auf, ich folge 0600. Zum Waschen und zurück. Zugführer M. kommt vorbei und kündigt Antreten für 0800 an und bringt uns das Stuben- und Revierreinigen in Erinnerung. Auf dem Weg zur Küche mit S. noch kurz M. bei der Eintragung seiner Fahrten ins Fahrtenheft geholfen und den Müll rausgebracht.
Heute müssen wir fürs Frühstück nur kurz anstehen (0700-0730). Mit S., der wegen einer BWL-Prüfung gerade erst zu uns gestoßen ist, zurück zur Kompanie. Man bekommt ja einen Muskelkater durch das ständige Grüßen.
Im Block haben H. und SU H. wegen falscher Vorgaben ein anderes Revier gereinigt und so muß meine Stube noch einmal ran.
Antreten Milanzug um 0800 im Flur. Gleich danach runter ins EG zur Waka und dort Empfang G36 für den Formaldienst als Ehrenzug. Antreten vor dem Gebäude zum Abmarsch im Gleichschritt zum T-Bereich zwischen den Lagerhallen 76 und 77. Es regnet dabei leicht. Das Gewehr befindet sich straff vor der Brust, präsentiert wird mit dem Schlagen der flachen Hand auf den Handschutz, ganz anders wie beim G3.
Um 0945 im strömenden Regen zur OPZ marschiert und dort gegen 1000 in den Greifensaal eingerückt. Hier füllen wir das Formular für die arbeitsmedizinische Voruntersuchung für Tätigkeiten mit Lärmexposition aus, während der hauptamtliche Betriebsarzt, ein Oberstabsarzt, die Technik für seinen Vortrag über das Gehör und die auftretenden Belastungen und einzuhaltenden Grenzwerte aufbaut.
Im Gleichschritt geht es zum Block zurück (1045), was uns durch den stellv. BtlKommandeur OTL W. das Lob "schneidig" einbringt. Mit Waffen und im Gleichschritt geht es gleich weiter zum Sangebäude 6 (1100).
Im geübten Warten vergeht die Zeit bis ich gegen 1200 zum Betriebsarzt vorgelassen werde, der mir eröffnet das beste Gehör der Übung zu haben. Der Eintrag für die G20 wird im Schießbuch abgestempelt, der Nachweis für die Untersuchung wird einbehalten und gesammelt an das Bataillon übergeben.
Unter Waffen mit W. und FR W. zur Küche zum Mittagessen (1205-1240). Zur Beendigung der Abschlußkontrolle des Milanzugs kehren wir danach zum Sangebäude zurück. Es ist bewölkt bei 19°C.  
Die 2 TPz Fuchs A4 samt Besatzung von der 2./JgBtl 413 warten schon um die Ecke, als wir um 1345 dort zur Einweisung erscheinen. Der Zug wird auf die zwei TPz aufgeteilt und dann nochmal in zwei Gruppen unterteilt.
Eine übt Auf- und Absitzen des hinteren Kampfraums mit Lukenöffnen und -schließen, die andere vorne spielt Fahrer und Beifahrer, beides im Wechsel. Ein Szenario mit mir als Gruppenführer wird durchgespielt: Beschuß von rechts - Befehl an Gruppe Luken schließen, dabei brauche ich selbst ewig, weil mir die ungewohnte Verriegelung Probleme bereitet - Gruppe sitzt schon ohne Befehl ab - stellvGrpFhr H. deckt, während der Rest Sicherungsstellung bezieht - Sicherung steht und ich gebe H. das Signal zum Abbauen (1430). Die Bataillonsführung schaut um 1445 kurz in Gestalt von Kommandeur und Stellv vorbei.
Im Anschluß marschieren wir im Gleichschritt zur Unterkunft zurück (1455). Um 1515 steuern wir die G36 bei OFw K. in der WaKa ab. Der Lieferwagen mit den scharfen Milan ist zeitgleich angekommen und so laden wir die Waffen in die Waffenkammer um bis 1600.
Zum Selbststudium der Milanunterlagen auf Stube befohlen bis zur Einnahme Abendverpflegung von 1630-1715. Kurzes Antreten im Flur um 1730 zum Formaldienst draußen bis 1800. Mehrere Kameraden abgängig, haben den Befehl wohl nicht vernommen. Danach wieder Selbststudium bis kurz vor dem Antreten draußen auf dem Rasen um 2000. Es ist warm, teilweise schwül, bedeckt bei 24°C.
W. wird zum SG und Fj L zum FR befördert.
Im Gebäude Ausrüstung für morgen herrichten und noch eine halbe Stunde mit dem TStOffz OLT S. über das Thema Ladungssicherung unterhalten, da ich diese noch nicht vorweisen kann, aber immer Ausrüstung mitbefördert werden soll.
Ziehe mich auf Stube zurück und unterhalte mich mit den Kameraden bei einem Bierchen (2100-2345). Zum Duschen (0015). Die Stubenkameraden sind vollzählig, und die Diskussion voll im Gange als ich um 0100 die Augen schließe.

4. Tag, Mittwoch, 12.09.2018, Prüfungstag MILAN:
Aufstehen 0620. Zu viert zum Frühstück (0705-0720). Nach der Rückkehr fege ich das Revier bis 0730. Das Wetter zeigt sich bewölkt bei 19°C mit sonnigem Anfang. Die TPz sind um 0750 da, also Wakamaterial und AGDUS-Waffen aufgeladen und um 0805 geht es zur Schießbahn 19, die um 0830 erreicht wird.
Dort laden wir die TPz ab und bauen zwei AGDUS-MILAN in einer Entfernung von ca. 25m auf einer leichten Kuppe auf. Die TPz stellen unsere Ziele dar und erhalten daher Prismen, die mit Panzerklebeband an der rechten Seite und vorne befestigt werden.
Der Prüfer kommt und die MILAN werden einjustiert (0930). Mehrere LFK müssen wegen Fehler ausgetauscht werden, so daß die Prüfung erst um 0945 beginnen kann. Der Prüfer legt Wert auf korrekte Schießhaltung und Ausführung, d.h. Beinstellung des Richtschützen, Ladeschütze prüft Rückstrahlzone und liegt auf dem Bauch, bis auf den Wechsel des LFK. Richtschütze meldet: "Achtung MILAN schießt".
Als dritte Gruppe mit S. bin ich erst als Richt- dann als Ladeschütze dran (1000). Gezielt wird auf einen stehenden TPz in ca. 800-900m Entfernung. Alle 5 Schuß sind erfolgreich. Die Übung dauert nur 10min, der Prüfer frägt die Flugzeiten ab und will die genaue Berechnungsformel der Entfernung wissen, sowie die Bezeichnung der Zielpunkte.
Die nächste Übung schießen wir gegen 1100. Das Ziel nähert sich von 1900-1200m in Schrägfahrt. Ich visiere das hintere, obere Prisma an, aber leider läßt sich die Waffe nicht einfach führen, sie ruckelt wie im AGPG. Außerdem stören Büsche die Verfolgung, ausgerechnet bleibt der TPz hinter einer Buschgruppe stehen und der Schuß geht fehl. Toll. Beim zweiten Versuch gelingt mir ein Treffer, aber danach mehrmals in Folge kein einziger, obwohl ich direkt draufhalte. Auch kein Treffer bei stehendem Fahrzeug. Nach Zielwechsel auf das vordere Prisma funktioniert es.
Dann kommt S. und trotz Angabe Haltepunkt hat er Schwierigkeiten bis sich die Treffer einstellen (-1130). Der Prüfer gibt die Anweisung an die TPz-Besatzungen die Prismen in kürzeren Abständen zu säubern, da sich der Staub negativ auf die Zielerfassung auswirkt. Der Spieß bringt die Mittagsverpflegung 1200 mit dem MB Vito auf die Schießbahn, wobei die Prüfung weiterläuft. Das hat zur Folge, daß wir nach 10min unser Mahl hastig beenden müssen (Nudeln mit Gulasch, was sonst, dazu runtergewürgter Pudding), da wir zur Ableistung der Folgeübung (langsame Querfahrt) befohlen werden.
Das Wirkungsfeld ist denkbar schlecht, da viele Büsche und Bäume die Schußbahn einschränken. Der erste Schuß geht daher in einen Busch. Dafür sitzen der zweite und der dritte Schuß. Danach Wechsel mit S.. Durch meinen Fehlschuß konnte der perfekte Haltepunkt direkt unterhalb des hinteren Prismas ermittelt werden und S. trifft daher alles (-1230).
Auf den Aus- und Einbau des LFKs wird mittlerweile verzichtet, da dies die ganze Justierung der Waffe verändert und so zu Fehlschüßen führt. Die nächste Übung ist relativ einfach. Der TPz befindet sich in Zufahrt, die Strichbreite beträgt in der Optik 2 Strich. Gemäß Berechnung beträgt die Entfernung also 1500m. 3 Schuß und drei Treffer. Nur bei der Anfahrt überschneidet sich die Visierlinie mit zwei Büschen, danach ist die Zielerfassung wieder ohne Probleme. Beide absolvieren wir die Übung ohne Fehlschuß bis 1315.
Die vorletzte Übung beginnt eine Viertelstunde später. Das Ziel befindet sich in schneller Querfahrt vor und zurück. Die freie Schußbahn ist ein schmaler Streifen zwischen einer Baumgruppe und einer Buschgruppe. Auf der Hinfahrt verfehle ich den TPz zweimal, auf der langsameren Rückfahrt erwische ich ihn dreimal (-1345).
Ab 1400 erfolgt für alle die Einweisung in die letzte Übung mit Störern. Dabei stehen zwei TPz (links einer quer, der andere rechts frontal) in geringer Entfernung zueinander, wobei der linke der Störer ist, noch dazu teilweise durch Büsche verdeckt. Ich ermittle die Entfernung mit 3 Strich, also ca. 1000m. Zweimal verliere ich den LFK aus dem Fernortungsbereich, da die Waffe wieder ruckt. Danach drei Treffer, wie mit rohen Eiern.
S. hat die gleichen Probleme. Die Geräte sind halt schon arg beansprucht und ausgeleiert, was der Prüfer auch auf die mangelnde oder fehlerhafte Wartung zurückführt. Der Himmel zieht zu, viel Wind, aber noch kein Regen bei 17°C. Alle haben die Prüfung bestanden.
Das Fazit des Prüfers lautet: Wir sind besser als die Aktiven, nicht vom Ergebnis (da ungefähr gleich), jedoch vom Wissen und der Einsatzmotivation. Wir stellen uns noch zu Abschlußfotos vor einem TPz zusammen (1500), laden auf und fahren um 1515 ab. Es fängt Gott sei Dank erst jetzt zu regnen an.
In der Kaserne sind wir 15min später. Jetzt heißt es abladen und die Milan säubern, bevor sie in die Waffenkammer verbracht werden kann. Ich melde mich freiwillig als Waffenwache damit die Kameraden schon zum Essen gehen können. Eine Viertelstunde später erscheint schon OFw K. und ich kann Material und Waffen übergeben.
Mit N. mache ich mich zum Abendessen auf (1630-1700). Im Greifensaal findet um 1810 durch OL S. ein Vortrag über das Handgranatenwerfen bis 1845 statt. Danach wird bis 1930 auf dem Grün neben dem Betreuungsgebäude in drei Reihen nebeneinander das Werfen mit Handgranatenübkörpern geübt.
Zurück in der Unterkunft warten auf die Bekanntgabe des Dienstschlußes.
Auf der Stube zurück packe ich meinen Rucksack für morgen. Noch eine Stunde zu den Kameraden gesetzt und dann in die Dusche bis 2300. Im Anschluß zu Bett (2330).

5. Tag, Donnerstag, 13.09.2018:
Ich schlafe schnell ein, da ich zu geschafft bin. Aufstehen um 0535. SFw H. erscheint beim Ankleiden in der Stube und kassiert mich als Fahrer ein. Damit der heutige Ablauf nicht ins Stocken gerät, soll ich die Kameraden mit dem VW T6 zur Küche und zurück bringen. Super, dann bleibt für mich weniger Zeit.
Bei bewölktem Himmel übernehme ich draußen das Fahrzeug. Ich fahre eine Ladung Kameraden zur Küche, die zweite Fahrt ist umsonst, da keine Kameraden mehr da sind, vermutlich schon zu Fuß gegangen. Ich darf mich in der Schlange ganz hinten anstellen und bin erst ein halbe Stunde später am Tisch (0645). Genehmige mir schnell eine Obstschale und schmiere mir 2 belegte Semmeln, dann bin ich schon wieder draußen (0655) um die Leute zurückzubringen.
Zurück an der Kompanie muß ich äußerst dringlich HFw A. zum Bataillonskeller im Geb. 33 hin- und zurückbringen. Hetze in den Block auf Stube, lege Gerödel an und nehme meine Sachen auf. Unten angekommen, erhalte ich den Befehl zur schießenden Abteilung zu treten. Dies wird jedoch widerrufen und ich soll zum Fahrzeug zurück als Fahrer.
Ich bringe die schon aufgesessenen Kameraden mit ihrer Ausrüstung zur Schießbahn 13 (0730). Wir bauen die Stände auf und warten auf die Munsoldaten (0800). Die erste Rotte geht schon mal zum Üben (0830) und trägt dabei SK4-Westen. Setze mir zum ersten Mal die dienstlich gelieferte Schießbrille auf. Bis 1000 muß ich warten bis ich drankomme und die V1-V7 (-1100) ableisten kann.
Ablauf wie folgt:
- Bogenwurf stehend auf 25m-Ziel
- Schleuderwurf auf 20m-Ziel
- Bogenwurf kniend
- Schleuderwurf kniend auf 10m-Ziel
- Bogenwurf liegend aufgestützt
- Schleuderwurf liegend nicht aufgestützt
Dazu wird der schlimmste Fall, das Verhalten nach dem Verlust der Handgranate in der Stellung durchgeübt. Auf das Kommando "Raus" ist selbst so schnell wie möglich Deckung aufzusuchen. Der Kamerad (falls ohne Reaktion) ist weg zu schubsen, ggf. mit in Deckung zu ziehen. Es bleiben nur Sekunden dafür Zeit. Ich entscheide mich für den Sprung über die brüstungshohe, ca. 15cm starke Stahlbetonwand.
Als letzte Übung wird der gesamte Ablauf wie beim scharfen Durchgang durchgespielt (Munausgabe-Sicherungsgehilfe-Wurf-Deckung-5sek länger untenbleiben nach Detonation), wobei zur realistischeren Darstellung eine Übungsladung zur Anwendung kommt. Die Übung ist um 1130 beendet.
Wir räumen auf, fegen das Gebäude raus (sauberer als zuvor), verladen auf die Fahrzeuge und verlegen ca. 180m weiter zum Schießstand für die scharfe Übung (1200). Die Sanis warten dort schon mit einem Unimog 2to.
Die Rennen zu viert werden eingeteilt und warten in einem Unterstand ca. 170m vom Bunker entfernt auf ihren Abruf. Ich gehöre zum 2. Rennen. Am Unterstand erfolgt die Einweisung in die Örtlichkeit, dann Helm und Gehörschutz auf und zum Bunker marschiert.
Dort Anmeldung bei Schreiber FR L. und Anlegen der SK4-Westen. Warten bis man an der Reihe ist und dann beim Munausgeber U B. eine grüne DM51 Splitterhandgranate empfangen. Uns stehen 70 Stück davon zur Verfügung. Mit der Handgranate in der rechten Hand die gut 75m zur Stellung vor gegangen, wo bereits SFw H. wartet und mir die Zielwahl überläßt. Mir ist das egal, Hauptsache das scharfe Ei weg und schnell in Deckung gegangen. Es rumst etwas lauter als sonst und ist gleich vorbei. Ziemlich unspektakulär.
Auf der anderen Seite zurück zum Bunker, an dem schon SFw M. auf mein Zeichen mit dem Abzugsring wartet. Das ganze Spektakel hat nur von 1220-1225 gedauert. Im Bunker melde ich FR L. das Ergebnis, lege die Weste ab und gebe B. den Abzugsring mit Sicherungssplint. Draußen warte ich in Deckung des Bunkers auf die restlichen Kameraden meines Rennens und gemeinsam geht es zurück zum Unterstand.
Hier gibt es gleich Mittagsverpflegung und da schon Hektik, weil wir gleich wieder ran müssen. Um 1305 geht meine zweite Handgranate hoch. Zurück mit den anderen um 1315. Die Range Control erscheint und sieht nach dem Rechten und wir müssen uns für den dritten Durchgang fertig machen. Das Wetter wird besser und wärmer (18°C und teilweise bewölkt).
3. Durchgang 1337-1345, 4. Durchgang 1407-1420. 5. und letzter Durchgang 1438-1448. Der KpChef erscheint und darf die letzte Handgranate werfen, wir vom letzten Rennen bleiben gleich da und helfen mit beim Abbau. Das Schießen wird um 1502 per Funk abgemeldet, das Aufräumen ist um 1515 beendet.
Die Fahrzeuge werden aufgeladen und es geht für die schießende Abteilung zu Fuß zur Schießbahn 13 (1545), ich als Fahrer habe es angenehmer. Wir verlegen nicht zur Kaserne zurück, da das Nachtschießen noch ansteht. Wir verpflegen zu Abend beim Unterstand gegenüber Geb. 314. Danach schlagen wir die Zeit tot mit warten, in der Sonne sitzen, ratschen und alte Bw-Geschichten zum Besten geben.
Um 1900 treten wir an und marschieren über die Straße ins gegenüberliegende Waldstück und erhalten dort die Einweisung Nachtsichtaufsatz NSA 80 bis 1920.
Zurück zum Gebäude und dort Aufbau des Standes für das Nachtschießen G36-S-4. 4 Kokusmatten nebeneinander, die beiden rechten mit Nachtsicht. Ziele beleuchtet auf 100m und 150m. Das Ustgbtl Einsatz 1 wird beim Schießen vorgezogen und so muß ich nach der gemeinsamen Belehrung (1930), den Schießbereich abtrassieren, damit keiner reinläuft.
Das Einschießen erfolgt ab 2000. Um 2145 können wir das NSA80 bei Dunkelheit testen und werden durch Kameraden vom UstgBtl Eins 1 in die Nachtsichtbrille LUCIE eingewiesen und können diese auch an einem kleinen Parcours austesten.
Beim letzten Rennen zum G36-S-4 bin ich mit dabei (2237-2257). Mit dem Nachtsichtgerät zu schießen macht Spaß, die Ziele sind hervorragend auszumachen. Auf 100m fallen alle Schützenscheiben, bei 150m treffe ich trotz des angegebenem Haltepunkts nur einmal. Schade, aber trotzdem bestanden.
Das Schießen ist beendet und wir räumen auf, verladen auf die Fahrzeuge und ich bringe meine Leute in die Kaserne und zur Unterkunft zurück (2330). Ich stelle das Fahrzeug auf seinen vorgesehenen Parkplatz und schließe den Fahrbefehl ab, bevor ich auf der Stube meine Klamotten ausräume und den Schuhputz herrichte. Nach Dienstschluß um 2350 in die Dusche und danach ins Bett 0030.

6. Tag, Freitag, 14.09.2018:
Die Kameraden unterhalten sich noch bis 0230. Bin zu k.o. um mich zu beteiligen, außerdem soll ich morgen als Fahrer zum Lager Rieth eingeteilt sein. Auf um 0555. Bin unverwundert unausgeschlafen und müde. Zum Frühstück alleine hin und zurück (0630-0700).
Packe meinen Rucksack für Rieth und empfange um 0745 von der Waka 2 Magazine, eine Magazintasche und das MPG. Die 2./908 tritt um 0800 vor dem Block an und der Charliezug im Anschluß zur Aufgabenverteilung im Flur 1.OG nochmal.
Es hat sonnige 14°C. Zuerst kehre ich das Revier Flur und Treppe und bin um 0920 unten an der Waka zur Kontrolle MILAN und MIRA. Die Gesichtstarnung folgt um 0930.
Ich hole um 1000 das Fahrzeug vor die Kompanie, da die Kolonne um 1030 aus dem T-Bereich abfahren soll. Beim Aufsitzen der Züge wird festgestellt, daß mein Fahrzeug nicht gebraucht wird und so fahre ich bei SU H. als Beifahrer mit, nachdem ich das Fahrzeug wieder aufgeräumt und den Schlüssel und die Papiere beim Spieß abgegeben habe.
Mit 3 8-Sitzern fahren wir um 1030 zum T-Bereich um dort die Kolonne zu bilden. Dort warten wir auf die Ankunft der TPz, die die Führung und das Ende der Kolonne bilden sollen. Die Abfahrt verschiebt sich auf 1055, das Lager Rieth wird um 1130 über die Platzrandstraße erreicht.
An der Längsseite des Lagers sitzen wir ab und verlegen in ein vorläufiges Gruppennest im Bereich Charlie (1145). Die Parole bis 2400 wird ausgegeben (Sierra Tango) und das Anrufverfahren durchexerziert. Die folgende Zeit bis 1210 wird genutzt um die Helmtarnung anzubringen.
Als Sicherungssoldat begleite ich meinen Zugführer SFw M. zur Führerbesprechung im Bereich Bravo und zurück. Die Mittagsverpflegung wird im Lager Rieth eingenommen (1230-1250), mit FR W. und S. gehe ich eher zurück um die Gruppennestwache abzulösen (1300).
Feindlage:
Der Feind im Raum Rieth hat die Stärke eines Aufklärungsbataillons. Dies wurde vom Btl zerschlagen. Mit Versprengten und deren Auftreten ist zu rechnen.
Eigene Lage:
2./908 befindet sich in vorläufiger Sicherung zur Vtg eingerichtet beim Lager Rieth bis Brig 41 eigene Sicherungen eingerichtet hat. Wir (C-Zug) sind äußerste linke Grenze, rechts Delta-Zug, dahinter 4./908. Im Norden liegt das UstgBtl Eins 1.
Auftrag:
Die Wegekreuzung im Westen ist zu erreichen. Der lange Treck im Süden ist aufzuklären, Alarmstellungen sind durch GrpFhr einzurichten. Rufname: "AMEISE", Alpha 1 FR W. (ich), Alpha 2 SU H..
Nur Selbst- und Kameradenhilfe

Mit Alpha 1 geht es zur Erkundung einer MILAN-Stellung vor an die Wegespinne (1400-1500), ich bin Schütze 1 und führe die Schützenreihe an. Nach Rückkehr im Gruppennest verladen wir die Ausrüstung und Rucksäcke auf die TPz, welche diese bis in unser neues Gruppennest bringen.
Zuerst wird die MILAN in einer zurückgezogenen Tagesstellung aufgebaut und von U B. mustergültig getarnt. Dann der Platz der Gruppe bezogen (1545). Hier richtet sich jeder Grennie seine Liegestatt ein (-1615). Bei dem trockenen Waldboden (selbst das Moos ist trocken) und dem warmen Wetter (teilweise bewölkt) reicht mir die Isomatte, Schlafsack und Neoprenhülle. Ich kann mich für eine halbe Stunde von der kurzen Nacht erholen und etwas Augenpflege betreiben.
Ab 1745 beginnt Alpha 1 mit der Ausbildung des Alarmpostens (nach Langemark) und ab 1815 erfolgt die Einweisung der Alarmstellungen rechts der MILAN. Ich bin Stellung 2, links Stellung 1 mit N., rechts Stellung 3 H.. Den Zugang zu den Stellungen legen wir mit Birkenästen aus um in der Nacht der weiß reflektierenden Rinde folgen zu können (-1915).
Für die MIRA mache ich mich auf den breiten Waldweg als Zieldarstellung auf und lausche gleichzeitig wie weit man den Kompressor hören bzw. lokalisieren kann. Die Alarmposten müssen noch eingeteilt werden; ich melde mich mit S. für die Wache 0400-0600, ohne zu wissen, daß dabei auch die erste Wache 2000-2200 inbegriffen ist, weil wir zu wenig Leute haben.
Es wird jetzt dunkel und wir müssen die MILAN noch in ihre Nachtstellung auf die Bauminsel stellen, wo sie alle zulaufenden Waldwege aufklären kann. Wir überwachen ab 2000 allerdings nur im 270°-Modus auf die vermuteten Hauptangriffsrichtungen.
Dabei habe ich nach einem Rückschwenk in nächster Entfernung die Schatten von zwei knienden Soldaten im Okular, die wie aus dem Nichts aufgetaucht sind. Ich mache meinen Ladeschützen darauf aufmerksam, der diese daraufhin anspricht und diese als eigene identifiziert. Des weiteren erfaßen wir telefonierende Offiziere und eine entgegenkommende Streife aus Richtung Lager Rieth schon von weitem bevor diese uns mit ihren Nachtsichtgeräten entdecken.
Wir werden um 2200 von U B. und U E. abgelöst und legen uns schlafen. Waffe mit in die Neoprenhülle, Ohropax rein und Brille bleibt auf.

7. Tag, Samstag, 15.09.2018:
Geballere und das Schreien meines Gruppenführers FR W. reißen mich um 0030 aus dem Schlaf. Schlaftrunken nehme ich die Gehörstöpsel raus und stehe mit der Waffe in der Hand auf. Ich kann nichts erkennen, da es zu dunkel ist.
So renne ich mit meinem Sturmgewehr in Richtung des wilden Schußwechsels. Ich erkenne garnichts und laufe auf den hellen Fleck in der Ferne zu, an den Alarmstellungen vorbei, die ich nicht wahrnehme und über den Sandweg hinüber, stehe ich plötzlich hinter der MILAN-Stellung, die von den Kameraden verteidigt wird.
Das Schießen hat aufgehört, denn die feindliche Patrouille aus 6 Mann wurde schon von weitem aufgeklärt und aus 10m Entfernung niedergemacht. Der Feind war zwar mit Nachtsicht ausgerüstet, konnte uns aber nicht erfassen und ballerte ziellos zurück. Der Feind zieht sich zurück und weicht aus.
Ich melde mich bei meinen Zugführer ab und ziehe mich zum Platz der Gruppe zurück. Nun lege ich mich in den Schlafsack, kann aber nicht mehr einschlafen bis ich um 0330 meinen Wecker ausschalte und mich für die Ablösung an der MILAN fertig mache.
Die Nachtruhe wurde noch zweimal durch Gewehrfeuer an anderer Stelle unterbrochen. Die MIRA schweigt, da der geprüfte Ersatzakku leer war. So müssen wir uns auf das althergebrachte Hören und Sehen bei Nacht verlassen. S. und ich liegen in Stellung und erleben das Aufgehen der Morgensonne im Osten.
Es wird schon relativ frisch in der Stellung, aber so bleibt man wenigstens wach. Kurz vor 0600 erscheint von rechts eine 2-Mann-Streife, die von mir angerufen wird: "Halt, deutsche Bundeswehr. Parole Blut!" Die Angerufenen geben das seit 0000 geltende, richtige Wort Rot und identifizieren sich damit als eigene Kräfte.
Nach 0600 erfolgt eine Übungsunterbrechung. Wie wir erfahren wurde die OPZ durch feindliche Kräfte ausgeschaltet. Der Feind kam durch Unachtsamkeit in den Besitz des zweiten Teils der Parole. Damit konnte der Lagertorposten getäuscht werden, der die 8 Mann starke Patrouille nur als übergroße, eigene Streife ansah.
Im Lager selbst wird der feindliche Verband als solcher nicht erkannt und als eigene Truppe wahrgenommen. Der Zugang zur OPZ ist nicht gesichert und nach Öffnen der Tür erfolgte das Massaker.
Wir sind die einzige Einheit bei der der feindliche Angriff abgewehrt wurde. Im Gruppennest zurück beginnen wir mit dem Abbau des Lagers (0630-0700). Der Spieß kommt mit der Pritsche und sorgt für die Frühstücksverpflegung (0715-0735). Ich melde mich ab zum Waschraum im Lager Rieth, wo ich auch meine Gesichtstarnung erneuere (0745-0815). Es ist frisch mit teilweiser Bewölkung.
Zurück im Lager Pause auf der Stelle. Einige Kameraden holen den vermissten Schlaf nach. Ab 1030 üben wir im Zusammenspiel mit einem TPz im Halbzugrahmen (2 Gruppen unter FR W./SU H.) das Durchkämmen eines Waldstücks im Schützenrudel, wobei mit feindlichen Schützen gerechnet werden muß (-1145). Nach einer kurzen Pause folgen noch zwei weitere Durchgänge bis 1230.
Das Ganze soll dann am Nachmittag als Schulungsvorführung unseren Neukameraden gezeigt werden. Bis 1300 wird verpflegt bei leicht windigem aber sonnigwarmen Wetter.
Von 1400-1415 läuft unser Vorführrennen. Im Anschluß darf der Deltazug nachmachen, wobei wir alte Hasen direkt hinter den Kameraden mitlaufen und korrigierend eingreifen.
Es folgt ein weiterer Durchgang, wobei S. einen Versprengten simuliert, der das Feuer auf den vorgehenden Zug eröffnet. Er wird nicht aufgeklärt und läßt sich unentdeckt überlaufen um den Zug von hinten unter Feuer zu nehmen (-1515).
Als Schlußdurchgang wird der Deltazug gegen überlegenen Feind (uns) antreten müssen. Dazu bindet die Hauptmacht den angreifenden Gegner, während ein Spezialkommando den Gegner von der Seite aufrollen soll. Dazu wählt U B. S. und mich aus. Wir marschieren ab und suchen uns in der Tiefe des Waldes eine Deckung.
Der Gegner bleibt ziemlich lange hinter dem TPz in Deckung bevor er in den Wald ausschwärmt. Der Gegner liegt ein gutes Stück vor uns und wir seitlich hinter ihm. Der Feind wird durch das frontale Feuer abgelenkt, durch unseren Feuerüberfall überrascht und ist verwirrt.
Dann startet unsere Hauptmacht einen Gegenangriff und bringt den Feind zum Ausweichen, wobei wir tatkräftig unterstützen. Die Mun geht schnell zur Neige und so greife ich noch mit Hurra an und stürme gegen den weichenden Feind, dabei ist Übungsende (1600). War geil, auch wenn wir mit mehr Mun wirksamer hätten eingreifen können.
Wir marschieren zum Verpflegungsempfang (Spargelsuppe 1630-1700). Einsetzender Landregen zwingt uns zum Anlegen des Nässeschutzes und so marschieren wir zum Lager Rieth mit unserem ganzen Gerödel.
In der Halle legen wir unsere Rucksäcke ab und müssen eine Stunde auf das Antreten warten. OFw A. beginnt um 1830 mit der Ausbildung Bodensprengpunkt, Übungshandgranate und SigPi draußen auf dem Panzertreck vor dem Lager. Ich darf auch einmal SigPi schießen (1900). Wetter bewölkt, teilweise Regen, mit Feldbluse etwas frisch.
Am Schluß führt OFw A. noch den Bodenleuchtkörper DM26 vor (-1930). Wir laden dann die Rucksäcke auf die Pritschen und bereiten uns auf den Marsch nach Rieth vor. Wir marschieren 1945 ohne Rucksäcke ab, da wir ja noch fit für den Formaldienst sein müssen und beim Gelöbnis eine gute Figur abgeben sollen.
Charlie an der Spitze, dahinter Delta, am Schluß ASSA und Eins 1. Egal, jedenfalls bin ich in der Schützenreihe der Erste und Schrittgeber. Mehrmals muß ich meinen Schritt verkürzen, damit die Kameraden nachkommen können. Ich kann meinen Rhythmus daher nicht durchziehen und muß abbremsen. Es ist schon richtig dunkel, als wir noch vor der Ortschaft Rieth anhalten und antreten müssen (2030). Der Weg war nur 3,2 km lang, den hätten wir auch laufen können.
In einem Seitenweg stehen die Fahrzeuge und ich melde mich als Fahrer. In Kolonne fahren wir über Rieth nach Torgelow zur Greifenkaserne zurück (2100). Dort Abladen des Gepäcks und auf die Stuben verbracht, dann noch einmal das Gewehr durchgezogen und in der Waffenkammer abgegeben.
Ich bringe das Fahrzeug zum Parkplatz und die Unterlagen zum Gebäude zurück (2145). Ertüchtige bei Marschmusik meinen Schuhputz. Charlie tritt im Flur noch einmal an und hat dann Dienstschluß (2230). Ich mache da weiter wo ich aufgehört habe und unterhalte mich mit den Kameraden (-0145). Zum Duschen und ins Bett nach 0210.

8. Tag, Sonntag, 16.09.2018:
Aufstehen 0800. Die Zeit reicht gerade noch für den Schuhputz und ein Glas Kaffee (Frühstückstheke im Flur). Waffenempfang um 0900 und Reinigen im Flur bis 1030, dann Herrichten der persönlichen Ausrüstung nach dem Biwakaufenthalt (weitere Kampfstiefel putzen, Schmutzwäsche sortieren, Bettenbau) bis 1135. Zum Mittagessen 1145-1215.
Stube ausfegen und Koppel für den Formaldienst/Ehrenzug angelegt. An der Waffenkammer um 1250 zum Gewehrempfang, dann Antreten der 2. Kompanie draußen auf dem Rasen und Beginn der Formalausbildung (1300).
Der Ehrenzug des Charliezugs wird mit Teilen des Deltazugs auf die notwendige Stärke aufgefüllt. Es wird nach Größe sortiert und letztendlich stehe ich in der vordersten Reihe ganz am Schluß.
Es werden die verschiedenen Kommandos durchexerziert: Präsentieren, Schwenken, Kehrt, rechts/links ran, etc. Um 1500 übt das ganze Btl das Aufstellen auf der grünen Wiese anhand der tatsächlichen Ausmaße des Gelöbnisplatzes in der Kürassierkaserne. Dazu werden mit Trassierbändern die örtlichen Gegebenheiten simuliert. Das Stillstehen im Rührt euch, bei dem der linke Fuß 20cm vor den rechten gestellt wird, ist wenig angenehm, da man die Füße so nicht entlasten kann. Mir schmerzen schon jetzt die Füße.
Mittlerweile hat L A., der gerade angekommen ist, die Führung über den Ehrenzug übernommen. Bis 1630 wird das ganze Gelöbnis vom Btl durchgespielt, auf die Reden wird aber verzichtet, immerhin wird beim Marschieren Marschmusik eingespielt. Der Ehrenzug rückt als Letztes nach den beiden Fahnen von 908 und Eins 1 ein. Die 2.,4. und Eins 1 haben in dieser Reihenfolge bereits Aufstellung genommen. Dafür dürfen wir dann auch als Erste abrücken. Waffenabgabe um 1645.
Wegtreten auf Stube und warten auf Dienstschluß. Um 1715 tritt der Ehrenzug im Flur zur Bekanntgabe des morgigen Ablaufs an, danach ist Dienstschluß um 1725.
Zum Abendessen. Unterhalte mich auf Stube mit den anwesenden Kameraden mit Marschmusik im Hintergrund. Wegen der Musik schauen immer mehr Kameraden in unsere Stube, es wird lauter, Musikwünsche werden zum Mitsingen geäußert. SU H. stellt seinen Bluetooth-Lautsprecher zur Verfügung und dieser wird bis zum Anschlag belastet.
Es sind bis zu 23 Mann auf der kleinen Stube, es schauen auch Kameraden der ASSA vorbei um unser Spektakel zu beobachten. Ich bin schon vom Singen und Schreien heiser, aber einfach geil. Nachdem das Bier langsam zur Neige geht wird es langsam ruhiger, auch weil der Lautsprecher bloß noch knistert und knackt. Mach mich daher auf zur Dusche und bin um 2338 im Bett. P.S.: Ich habe keinen Tropfen Alkohol getrunken!

9. Tag, Montag, 17.09.2018:
Aufstehen um 0605. Waschen, Anziehen und zur Truppenküche. Dort erst warten auf Einlaß. Frühstück 0635-0645. Ich habe die Fahrzeugunterlagen und den Schlüssel schon mitgenommen und hole auf dem Rückweg den 8-Sitzer vom Parkplatz, damit das Fahrzeug schon vor der Kompanie bereit zur Abfahrt steht.
Antreten im Flur 0700 und nach Empfang G36 draußen Antreten vor dem Block zur Anzugkontrolle durch L A. und SFw M.. Aufsitzen auf die Fahrzeuge und Abfahrt zur Kürassierkaserne (0730). Dort lassen H. und ich unsere Kameraden im T-Bereich aussteigen und müssen selbst unsere Fahrzeuge auf dem engen Besucherparkplatz weiter vorne abstellen.
Warten bis zum Einlauf auf den Exerzierplatz (0830), dort Ausrichten des Bataillons bis 0900. Zurück in den T-Bereich bis zum scharfen Übungseinsatz (0920-0945). Ich bin froh als dies vorüber war, diese knappe halbe Stunde hat mir schon gereicht, meine Sohlen schmerzen jetzt schon. Wieder zurück zu den Schlepphallen und Pause dort. Der Ehrenzug hat anscheinend alles richtig gemacht, andere Kompanien müssen noch üben.
Mache mich mit mehreren Kameraden um 1110 auf zur Küche, die wegen Umbaus geschlossen ist. Also rum und zur Interimsküche um dort die Verpflegungsbeutelinhalte einzuverleiben (-1145).
Zurück zum T-Bereich und dort letzte Anzugskontrolle um 1215. Mittlerweile ist das Neubrandenburger Heeresmusikkorps mit zwei Bussen angerückt und lädt die Instrumente ab. Es sind auch weibliche Musikanten darunter, was die Jungs leicht durcheinander bringt und unkonzentriert werden läßt.
Antreten zum Aufmarsch und dem folgenden Einmarsch zum Gelöbnis hinter dem Heeresmusikkorps um 1245. Jetzt wird es ernst, jetzt gilt es. Es braucht kein Gleichschritt befohlen werden, dazu reicht die Musik "Grün ist unser Fallschirm" aus, was unser Herz höher schlagen läßt. Jetzt läuft es wie geschmiert. Die Aufstellung klappt.
Die Sonne brennt auf unseren Nacken herunter, wenigstens weht eine kühlende Brise von hinten. Ich muß mich ablenken um mit den schmerzenden Füßen fertig zu werden, was mir leidlich gelingt. Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo es schon wurscht ist. Das Gelöbnis ist um 1400 vorbei und wir marschieren aus. Keine Ausfälle waren zu verzeichnen und es gibt Lob (Eins unterm Wachbataillon).
Um 1415 marschieren wir zum Grillplatz. Nur ein Radler dazu Steak und Wurst mit Beilagen. Mit SFw M. (Fahrer) und H. mache ich eine Versorgungsfahrt für den Spieß zur Kompanie zurück und wir laden gekühltes Bier auf. Auf der Rückfahrt um 1735 hat es noch 27°C. All zu lange bleibe ich eh nicht mehr und fahre mit H. als Fahrer und anderen Kameraden um 1800 zurück.
Dort entladen wir die Rucksäcke und bringen diese auf Stube, dann Dienstschluß um 1836. Beim Schuheputzen mit Marschmusikuntermalung füllt sich die Bude schon wieder. Als ich mit M. telefoniere muß ich das Telefonat wegen Antretebefehls unterbrechen. War doch schon Dienstschluß?
Erfahren die Planungen für morgen, ich bin beim Vorkommando Waldkampfbahn unter OL S.. Toll, d.h. früher aufstehen und weniger Zeit haben. Das Vorkommando soll draußen verpflegen. Der Spieß OSF S. ist mit auf meiner Bude. Ich gehe um 2200 zum Duschen und teile den anwesenden Kameraden in meiner Stube mit, daß ich heute eher zu Bett gehen wünsche und tatsächlich, wie ich vom Duschen komme, sind die Kameraden weg. Respekt. Im Bett 2230.

10. Tag, Dienstag, 18.09.2018:
Aufstehen 0555. Nach Toilette und Waschraum Gefechtsanzug mit Feldjacke an und Gesichtstarnung angelegt. Das Gezi ist verschlossen und so kann ich das Fahrzeug nicht abholen. Ab 0645 vor Waka zum Waffenempfang.
Das Gezi ist jetzt auch geöffnet und ich hole das Fahrzeug im Laufschritt, so daß um 0700 dieses beladen werden kann. Abfahrt zur Schießbahn 20 um 0707 bei 14
°C. Das Fahrzeug ist leicht überladen, eine Pritsche wäre besser geeignet gewesen. Nach der Ankunft an der Basis Waldkampfbahn (0730) wird abgeladen, die Rucksäcke in den Unterstand gebracht und das Wakamaterial in die Stube für Schreiber und Munausgeber.
Von OL S. erhalte ich die Order 3 SEM70 und 3 SEM52 für die verschiedenen Funkkreise herzurichten, was bis 0800 erledigt ist. Wir empfangen AGDUS und legen dieses an (ohne Helm), danach Frühstück aus Beuteln (0825). Ab 0833 erhält das Vorkommando die Lageeinweisung am Sandkasten durch den Leitenden OL S.:
Lage:
Feindliche Kräfte in Gruppenstärke haben eigene Pi-Kräfte überfallen. Aus Heldendorf werden weitere feindliche Angriffe befürchtet. Weitere Überfälle gefährden Stabilisierungsaktion 2./908 in der Artilleriekaserne.
Eigene Lage:
Eigene Pi-Kräfte haben im Raum Heldendorf eine feindliche Personenminensperre aufgeklärt (Art, Typ) und wurden bei Räumungsbeginn angegriffen und mußten sich zurückziehen. Der Anfang der Sperre ist gekennzeichnet, jedoch die Ausdehnung konnte nicht erkundet werden bzw. wurde bisher nicht weitergemeldet.
Auftrag:
Die 2./908 stellt Spähtrupp "AMEISE" um Feindkräfte in Heldendorf zu vernichten, damit die Sperre geräumt werden kann.
Dazu geht die 2. rechts und links vom Waldweg vor, durchkämmt das Waldgebiet, stellt fest die Gangbarkeit des Waldwegs für TPz. Heldendorf ist zu nehmen, Sicherung am Blaubach ist zu härten.
Beim Vorgehen ist mit auftretendem Feind zu rechnen.
Leichtverwundete sind mitzunehmen, für Schwerverwundete ist ein Verwundetennest einzurichten. Anforderung San.
Bei drohender Gefangennahme sind Führungsunterlagen zu vernichten

Führungsunterstützung Spähtrupp "AMEISE" durch KpChef "HABICHT"
3 Magazine G36 und 2MGs mit je 2 Kästen
Uhrenvergleich
Unterstützung nur durch Artilleriefeuer.
4 Mann von 411 als Feindkommando.

Ab 0925 Beginn erstes Rennen. L A. weist die Teile am Sandkasten ein die nicht beim ersten Rennen teilnehmen. Ich bin um 0945 bei SFw K. zur Fernmeldeausbildung, der die Kameraden und mich in den Aufbau Antenne Standbetrieb einweist (-1050).
Ab 1100 bei L A. Spähtruppeinweisung, welche aber schon um 1120 abgebrochen wird, da die Leitung erscheint und das erste Rennen zurückkommt. Wetter sonnig und sehr warm. Manöverkritik beim ersten Rennen.
Das zweite Rennen (ich) empfängt Mun (1145), noch vor dem Mittagsessen (1200-1230) und bespricht danach die Übung am Sandkasten um 1245. Beginn Übung 1300.
Führer des Halbzugs und der Gruppe 2 ist FR W., U B. führt meine Gruppe 1. Ich bin am rechten Flügel der links eingesetzten Gruppe 1 und halte Fühlung zu Gruppe 2. Vorerst treten nur bei der Gruppe 2 rechts des Waldwegs einzelne feindliche Schützen auf, die bekämpft werden. Nun klappen auch vor mir ein paar Feindscheiben auf und werden von mir beschossen.
Der Feind befindet sich also auch in dem vor uns liegendem Waldstück nördlich Heldendorf. Wir gliedern daher um: Gruppe B. wird Deckungsgruppe und bekommt dafür noch MG-S. mit seinem MG 2-Schützen von der Gruppe W. (jetzt Sturmgruppe) zugeteilt. Dafür wechselt U E.und ich zur Sturmgruppe W..
Dort sollen wir rechts durch den Wald ausholend Heldendorf erobern. Leider führt uns der Sturmgruppenführer beim Sprung über den Waldweg direkt in die eigentlich aufgeklärte Minensperre (nur die Tiefe war nicht bekannt), es erfolgt eine Explosion und das Leitungspersonal erklärt alle von der Sturmgruppe für ausgefallen bzw. tot (1345).
Gruppe 1 muß den Kampf daher alleine fortsetzen und erhält dabei Feuer aus dem Dorf. Es kommt Nebel zum Einsatz, der Feind hat einen Ausfall, kann das Dorf aber halten. Übungsabbruch 1352. Zurück zur Besprechung am Sandkasten (1400-1430).
Vom KpChef H M. kommen auch noch ein paar Kritikpunkte.
So ist noch Zeit für ein drittes Rennen mit mir. Besprechung am Sandkasten 1445. Werde Delta 2 unter SU K. zugeteilt und bin MG 2 neben S. (MG1). Übungsbeginn 1505.
Ich liege neben S. am rechten Waldwegrand. Auf unserem Weg nach vorne zur Minensperre kann ich auf unserer rechten Waldseite mehrere Ziele direkt voraus bekämpfen, auch S. erwischt über dem Waldweg vor Delta 1 mehrere. Die Kommunikation ist über Funk nicht möglich, geht nur noch mit Stimme. Die weiteren Befehle sind unklar, Meldungen kommen nicht an oder durch.
Letztendlich verschieben wir von Delta 2 im Sprung über den Waldweg hinter Delta 1 vorbei auf deren linken Seite an den Bunkerweg. Zusammen wird auf einer Linie nun der Wald durchkämpft und die Ortschaft im spontanen Sturmlauf (ohne Ansage) gestürmt.
Feindliches Mörserfeuer dezimiert unsere Reihen. Eine feindliche Gruppe mit MG befindet sich am Dorfrand. Hinter einer Hauswand verschieße ich fast 2 Magazine auf die 3 feindlichen Schützen ohne Wirkung obwohl auf nahe Entfernung gezielt mit Fadenkreuz.
AGDUS meldet keine Treffer auch bei mir nicht. Der Nebel wird dichter und es erfolgt Übungsende um 1545. Zurück zur Basis und nach Abgabe Batterien und Magazine zur Nachbesprechung (1600-1620). Danach Abgabe AGDUS und der Waffen.
Aufräumen und Abfahrt um 1700. In der Kaserne vor unserem Block um 1715, muß ich noch einen Kameraden von 411 (haben das Feindkommando gestellt) in die Kürassierkaserne zurückbringen.
Auf dem Rückweg fahre ich gleich zur Kantine und verpflege dort zu Abend (1730-1800). Ich bringe die noch anwesenden Kameraden dann zur Unterkunft zurück und das Fahrzeug zum Parkplatz (1815). Im Block zurück Tarnschminke abwaschen und Ausrüstung herrichten. Um 1900 hat es noch 26°C.
Beim Sitzen werde ich müde, dabei muß ich noch Dokumentieren, meine Stunden aufschreiben und die Tageskilometerleistung erfassen. Im Nu ist die Stube wieder voll. Nach der Teileinheitsführerbesprechung wird noch im Zugrahmen angetreten. Morgen bin ich im 1. Rennen und im Vorkommando wie heute auch. Zusammen mit den Kameraden auf Stube bei 90er Musik. Nach Rückkehr vom Duschen (2145) die überzähligen Kameraden hinauskomplimentiert. Im Bett 2245.

11. Tag, Mittwoch, 19.09.2018:
Aufstehen 0552. Heute die letzte Anstrengung, dann wird es ruhiger. Zum Waschen und Anziehen. 0637 Auto geholt und auf Toilette Tarnschminke angelegt.
Um 0655 zur Küche zum Abholen der Frühstücksbeutel und Therme. Das hat aber schon SU N. erledigt und so lad ich die Sachen von der Pritsche in mein Fahrzeug um. An der Kompanie helfe ich noch die WaKa-Pritsche aufzuladen und mein Fahrzeug voll zu laden. Abfahrt mit Vorkommando 0715.
Nach der Ankunft an der Schießbahn (0730) wie gestern Aufbau und Kontrolle Funkgeräte SEM 52 und SEM 70 und Einrichten auf verschiedene Funkkreise bis 0800. Dann Frühstück aus den mitgebrachten Beuteln (-0815).
Im Anschluß Anlegen AGDUS und Waffenempfang. Einsetzen Batterien und Aufmunitionieren der Magazine (-0840). Die Einweisung durch Halbzugführer U B. erfolgt am Sandkasten, gleiche Lage wie gestern (-0900).
Ich bin Gruppe 1 zugeteilt. Nebel ist als Einsatzunterstützung abrufbar. Sperrbestand G36 15 Schuß, MG3 ein Kasten. Übungsbeginn 0915.
Gruppe 2 U B. geht links vom Waldweg vor, Gruppe B. rechts davon. Ich bin ganz links am Waldweg. Wir gehen überschlagend vor und treffen unterwegs auf einzelne Feindschützen, hauptsächlich links vor Gruppe U. B.. Beim Vorgehen zur Minensperre unterstützt und begleitet uns der TPz.
Vor der Minensperre halt und Wechsel der Wegseite im Schutz des TPz, Verlegen an die linke Seite der 2. Gruppe. Wir ziehen auf eine Höhe mit der anderen Gruppe vor, dabei fällt der Gruppenführer B. durch gezielten Schuß. FR W. übernimmt die Gruppe. Wir gehen weiter vor. Ich kann drei feindliche Schützen sich hinter das Dorf absetzen sehen.
Wir sichern, während Gruppe U. B. vorgeht und einklappt um das Dorf von rechts zu nehmen. Gruppe 2 unterstützt durch Feuer. Gruppe 1 bleibt liegen, daher stürmt Gruppe 2 auf das Dorf zu. Ich kann den Feind nicht ausmachen. Nebel wird geworfen und wir setzen an die Häuser ran.
Ich kann einen feindlichen G36-Schützen in einer unbesetzten MG-Stellung hinter dem Dorf erledigen. FR W. schreit nach mir und befiehlt mich an seine Seite, da die Ausfälle sich nun häufen.
Ich erhalte den Auftrag die restlichen Häuser zu nehmen, im letzten wird noch ein feindlicher Schütze gemeldet. Unter Deckung FR W. an das Haus heran und mit Feuerstoß durch die Türöffnung gehalten. Der Feind liegt tot dahinter, ich muß nachladen. Durch mein Vorgehen bin ich nun auf der rechten Angriffsseite gelandet und gehe nun mit K. überschlagend vor bis zum Blaubach.
Dabei kann ich eine Klappfallscheibe neben dem letzten Haus am Bach bekämpfen. Wir erhalten den Auftrag den Graben dahinter zu gewinnen und zu halten, dabei erfolgt keine Feindberührung mehr. Habe eh nur noch 5 Schuß Munition. Übungsende 1003 und ich habe überlebt.
Auf dem Rückweg zur Basis und zur Besprechung durch H G. am Sandkasten (1020-1055). Das war der bisher beste Durchgang mit gestern. Nach einem kleinen Imbiß geht es ab 1120 mit L A. im TPz weiter. Wir sitzen auf und fahren 5min durch die Pampa und wieder ab.
Lage:
TPz hat bei einer L-Kreuzung Minensperre aufgeklärt und setzt zurück um den Schützentrupp zu entlassen. Dieser setzt nach rechts ab um das Waldstück zu durchkämmen.
Wir üben langsam das Einsteigen (6-5-4-3-2-1), ich bin letzter Mann. Nach dem Absitzen bilden wir das Schützenrudel am Waldrand und sitzen wieder auf und nochmal.
Dann noch ein Durchgang mit 5 Kameraden vom UstgBtl Eins 1 und mir. Dazu gehen wir noch 50m im Schützenrudel durch den Wald zur gedachten Minensperre vor. Dann erhalte ich als äußerster Mann am Wegesrand den Auftrag den TPz heranzuholen und sitzen dann geschlossen auf, Türen schließen und verriegeln und rückwärts zurück.
Die Zeit wir knapp (1155) und so fahren wir zum Verpflegungsempfang zurück zur Basis (1205). Abgabe AGDUS, Batterien und Waffe. Etwas trinken und warten auf das Ende der Abschlußbesprechung 2. Rennen und Verpflegungsempfang. Wetter sonnig und warm. Verpflegen von 1230-1300.
Ich melde mich zum Abbaukommando bei SU H. und mit zwei weiteren Kameraden. Wir bauen die Tarnnetze ab, während das letzte Rennen läuft und verstauen diese in ihre Hüllen (-1345). Nach Ende letztes Rennen und Rückkehr der TPz (1405) Munreste (Zerfallgurte und Messinghülsen) auf der Waldkampfbahn einsammeln bis 1500. Antreten 1515 und Abfahrt zur Kaserne 1530.
Dort Ankunft 1545 bei 27,5°C. Gerödel auf Stube bringen, Gesicht abschminken und Fahrzeug zum Parkplatz bringen (1600). Im Flur 1.OG werden die MGs gereinigt, bin beim ersten Schwung zum Abendverpflegen (1620-1655) und übernehme nach Rückkehr die Waffenwache und reinige weiter (bei Marschmusik). Nach den MGs wird die eigene Waffe gereinigt. Kaum auf Stube zurück Antreten Charliezug mit Dienstschluß 1900. Gleich nach Betreten meiner Stube erhalte ich einen Anruf auf Handy von SU H. mit der Anweisung jetzt sofort zur Einweisungs- und Überprüfungsfahrt mit dem Toyota Landcruiser bei HFw K. vor dem Block anzutreten.
Gesagt getan. Fahre mit meinem Fahrlehrer zum Lager Rieth zur Kfz-Geländefahrbahn (1905). Dort muß ich bei jetzt schon einbrechender Dunkelheit rückwärts in eine vorbereitete Stellung fahren, einen Stangenwald durchqueren und andere Herausforderungen wie Wellenbahn, Geröllstrecke, Knüppeldamm, Gleisüberquerung schräg, Schrägbahn, Bombentrichter klein und groß und Stegbrücke meistern.
Das Schlammloch lassen wir aus, da die Differentialsperre an diesem Fahrzeug defekt ist und einer meiner Vorgänger die Tage vorher schon rausgezogen werden mußte. Bei dem schlechten Handyempfang und der Dunkelheit wollen wir lieber nichts riskieren.
Es macht Spaß mit dem Fahrzeug über die Sandwege zu heizen, aber es strengt doch an und ich werde langsam müde. Nach 108km Nachtfahrt (zurück Richtung Anklam) kommen wir um 2200 bei klarem Himmel und noch 18°C in der Kaserne an. Richte mir frische Klamotten für morgen her und gehe Duschen bis 2300. Im Bett 2315.

12. Tag, Donnerstag, 20.09.2018:
Aufstehen 0545. Waschen, rasieren und frische Sachen angezogen. Mit N. und B. zum Frühstück (0625). Über den Parkplatz zurück und 8-Sitzer geholt (0700). Um 0733 ist Antreten.
Heute geht es mit dem Charliezug zur Kürassierkaserne (0745) zur Unterrichtung Ladungssicherung bei HFw K.. Der Unterricht beginnt um 0800 im U-Raum von der 1./411 mit der Aushändigung der Taschenkarte "Grundlagen der Ladungssicherung". Zu Anfangs wird eine Auswahl an Gesetzen, Vorschriften, Begriffsbestimmungen (Beförderer, Absender, Halter, Verlader etc.) und der Bußgeldkatalog, der auch für die Bw gültig ist, präsentiert. Weitere Themen sind die Pflichten und die Verantwortung des Fahrers für Betriebs-, Beförderungs- und Verkehrssicherheit.
Weiter geht es mit den Methoden der Ladungssicherung bis 1100. Dann fahre ich 2 Kameraden von UstgBtl Eins 1 zurück in die Greifenkaserne. Nach Rückkehr zur Kürassierkaserne fahre ich in den T-Bereich, wo ich mein ziviles Leihfahrzeug aussaugen und abkärchern kann (1120). Nach Rücksprache mit dem Waschanlagenverantwortlichen darf ich mein Fahrzeug doch durch die Waschstraße fahren (1130). In der Greifenkaserne (1200) geht es gleich zum Verpflegungsempfang in der Truppenküche, da wir schon um 1300 zum Unterricht zurück sein müssen.
Das Thema sind nun Befestigungsmittel (Zurrgurte). Der Anforderer muß die Ladungssicherungsmittel vom Fuhrpark anfordern. Der Zustand der Gurte, etc. ist zu kontrollieren und die Etiketten zu überprüfen (1Jahr). Für 8-Sitzer gibt es den Ladungssicherungssatz, für die Pritsche steht eine Teleskopstange mit Netz mit 6 Gurten und einem zusätzlichen Erweiterungsnetz zur Verfügung. Haken sind von der Ladung weg einzuhaken. Fragen bis 1430. Nach Teilnahmeunterschrift erfolgt der Einkleber im Fahrtennachweisheft (1445).
Die Kameraden bringe ich wieder in die Greifenkaserne zurück um gleich mit SFw M. mit zwei Fahrzeugen zum Tanken bei der HEM Tankstelle in Torgelow (1500) zu fahren. Nach meiner Rückkehr wische ich mit S. die Fahrzeuge feucht heraus bei 29°C. Das Fahrzeug stelle ich am Parkplatz mit 47km Tagesleistung ab und fahre 1545 bei SU H. im anderen 8-Sitzer mit zur Tankstelle, da dieser dort noch nie war.
Dort tanken, aussaugen und in der Waschanlage waschen, was länger dauert, da noch Zivilisten vor uns dran sind. Erst um 1630 sind wir daher zurück am Block, wo ich noch ein Fahrzeug zum Parkplatz bringen darf bevor ich nun meine Sachen anfangen kann zu erledigen.
Das heißt konkret das Packen der Ausrüstung, im Putzraum an der Stiefelwaschstation, diese naß säubern, Überstunden erfassen und die Tageskilometer ergänzen und zusammenzählen.
Um kurz vor 1800 ist Kompanieantreten, wo L S. zum OL befördert, eine ATN-PzGren an K., zwei förmliche Anerkennungen für SU N. und SFw M. und unsere MILAN-ATN-Verleihung an unseren MILAN-Zug anstehen.
Für unseren Zugführer haben wir vom MILAN-Zug im Anschluß vor versammelter Kompanie noch eine besondere Ehrung in Absprache mit dem KpChef H M. vorgesehen und überreichen durch U B. und mich SFw M. als Zeichen unserer Wertschätzung und Dankbarkeit einen gut gefüllten Freßkorb und ein von allen Teilnehmer unterschriebenes Gruppenfoto vor TPz unter Glas.
SFw M. ist sichtlich gerührt und erwähnt nochmals lobend unsere Leistungen bei der Abschlußprüfung MILAN. Danach Wegtreten und die Urkunde auf Stube verbracht. Wir sind entlassen zum Bataillonsabend am Grillplatz, wo uns ein leckeres Abendessen erwartet.
Bei angenehmer Unterhaltung mit den Kameraden, gutem Essen und zwei Flaschen Oktoberfestbier, setze ich mich noch an das Lagerfeuer zum Aufwärmen und verlasse die Veranstaltung gegen 2200. Zum Duschen und um 2315 ins Bett.

13. Tag, Freitag, 21.09.2018, letzter Tag:
Aufstehen 0545. Waschen, Anziehen, Bett abziehen, Spind ausräumen. Mit N. zur Küche, wo wir 20min in der Schlange warten müssen. Zurück an der Unterkunft um 0710.
Auf Stube Mehrarbeitsvergütung vorausfüllen. Um 0730 Antreten des Charliezugs zur gemeinsamen Ausfüllen des Überstundenformblatts (82h≈902€). Nach meiner Rückkehr fege ich mit B. die Stube raus und wische mit diesem diese auch naß für die Abnahme.
Ich schleuse um 0850 vorne im ehemaligen KpFü-Raum, wo nun das Kaderpersonal sich breit gemacht hat aus. Weil ich grade den TStOffz OLT S. antreffe, laße ich mir gleich meine km im Fahrtenbuch gegenzeichnen. Gebe bei meinem Zugführer meine MILAN-CD ab.
Wie ich nach meinem Fegen des oberen hinteren Flurs den Müll raustrage werde ich von SFw M. für eine zusätzliche Arbeit abgefangen. Wir sollen nun noch zwei Widder zum Waschen und Tanken bringen.
Mit diesen beiden 2 Fahrzeugen und 4 Mann geht es zur Kürassierkaserne um 0945 zur Waschanlage und zum Aussaugen. Noch zum Tanken nach Torgelow und um 1030 zurück in der Kaserne. Der Widder wird noch kurz rausgewischt und von mir zum Fuhrparkservice gebracht (1055). Dort Warten zur Übergabe an OTL S, um 1100, SFw H, bringt mich dann im Widder zur LHBw.
Dort erhalte ich endlich einen Satz Sportbekleidung (1115-1140). Ich laufe mit den Klamotten zurück zur Kaserne, wo ich gerade die Sachen in meinen vor dem Block liegenden Rucksack verpacken kann, da schon Antreten befohlen wird.
Um 1200 ist Dienstschluß, für ein Abschlußfoto MILAN-Zug bleibt keine Zeit, da SFw M. zu einer Zugführerbesprechung abgerufen wird und wir Bahnfahrer schleunigst zur Bahn müssen.
Es bleibt eine schnelle Verabschiedung, hastiges Aufladen der Gepäckstücke auf die zwei vorhandenen Fahrzeuge, Aufsitzen und Abfahrt nach Pasewalk zum Bahnhof bei noch warmen, teils bewölktem und windigem Wetter.
Den Bahnhof erreichen wir rechtzeitig und können so ohne Hast in den ICE1713. Die Freude ist leider getrübt, da der Zug einen unplanmäßigen Aufenthalt von 1 Stunde in Berlin Hbf hat. Durch die Ankoppelung eines verspäteten Zugteils (39min), werde ich meinen Anschlußzug nicht mehr erreichen.
Auf der Fahrt zieht es ab Leipzig zu und bei Erfurt fängt es zu regnen an. Die ganzen Felder und Äcker sind trocken und verbrannt, nur die Bäume sind grün. Der ICE881 fährt von Nürnberg ohne Verzögerung ab und so bin ich um 1920 in Ingolstadt Hbf.

Wolfgang Reitzer, OSG d. Reserve




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