Ausbildung zum PzAbwschütze MILAN Teil 2 - Kreisgruppe Oberbayern Nord

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Ausbildung zum PzAbwschütze MILAN Teil 2
beim PzGrenBtl 908 in Torgelow 04.05. - 06.05.2018

1. Tag, Freitag, 04.05.2018:
In Ingolstadt hat es 14°C und es ist bewölkt. Noch sich schnell beim Bäcker ein paar belegte Semmeln besorgt, dann geht es zum Bahnsteig 4, wo der ICE 1582/1682 pünktlich ein- und um 0757 auch abfährt.
Das Wetter wird im Norden wolkenloser und schöner. Kassel-Wilhelmshöhe erreiche ich um 1034 bei schönstem Sonnenschein und 13°C. Mit dem Regionalzug fahre ich um 1102 ab und steige um 1200 in Altenbeken (15°C und sonnig) aus. Auf der Fahrt dorthin führe ich mir noch einmal meine MILAN-Schulungsunterlagen zu Gemüte.
Der Zug Richtung Bielefeld steht schon bereit und fährt um 1213 ab. Verleibe mir mein mitgebrachtes Mittagsmahl ein und lese noch etwas. K. hat über Whatsapp angekündigt mich vom Bahnhof Detmold abzuholen, das läuft ja heute wie geschmiert. Dort um 1245 muß ich mich erst am Bahnhofsvorplatz orientieren, da ich K. mit seinem roten Privat-Kfz erwarte. Stattdessen winken weiter hinten mehrere dunkle Gestalten im Schatten bei den Parkplätzen und nun ist klar, K. ist KvD und holt mit einem MB Vito die Kameraden und mich ab. Ich bin der letzte auf den noch gewartet wurde und so kann es gleich nach meinem Einsteigen Richtung Augustdorf losgehen.
Die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne erreichen wir gegen 1300 (16°C, sonnig und warm) und fahren zu dem mir seit den letzten Übungen bereits bekannten Block. Die Stube 202 im 1.OG teile ich mit den Kameraden FJ L., N. und H. Außer FJ L. und mir ist noch kein weiterer Stubenkamerad zugegen und so herrscht freie Platzwahl. Ich beziehe mein Bett und räume meinen Spind bis 1330 ein.
Mit FJ L. mache ich mich dann zum Einschleusen (-1410) auf, welches sich wie üblich im angegliederten U-Raumgebäude befindet. Nach erfolgreicher Prozedur studieren wir beide den ausgehängten Dienstplan und begeben uns danach zurück auf Stube, da der Spieß den Auftrag hat herumlungernde Soldaten zu verscheuchen bzw. mit Aufträgen zu versehen. Meine beiden anderen Stubenkameraden sind mittlerweile frisch eingetroffen.
Von SFw B. erhalte ich den Auftrag K., der als MKF für den Marder eingeteilt ist, zu suchen und zur Schlepphalle zu schicken. Ich treffe K. in seiner Stube 310 an, teile ihm seinen Auftrag mit und gehe dann zurück auf meine Stube.
Wegen Unstimmigkeiten im Dienstplan zum weiteren Ablauf suche ich meinen Zugführer SFw M. in seiner Stube im 2.OG auf und frage nach (1615). Bereitwillig erklärt mir dieser die Änderungen, die sich aufgrund des Ausfalls von Bedienpersonal ergeben hätten. Es soll nun im Anschluß um 1630 das Antreten für den Bravozug erfolgen, der zugleich den kompletten Ausbildungsgang MILAN darstellt.
Die heutige Ausbildung soll bis 2200 dauern. Zuerst erfolgt die Abendverpflegung im U-Raum und ich kann die Zeit vor dem gemeinsamen Bataillonsantreten um 1755 nutzen um mit den Kameraden zu ratschen. Das Antreten erfolgt wie hier üblich auf dem Grün hinter dem Gebäude, ich muß dazu noch mein Barett gegen die befohlene Feldmütze tauschen, komme aber noch rechtzeitig.
Nach dem Begrüßungsantreten legen wir den Gefechtsanzug an und sammeln uns vor der Waffenkammer im EG und nehmen 4 Transport- und Lagerbehälter MILAN (TULBEH) mit den dazugehörigen Wärmebildgeräten, Stromversorgungseinheiten (SVE1), Batterien und Dreibeinen mit nach draußen.
Die Entscheidung wird gefällt die Ausrüstung ohne Fahrzeug zum vorgesehenen Ausbildungsort am SIM-Zentrum per Hand zu tragen. Der Weg beträgt ca. 585m, das Gewicht der beladenen TULBEH ca. 35 kg. Da der Behälter nur Tragegriffe für eine Hand aufweist, müssen auf dem Weg zum Ziel mehrmals die Seiten und die Träger gewechselt werden. Bei der Ankunft dort um 1830 sind wir schon leicht warm geworden, können aber die Zeit in der Verbindung zur SIM-Zentrumleitung aufgenommen wird als Pause nutzen (-1855).
Mit der kompletten Ausrüstung wird sodann in das Gebäude eingerückt und in den 1. Stock verlegt, wo SFw N. Vortrag über die Waffe bis 2005 hält. Im Anschluß geht es nach draußen auf die Wiese vor dem Gebäude. Hier wird nun, auf drei Gruppen aufgeteilt, das Auf- und Abbauen der Waffe geübt. Ich trainiere zusammen mit FJ L., SU W., SU H. und U G. bis 2115.
Dann wird abgebaut, aufgeräumt und um 2130 angetreten und zur Kompanie zurückmarschiert (2145). Dieses Mal wird die Ausrüstung auf die Pritsche verladen und nach der Ankunft (2200) abgeladen und in die Waffenkammer verbracht. Die am Eingang bereitgestellten Reste des Abendessens bestehend aus verpacktem Brot, Wurst und Käse werden von uns begeistert angenommen und auf den Stuben bei der Nachbereitung mit Heißhunger verzehrt.
Dienstunterbrechung gegen 2215. Noch schnell in die Dusche und Nachtruhe ab 2318.

2. Tag, Samstag, 05.05.2018:
Ich stehe als Zweiter kurz vor 0600 auf. Nach der Morgentoilette zurück auf Stube ankleiden und Bettenbau.
Unsere Stube fährt gegen 0640 mit Privat-PKW zur Küche, die am Wochenende schon geöffnet hat, und um 0730 wieder zurück zur Kompanie.
Kurz vor 0800 versammeln wir uns vor der WaKa, nehmen die Ausrüstung auf, verladen diese auf die Pritsche, treten um 0805 an (MILAN-Zug) und marschieren geschlossen zum SIM-Zentrum (0815). Nach einer Pause werden die Stationen auf der Wiese bis 0845 aufgebaut. Danach wird zur Sicherheits- und Bedieneinweisung (0850-0915) in das AGPG (Ausbildungsgerät Panzergrenadierzug) unter Leitung SFw S. verlegt. Dieses befindet sich in drei Containern, 2 bilden die beiden Gruppenfahrzeuge A1 und A3 eines PzGrenzugs mit MILAN ab, der dritte ist die OPZ mit Bestuhlung als Unterrichtsraum.
Die Lage stellt sich wie folgt dar: Im Anmarsch auf die eigene Position befindliche, gepanzerte Feindkräfte sind zu beobachten und ggf. auszuschalten. Die Ausbildung PzGrenBtl 908 wird weiter fortgeführt, dazu sichert der Bravo-/MILAN-Zug die anderen Teile 908. Es gilt Feuervorbehalt.
Meine Gruppe, bestehend aus SFw G., U E., U G., S. und S. beginnt ab 0915 als erste mit der Simulation. Die beiden Letztgenannten besetzen die zwei Simulatoren, während der Rest die Übungseinspielungen auf der Projektionswand mitverfolgt.
Von 1015-1030 darf ich als nächster schießen. Ich habe massive Probleme mit der Funkverbindung, die auch schon mein Vorgänger zu beklagen hatte. Ich habe Glück und mit dem letzten Ruck gelingt mir der Treffer.
Nach mir wird auf den Einsatz der Sprechhaube und so auf den Funk komplett verzichtet. Erst kommen die anderen dran, dann ich wieder nach E., der drei Fehlschüsse hatte und wir draußen jedes Mal mitgefiebert hatten.
Stehende Ziele sind kein Problem, da bleibt Zeit zum Nachjustieren, aber fahrende Ziele sind echt schwierig. Ich kann drei fahrende Panzer erledigen, dazu bringe und halte ich das Ziel im Fadenkreuz (1115). Danach erfolgt Übungsabbruch wegen der Mittagspause von 1130-1230.
Als Fahrer übernehme ich von U L. die Pritsche und bringe die Kameraden zur Küche. Leichter Streß für mich, da ich zweimal fahren muß und so weniger Zeit für mein Essen bleibt. Nehme daher nur das Hauptgericht und die Suppe aufs Tablett um Zeit zu sparen. Ich beeile mich jedoch vorschnell, da nun SFw N. die beiden Waffenwachen U L. und B. durch OL K. und L H. ablöst. Jedoch muß ich nach dem Essen noch die Teile PzGren-Zug von HFw A. zu ihrer Station an der Südwache zurückbringen.
Aber zuerst bringe ich den MILAN-Kurs zum SIM-Zentrum zurück. Dort gibt mir der Spieß noch den Zusatzauftrag auf der Rückfahrt vom PzGren-Zug bei der Kompanie vorbeizufahren und zwei Biertische aus dem U-Raum mitzunehmen, die für die Essensausgabe am Abend benötigt werden. Die Mittagspause fällt also für mich flach. Also zurück zur Küche und den ersten Schwung von A´s Mannen zur SPz-Station gebracht.
Bei der Küche die restlichen Kameraden aufgenommen und zurückgebracht. Nehme Soldaten mit Gerödel und Waffen mit, die zum Simulator müssen, lade dabei bei der Kompanie die Biertische auf und auf geht es zum SIM-Zentrum.
Um 1300 melde ich mich im Simulator zurück und erledige als Letzter meine Übung erfolgreich um 1410 (ein Fehlschuß beim Zielwechsel). Meine Gruppe findet sich sodann auf der Wiese bei L H. bei der Schießlehre um 1420 ein. Draußen herrscht schönstes Wetter bei leichter Prise bei 20°C. Ein kleine Vorübung (Auf- und Abbau) bereitet uns auf die nächste Station PzAbwtrp bei SU M. um 1445 vor.
Der Panzerabwehrtrupp besteht aus drei Soldaten (SFw(w) G., U E. und mir). Weil die AGDUS-Milan nicht getragen werden darf, ist bereits in der Haupt- und der Ausweichstellung eine Waffe vollständig aufgebaut. E. gibt den TrpFhr, G. ist Lade- und ich Richtschütze. Ich habe die Hauptlast zu tragen (Waffenoberteil, SVE1 und MIRA-Koffer), wobei noch das G36 mitzuführen ist. Die Lenkflugkörper liegen in der Stellung und sind nicht mitzuführen.
E. führt uns durchs Unterholz in die Nähe der Hauptstellung (ca. 105m), wo wir in gedeckter Stellung die Waffe soweit zusammensetzen und anschließen. Dann rücken wir in die Hauptstellung vor (nochmal 75m). Dort stellen wir die Waffe auf und ich richte auf eine Panzerscheibe in ca. 290m Entfernung an der Ecke einer Halle an. Dazu nutzen wir die bereits aufgebaute AGDUS-MILAN. Leider missverstehe ich den Haltepunkt, den M. mir gegeben hat und so schieße ich drüber.
Wir sind nun aufgeklärt, müssen abbauen und in die Wechselstellung nach vorne (60m). Auftretender Schützen- und sich nähernder Panzerfeind setzen uns beim Aufbau der Waffe unter Zeitdruck. Einsetzen des LFKs und Anvisieren des Gegners, Feuer, verfehlt und geschwind abgebaut und zurückgerödelt. An der Ausgangsstation bin ich völlig ausgepumpt und durchgeschwitzt, meinen beiden Kameraden geht es ähnlich.
Der Durchgang hat gerade mal eine halbe Stunde gedauert. Bei der Hitze ölen wir so richtig. SU M. läßt uns erst pausieren und was trinken, bevor er zu seiner Manöverkritik ansetzt. Lobend erwähnt er dabei unsere Zügigkeit und Koordination beim Auf- und Abbau der Waffe. Für den zweiten Durchgang wechseln E. und ich die Positionen. G. bleibt Ladeschütze. Führe die Gruppe zuerst nur zur Wechselstellung und nach Hinweis von M. weiter bis zur Hauptstellung und zurück. Sichere die Kameraden bei ihrer Tätigkeit und nehme auf den letzten 30m E. seine Last ab, da er völlig ausgepumpt ist. Es gibt keinen dritten Durchgang mehr (1545).
Ab 1600 sind wir wieder bei L H., der die MILAN den Hauptleuten K. und M. vorstellt (-1615). Im Anschluß darf uns SFw G. ihr erlangtes Wissen über die MILAN beim Auf- und Abbauen vorführen, als gerade der Bataillonskommandeur OLT D. unsere nebeneinander liegenden Stationen besucht (-1645). Das Hauptaugenmerk der Bataillonsführung liegt jedoch auf dem drillmäßig vorgetragenem Auf- und Abbau durch die Kameraden U L. und B. auf der Nachbarstation.
Das Abendessen wird um 1700 ausgegeben und von uns im Aufenthaltsraum im 1.OG eingenommen. Ab 1730 nehme ich mit U G. die MILAN-Wache für eine halbe Stunde ein.
Unter Leitung von Hilfsausbilder K. erfolgt dann ein Wettkampf zwischen der Gruppe U G./SU H. und SFw G. und mir. Ziel ist Schnelligkeit. Dazu soll die Waffe 10m vorgetragen und zusammengebaut werden. Zuerst sieht es aus als ob die andere Gruppe schneller wäre, aber unsere Prämisse alles in Ruhe und sicher auszuführen, bringt uns den Sieg. Nicht schnell, aber konzentriert, setzt G. die Waffenteile zusammen, während ich die Batterie in die SVE1 einbaue und dann an die Waffe anschließe. Unsere Konkurrenten verheddern sich beim Anschließen  der Batterie in der SVE1.
Danach sind andere Gruppen bis 1900 dran. Übe alleine an der MILAN bis zum allgemeinen Abbau um 1930. Mit der Pritsche fahre ich zur Kompanie zurück (2000) und helfe dort diese abzuladen und die Gerätschaften in die WaKa zu verbringen (bis 2030). Der Rest des Zuges ist mittlerweile eingetroffen und gibt die G36 ab.
Verfügungszeit bis zum Abschlußantreten meines Zuges im Flur 1.OG um 2215. Der morgige Ablauf und die jeweilige Einteilung der Arbeiten wird besprochen und SFw M. gibt zu jedem MILAN-Schützen eine Bewertung heraus, dann ist Dienstschluß. Ich richte meine Wechselklamotten her bevor es zum Duschen geht. Im Bett 2330.

3. Tag, Sonntag, 06.05.2018:
Aufstehen um 0500. Toilette, Waschraum und Klamotten zusammenpacken, Spind ausräumen und Bett abziehen.
Antreten im Flur 0600. Als MKFzbV bin ich zur Unterstützung vom TStOffz OLT S. abgestellt, da ich diesen jedoch nicht antreffe, gehe ich zur WaKa um die Kameraden beim Empfang und der Reinigung der Waffen zu unterstützen. Von L D. erhalte ich den Auftrag MKF K. beim Ausbau der Waffenanlage SPz Marder in der Schlepphalle zu unterstützen.
Um 0700 wird vor dem Block noch einmal angetreten und die Kameraden auf die Fahrzeuge verteilt um zur Truppenküche zum Frühstücksempfang zu gelangen. OLT S. ist noch nicht anzutreffen.
Frühstück von 0705-0735 und zurück zur Kompanie im Fahrzeug. Nun endlich kann ich mit OLT S. Kontakt aufnehmen und übernehme von SFw N. einen 8-Sitzer Peugeot Trafic (0800). Zusammen mit K., fahren OLT S. und ich um 0830 zu dritt die zwei 8-Sitzer Peugeot Trafic zum Tanken aus der Kaserne.
Die Tankstelle befindet sich nach der Hauptwachenausfahrt links nach 350m auf der rechten Seite. Die Waschanlage können wir am Sonntag aus Lärmschutzgründen nicht benutzen und so bleibt uns nur das Tanken (16,60l Diesel). Um 0930 sind wir wieder an der Kompanie zurück. Einen weiten Weg nach Bielefeld nur zum Waschen zu fahren macht keinen Sinn. OLT S. wir dies wohl am morgigen Montag im Zuge des Nachkommandos erledigen müssen.
Nur kurz auf Stube und schon sucht U E. vier Freiwillige für den Spieß. S., H., E. und ich melden uns daher beim Spieß, der uns den Auftrag gibt die Sanitäranlagen im 1. und 2.OG zu reinigen, den U-Raum herzurichten und den Flur 2.OG zu wischen (0945-1030). Mit S. reinige ich im 2.OG den Waschraum, mit SFw N. die Toiletten. Bei der Abnahme durch den Spieß müssen nur noch die Armaturen ein bisschen nachgereinigt werden, dann paßt es.
Ich stelle mich in die Reihe zum Ausschleusen an und bin gleich dran, da ich nur meine Wehrdienstzeitbescheinigung erhalte (1035). Die Zeit bis zum Antreten um 1145 überbrücke ich draußen bei warmen, sonnigen  18°C im überdachten Gang zum U-Raumnebengebäude mit Unterhaltung mit den Kameraden. Dabei erhalte ich von K. das Angebot HFw H. und mich direkt bis Kassel-Wilhelmshöhe mit seinem Auto mitzunehmen. Eingedenk des Schienenersatzverkehrs und der längeren Wartezeiten auf die Anschlußzüge sagen wir beiden natürlich dankend zu.
Das Antreten auf dem Grün hinter dem Gebäude vollzieht sich kurz und bündig und ist nach 15min beendet. Nach dem gemeinsamen Abschiednehmen von den Kameraden sitzen wir bei K. auf und verlassen die Kaserne Richtung Kassel. Den Bahnhof Wilhelmshöhe erreichen wir gegen 1331, wo wir uns zuerst verpflegen und dann auf den Zug Richtung München warten. Der Zug fährt um 1435 los und Ingolstadt Hbf erreiche ich gegen 1700.

Wolfgang Reitzer, OSG d. Reserve




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