Ausbildung zum PzAbwschützen MILAN Teil 1 - Kreisgruppe Oberbayern Nord

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Berichte
Ausbildung zum PzAbwschützen MILAN Teil 1
beim PzGrenBtl 908 in Torgelow 14.03. - 20.03.2018

1. Tag, Mittwoch, 14.03.2018:
Unerwartet wurde ich auch zum Vor- und Nachkommando hinzugezogen. Mit dem RE 4010 fahre ich um 0808 von Ingolstadt Nord nach Nürnberg Hbf. Hier habe ich einen längeren Zwischenaufenthalt, da viele ICE nicht in Ingolstadt halten und ich gezwungen bin über Nürnberg eine schnellere Verbindung zu erwischen.
Um 1008 geht es mit dem ICE 1712 mit Fahrtziel Ostseebad Binz direkt weiter nach Pasewalk. Da es mir nicht möglich war eine Reservierung für die erste Klasse zu buchen, steige ich gleich in die nächste zweite Klasse ein. Weil der Zug aus zwei Zugteilen besteht, die in Berlin Hbf getrennt werden und ich in dem falschen Zugteil nach Hamburg sitze, muß ich in Berlin in den anderen Zugteil überwechseln. Kaum habe ich in der dortigen ersten Klasse einen Platz gefunden, folgt mir auf dem Fuße der Spieß SFw K. und ich verbringe mit diesem zusammen die restliche Fahrt nach Pasewalk.
Den Bahnhof Pasewalk erreichen wir gegen 1530. Der Spieß spricht mir aus der Seele, wie er nach dem Aussteigen aus dem Zug den Spruch "Endlich zu Hause" anbringt. Unser KvD trifft erst um 1555 am Bahnhofsvorplatz ein um uns aufzunehmen. Die Kameraden sind gerade selbst angekommen und haben in der Kaserne noch Fahrzeuge übernehmen müssen, deshalb der Zeitverzug. Nach einem Abstecher zur Kürassierkaserne (1615) in Viereck sind wir endlich um 1630 in der Greifenkaserne angelangt.
Wir werden zum Block 22A gebracht, da das Kaderpersonal den zuerst angekommenen Kameraden diese Unterkunft zugewiesen hat. Sehr zum Verdruß vom Spieß, sollte er doch den Block 30 übernehmen. Egal, jetzt erstmal rein und die anwesenden 5 Kameraden begrüßen. Weil ich mich gerade unterhalte und sich alle anwesenden Kameraden auf die Frage vom Spieß wegducken, erhalte ich so den Auftrag die beiden Offiziere H L. und L D. um 1717 vom Bahnhof abzuholen. Dazu muß ich nun sofort verpflegen, sonst komme ich zu spät.
Nach dem Verpflegen (1645-1705) eile ich zurück zum Block, hole mir die Fahrzeugschlüssel vom MB Vito 8-Sitzer und fahre nach Ausfüllen des Fahrbefehls los. Am Bahnhof stehen die beiden Offiziere abholbereit wie ich dort eintreffe. Da es für eine Verpflegung in der Kaserne bereits zu spät ist, bringe ich diese zu einer Dönerbude in Pasewalk. Zurück in der Greifenkaserne um 1830, kann ich den Fahrbefehl für heute abschließen.
Treffe vor dem Gebäude noch H B., den ich auch schon lange nicht mehr gesehen habe. Draußen hat es mittlerweile eine Temperatur von 1,5°C. Nun kann ich mich um eine Stube kümmern. In dem Block bleiben wir nur eine Nacht, dann ziehen wir in das Gebäude 30 um. Alle Mannschaftsstuben sind vollzählig belegt und um keine zusätzliche Stube zu benutzen, kann ich in der Offiziersstube 110 nächtigen.
Von 1910 bis 1950 findet auf unserer Stube eine Besprechung mit allen 12 Teilnehmern des Vorkommandos statt.
Mit den Kameraden auf Stube bis zum Schluß um 2250 unterhalten. Im Bett 2320.

2. Tag, Donnerstag, 15.03.2018:
Ich stehe um 0530 alleine auf. Mit SFw(w) G. zum Essen um 0555-0630, von dort mit zwei Kameraden zurück. Auf Stube vorsichtshalber Kälteschutz rausgeholt, Bett gebaut und Klamotten zusammengepackt (0700).
Besorge mir die Fahrzeugunterlagen bei U L., fülle den Fahrbefehl schon mal aus und bereite das Fahrzeug für die Abfahrt vor. Wir fahren um 0745 los nach Viereck zur 2./PzGrenBtl 411 (0800).
Nach Erhalt neuer Befehle bringe ich die Kameraden in den T-Bereich zu den Schlepphallen und bringe OTL S. zurück zur 2./411.
Die Offiziere fahre ich zum Stab und mit OTL S. weiter zur 3./411 wegen der Abklärung Übernahme Kfz. Dort erwartet uns bereits ein Dämpfer: die Fahrzeuge sind laut Anforderung erst für morgen zuteilbar und heute für Ausbildung gebucht. So wird es für unsere geplante Erkundung des Übungsgeländes nichts mehr. Auf Nachfrage können wir evtl. auf eine Übernahme nach Ende der heutigen Ausbildung gegen 1500-1530 hoffen, aber versprochen werden kann es nicht.
Mit diesem Ergebnis kehren wir zum Stab zurück (0845). OTL S. steigt aus, ich warte derweil im Wagen. Da die Rückkehr länger dauert als geplant, führe ich mir die Gebrauchsanleitung des Vito zu Gemüte (-0930). Ich bin nun etwas ausgekühlt und gehe ins Gebäude um dort auf die Kameraden zu warten, die um 0945 erscheinen.
Es geht zurück zur Projektkompanie (2.) und wieder warte ich im Wagen bis 1015. Die mitgebrachten Erkenntnisse sind nicht berauschend, da die bestellten 6 MILAN nicht zur Verfügung stehen. Diese werden anscheinend für die Ausbildung von Georgiern benötigt. Ersatzweise können wir möglicherweise 2 AGDUS-MILAN erhalten. Besser als gar nichts.
Fahren zu den SPz unter den Schlepphallen und koppeln dort mit den Kameraden. Wir nehmen den Ausbildungsleiter MILAN HFw C. zum Empfang der Übungswaffen bei der 1./411 mit (1025). Ich setze die Hauptleute beim Stab ab und fahre mit OLT S. und HFw C. in die Greifenkaserne zurück.
Nach kurzem Halt vor unserem Block fahren wir weiter nach Torgelow in die Ferdinand-von-Schill-Kaserne zum Stab JgBtl 413 zwecks Beschaffung MILAN (1100). In der Greifenkaserne Mittagessen von 1145-1215.
Vor der anberaumten Besprechung um 1230 in unserer Stube ziehe ich noch das Bettzeug ab. Es folgt zuerst die Besprechung und Diskussion mit dem Rechnungsführer (ReFü) HFw M. bis 1300. Nach Entlassung des ReFüs werden die anstehenden Punkte besprochen.
Nach der Besprechung um 1330 mit L. und der Pritsche zum Block 30A zum Ausladen und Rückkehr zu Gebäude 22. Hier Übernahme Pritsche für die Abholung der MILAN und Ausrüstung (1345). Mit der Pritsche zur 2./411 in die Kürassierkaserne (1400), hier Aufladen von Material um 1430, dann zur 1./411 zur Übernahme 2 AGDUS-MILAN mit 2 AGDUS-Lenkflugkörpern und 2 AGDUS-Pzfst 3.
Zurück in der Greifenkaserne laden wir die Pritsche vor dem Gebäude 30A ab (1530). L. übernimmt die Pritsche und wir holen zusammen mit OLT S. U L. im T-Bereich bei den Mardern ab und fahren gemeinsam zur Kürassierkaserne um dort bei der 3./411 drei Fahrzeuge zu übernehmen.
L. setzt uns dort ab und OLT S. übernimmt den MB Greenliner, U L. den Nissan Pathfinder und ich den VW Widder (1600-1620). In der Greifenkaserne zurück, finde ich vor dem Block keinen Parkplatz mehr und drehe eine Runde um das Fahrzeug auf dem Querparkplatz zu parken (1645). Dabei halte ich kurz am Bataillonskeller (Geb. 33) und helfe den Kameraden OFw A., SU M. und L. beim Aufladen der Pritsche.
Zusammen mit OTL S. gehe ich zum Block 22A zurück und hole mein Gerödel ab. Im Block 30B muß ich auf meinen Stubenkameraden H. warten, da dieser den Stubenschlüssel für Stube 129 mitgenommen hat. Bis dieser zurück ist bekomme ich Asyl bei HFw C. auf dessen Stube 119. Endlich taucht H. gegen 1745 auf und ich kann meine Stube und mein Bett beziehen (-1815). Die Stube teile ich mit drei Kameraden, wobei zwei erst morgen dazu stoßen werden.
Morgen um 0900 sollen bei 413 zwei MILAN übernommen werden, während schon um 0700 bei der 2./411 in deren Unterkunftsgebäude die Waffen empfangen werden sollen. Einschleusung hier im Block 30A ab 0800. Mittagsverpflegung wie bereits angekündigt in der Kürassierkaserne. Da die Pritsche für den Waffenempfang gebraucht wird und auch sonst dem Spieß samt Fahrer zur Verfügung stehen muß, ist aus dem 8-Sitzer Vito die Rücksitzbank auszubauen, damit die MILAN transportiert werden kann.
Ich bin als einziger Mannschafter als Fahrer zur Alten Post in Torgelow dabei, wo wir kurz nach 1930 eintreffen und um 2115 wieder in der Kaserne zurück sind. Das Essen (Zanderfilet) ist sehr gut und schmackhaft und man muß nicht lange darauf warten. Auf der Stube frische Klamotten herrichten und zum Duschen. Das Wasser ist eiskalt und daher kein Vergnügen. Im Bett 2215.

3. Tag, Freitag, 16.03.2018:
Aufstehen um 0523. Laut Handyapp sind es -1°C draußen. Wie gestern mit SFw (w) G. zur Truppenküche zum Frühstück bis 0625. Im Block zurück um 0630. Der Ostwind ist sehr unangenehm und geht durch. Ist gefühlt sehr viel kälter.
Die Fahrzeugpapiere vom Vito geholt und wegen des Rückbankausbaus die Gebrauchsanleitung konsultiert. Zu dritt ziehen L D., H B. und ich die Rückbank nach hinten aus dem Vito heraus und tragen diese ins Materiallager ins Gebäude (0715).
Ich erhalte den Auftrag zusammen mit dem Spieß in die HBG (Geb.38) zu fahren und dort Räumlichkeiten im 1.OG für eine Besprechung der OPZ herzurichten (0745-0800).
Zurück im Block wollte ich eigentlich zum Einschleusen, aber da das Kaderpersonal noch nicht hier ist gehe ich zu HFw C.. Mit diesem fahre ich zwecks Übernahme der MILAN beim JgBtl 413 um 0840 zur Ferdinand-von-Schill-Kaserne. Bei der MatGrp übernehmen wir zwei MILAN nebst Zubehör. Die zwei TULBEHn (Transport- und Lagerbehälter für die MILAN) passen gerade so quer hinten in den Vito rein und wir fahren zurück zur Greifenkaserne (0920).
OFw A. hat in der Zwischenzeit für uns eine Waffenkammer organisieren können und so bringen wir die MILAN zum Geb. 41 in die dortige Waka. Ich fahre HFw C. zum Unterkunftsgebäude zurück.
Nun komme ich endlich dazu mich im U-Raum einzuschleusen (0945-1015), da das Kaderpersonal mittlerweile eingetroffen ist. Zum Einschießen der AGDUS-MILAN laden H. und ich diese auf den Vito und transportieren diese zum Gebäude 41, wo bereits U L. und SU M. die Handwaffen neben dem Gebäude auf der Wiese einschießen. Hier unterstützen wir die beiden Kameraden, was bei dem saukalten und beißendem Wind kein Zuckerschlecken ist. Die Handwaffen werden nach dem Einschießen wieder in die Waka verbracht, die AGDUS-MILAN vorerst auf dem Fahrzeug belassen.
Wir verlegen um 1115 zur Mittagsverpflegung in die Kürassierkaserne in Viereck (1130-1200). Ich übernehme dort den T6 von L D. und bringe einen Teil der Kameraden zurück in die Greifenkaserne (1215). Das Wetter ist sonnig, der Wind noch immer saukalt.
Es ist unklar was gemacht werden soll. Zuerst heißt es kein AGDUS-Einschießen, dann plötzlich doch. Ich soll auch noch später KvD-Aufgaben von L. übernehmen und Bahnfahrer abholen. Das AGDUS-Einschießen um 1305 fällt aus und so räume ich die Transportkisten mit H. und SU H. wieder ins Materiallager zurück (1320).
HFw C. fahre ich zum Einrüsten der Marder in den T-Bereich und helfe mit bei der Einrüstung der Waffenanlage bei dem einen A5er (1345-1405).
Im Block treffe ich M. mit seinem neuen Dienstgrad SFw an. Für H M. fahre ich Material zur OPZ (1430-1500). Kaum zurück auf Stube 129 bringt mir L. eine Liste mit den Ankunftszeiten der Bahnfahrer vorbei. Dazu muß ich gleich wieder los und hole drei Kameraden um 1530 vom Bahnhof Pasewalk ab und bin um 1600 wieder zurück.
Für meine Fahrten mit den verschiedenen Fahrzeugen muß ich mir eine Liste für den späteren Eintrag ins Fahrtennachweisheft erstellen.
Die nächste Fahrt zum Bahnhof (1655) erweist sich als umsonst, da N. den Bahnfahrer per Telefon abmeldet. Nach der Rückkehr (1745) ärgere ich mich wegen eines Zivilfahrzeugs, das mir auf den reservierten Parkplätzen den letzten Platz weggenommen hat und ich mir daher einen weiter entfernten suchen muß. Es stellt sich jedoch heraus, daß es sich um das Privat-Kfz des Kommandeurs handelt.
Kaum beim Spieß gemeldet und gerade beim Fahrbefehlabschliessen (L. übernimmt die restlichen KvD-Fahrten) kommt der Befehl zum Antreten um 1800. Dort bei sibirischem Ostwind Begrüßung der Teilnehmer und kurz Organisatorisches, dann Verpflegung aus der Tüte. Kamerad S. ist jetzt doch bei uns auf Stube und wir bis auf einen Kameraden komplett.
Um 1830 geht es schon wieder weiter für uns mit der Einweisung und Ablauf MILAN-Ausbildung im U-Raum 205 Geb. 30A, 1.OG. Der Vortrag von SFw M. dauert mit einer Pause von 1900-1930 bis 2100.
Für 2115 ist noch einmal ein Antreten draußen angesagt. Nach dem dies unserem Kommandeur zu lange dauert, gibt es einen ordentlichen und lauten Anschiß und im Laufschritt werden wir auf unsere Stuben befohlen um sogleich wieder draußen anzutreten. Es ist noch kälter und es stürmt, die gefühlte Temperatur 10° kälter. Das Antreten dauert daher nicht länger als nötig.
N. ist nach einer Odyssee endlich bei uns eingetroffen. Aus dem Raum Hannover wurde er durch die Heranziehung nach Augustdorf befohlen und nachdem dort keiner was von 908 wußte, legte er die Fahrt von dort bis Torgelow (ca. 700km) bei Regen und Schnee zurück (von 1000-2100). Unsere Stube ist nun vollzählig.
Zum Duschen, endlich mit warmen Wasser, nachdem das BwDLZ im Laufe des Vormittags auch den hinteren Gebäudeteil entsperrt hatte. Im Bett 2300.

4. Tag, Samstag, 17.03.2018:
Wach schon um 0438. Aufstehen gegen 0600. Zum Waschraum. Draußen zeigt sich zwar kein Raureif, aber es geht ein starker Wind bei -5°C. Zu viert zum Frühstück. Die Küche ist um 0645 noch versperrt, wir warten deshalb im Vorraum auf das Öffnen.
Nach dem Frühstück (0700-0715) allein zurück zum Block. Der Unterricht findet um 0800 im 1.OG Raum 220 und im Flur davor statt. Kurz davor gehe ich mit N. von unserer Stube im EG nach oben, da H. und S. nicht mehr zur Stube zurückgekommen sind. Kaum im oberen Flur angekommen, stehen schon alle angetreten bei der Vollzähligkeitskontrolle (hoppala), aber wir kommen gerade rechtzeitig zu unserer Namensnennung und reihen uns ein.
Es ergeht der Auftrag die beiden MILAN aus der Waffenkammer vom Gebäude 41B zu holen, bis ich jedoch die Fahrzeugunterlagen besorge, tragen die Kameraden diese schon per Hand herüber. So kann ich wenigstens beim Transport der AGDUS-MILAN aus dem EG ins OG tragen helfen.
Die Ausbildungsteilnehmer werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe zieht mit einer MILAN und einer AGDUS-MILAN in den Unterrichtsraum, die andere Gruppe übt im Flur den Auf- und Abbau der Waffe von 0815-1130 mit einer kurzen Pause dazwischen.
Wir räumen die Waffen auf und gehen zum Mittagessen von 1200-1230. Ab 1300 fahre ich die Kameraden mit dem Vito in den T-Bereich, während HFw C. und U L. den SPz holen.
Hier üben wir zwischen den Hallen den Aufbau der MILAN auf den Spz vom Kommandantensitz aus von 1330-1430.
Die Kameraden, die mit AGDUS-Pzfst üben, haben uns gegenüber beim Geb. 40 an einem Abfallcontainer in ca. 326m Entfernung Prismen befestigt auf die wir nun simuliert schießen Bei zwei Versuchen habe ich einen Treffer. Die Übung findet bei schönstem Sonnenwetter statt, es herrscht aber ein schneidender Ostwind, weshalb wir auch die Kapuzen überziehen müssen.
Ab 1430 sind wir auf dem Grün zwischen den Unterkünften und dem T-Bereich um dort bei SU M. den Auf- und Abbau und die Trageweise der MILAN zu üben. Dazu dürfen wir uns in Richt- und Ladeschütze einteilen.
Zur Simulation der Annäherung müssen wir zuerst auf der Wiese eine Strecke bis zum Waldrand und zurück zurücklegen (ca. 175m), wobei mir hier schon das Gewicht zu schaffen macht, obwohl es nicht durch dichtes Gestrüpp geht.
Dann bauen wir mit Puls die Waffe auf und ich visiere die Prismen auf der Bugplatte unseres Marders zwischen den Hallen im T-Bereich an und schieße. Treffer. Jetzt erfolgt flugs der Stellungswechsel, da der Lenkflugkörper im wahren Leben mehr Staub aufwirbelt als die Panzerfaust.
In der Ausweichstellung die Waffe aufgestellt und den SPz über ein Gestrüpp anvisiert und wieder getroffen, dann folgt eine andere Bedienungsmannschaft (1500). Der Kommandeur schaut mit dem Greenliner vorbei und läßt sich von SU M. Bericht erstatten, während die Ausbildung weitergeht.
Kurz darauf erfolgt der Ausbildungswechsel durch die anmarschierenden Kameraden und wir verlegen zur theoretischen Unterrichtung in den Block zurück zu SFw M..
Nach dem Unterricht um 1630 bringe ich U L. zum SPz und nehme Männer und Waffe zum Block zurück. Dann verlege ich in den T-Bereich zum Abstellplatz der SPz und warte auf das Eintreffen von HFw C. und U L.. Mit diesen fahre ich nach Erledigung zurück zur Kompanie (1705).
Im Block aus den Tüten verpflegen und mit den Kameraden auf Stube unterhalten. Wir Stubenkameraden stellen uns schon mal gegen 1800 im Eingangsbereich an, da mit der MILAN noch die Benutzung des WBG bei der einbrechenden Dunkelheit geübt werden soll. Diese Übungseinheit wird aber kurzfristig abgesagt, stattdessen bringe ich die Waffen mit dem Fahrzeug rüber in die Waffenkammer und bin dann wieder zurück auf Stube um 1830.
Um 1915 ist Antreten befohlen, die Zeit verbringen wir bis kurz davor auf der Stube. Als Raucher geht H. schon vor der Zeit nach vorne um noch eine Zigarette davor zu rauchen und kommt mit der Meldung zurück, daß das Bataillon schon draußen angetreten ist. Da ist aber ordentlich was schief gelaufen, der Befehl zum früheren Antreten kam bei uns nicht an. Nach draußen zu gehen empfiehlt sich nicht und so ziehen wir uns in den Flur zurück und warten das Ende des Antretens ab (1910).
Uns hat man jedenfalls nicht vermisst und so kann ich jetzt zum Duschen gehen bevor der Kameradschaftsabend um 2000 beginnt. Netterweise gibt ein Neukamerad als gelernter Koch ein Chiliessen für das versammelte Bataillon aus. Bei wechselnder Unterhaltung bleibe ich bis 2330 zuletzt im Gespräch mit dem Spieß SFw K. und L A.. Dann ziehe ich mich zurück, meine Stubenkameraden schlafen schon alle. Im Bett 2345.

5. Tag, Sonntag, 18.03.2018:
Aufstehen um 0600 und in den Waschraum zum Rasieren. Einnahme des Frühstücks von 0700-0720. Das Wetter zeigt sich sonnig, aber nach wie vor saukalt. Die MKF haben den Auftrag ihre Fahrzeuge für die Übergabe vorzubereiten, deshalb fahre ich um 0830 im VW Widder hinter OTL S. im Greenliner her nach Torgelow zur HEM Tankstelle in der Eggesiner Straße zum Tanken. Leider gibt es auf die Servicekarte keine Saug- und Waschmarken mehr, also ein 1€ fürs Vaterland geopfert und die Kiste ausgesaugt.
Zurück in der Kaserne reinige ich das Fahrzeug mit Putzkammermaterial bis 1000. Danach sind die gerade eingetroffenen Greenliner und Pathfinder an der Reihe. Nach getaner Arbeit helfe ich N. beim Säubern der Stube. Bei der um 1100 durchgeführten Stubenkontrolle durch den Spieß, sieht dieser davon ab als er erfährt, daß hier noch ein Teil des Nachkommandos liegt. Es folgt um 1115 das Abschlußantreten und die Einteilung der MKF für die Bahnfahrer.
Da W. eher zum Bahnhof muß, fahre ich gleich mit ihm zum Mittagsessen zur Kantine um von dort gleich losstarten zu können. Da sich die Bahnverbindung des Kameraden zerschlägt, kann ich nun auch noch andere Kameraden auf meinem VW T6 8-Sitzer mitnehmen. Mit 5 Kameraden fahre ich um 1223 nach Pasewalk, den Bahnhof erreiche ich gegen 1232. So können sich einige Kameraden noch rechtzeitig die Karten vor der Zugabfahrt um 1244 besorgen. Ich verabschiede mich von den Kameraden und kehre zur Kaserne zurück (1246).
Es ist schön sonnig bei +1,5°C, es geht aber noch immer ein kalter Wind. Im GeZi gebe ich die Fahrzeugpapiere wieder ab und bleibe dort bei der versammelten Restmannschaft.
Um 1315 bringen wir MKF gefolgt von L. in der Pritsche, die drei Leihfahrzeuge zur 3./411 in die Kürassierkaserne zurück und stellen sie auf einem Parkplatz dort ab. L. bringt uns wieder zur Greifenkaserne zurück (1330).
Im Anschluß sammle ich mit OTL S. die Bataillons- und Hinweisschilder in der Kaserne und entlang der Pasewalker Chaussee ein (-1400). Im GeZi wird der weitere Ablauf diskutiert, da ich dazu nicht viel beitragen kann, ziehe ich mich auf meine Stube zurück und warte die Entscheidung ab. Ich nutze die Zeit um meine Sachen zusammenzupacken (1500), da wir das Gebäude verlassen und wieder in den Block 22 verlegen müssen.
Mit H. verlade ich unser Gepäck, nehme noch Material für den Bataillonskeller im Geb. 33 mit, und verlege in das Gebäude 22A zurück (1600). Die Sonne entwickelt schon eine richtige Wärme im windgeschützten Bereich (+4°C), wenn nur nicht der schattige Wind wäre.
Unser gemeinsames Abendessen wollen wir im alten Pasewalker Bierkeller verbringen, der  in einem im wilhelminischen Stil erbauten Herrenhaus aus der Kaiserzeit (Hotel "Villa Knobelsdorff") in der Ringstraße 121 in Pasewalk untergebracht ist. Ich stelle mich als Fahrer des Vito zur Verfügung, während U L. das andere Fahrzeug führt.
Zu neunt fahren wir um 1800 los und erreichen 20min später die Villa. Nach Rückfrage beim Spieß bestelle ich Spießbraten. In der Kaserne finden wir uns wieder um 2100 ein und unterhalten uns noch ein bisschen. Dann in den Waschraum und ab ins Bett (2215).

6. Tag, Montag, 19.03.2018:
Ich habe schlecht geschlafen, war immer wieder wach. Lag wohl an der durchgelegenen Matratze. Raus um 0518, nach H., dessen Wecker schon um 0500 schellte. Heute wird es wohl für uns noch einmal arbeitsreich werden.
Mit H. zum Frühstück von 0555-0630. Ein schönes Morgenrot taucht die Kaserne in ein sonniges Licht. Ein leichter Raureif bedeckt den Rasen und es ist ein bisschen frisch bei -8,5°C, es wird in der Sonne jedoch schnell wärmer.
Als MKF muss ich zuerst TD am Fahrzeug vornehmen, heute mit Scheibenkratzen. Mach die Pritsche auch gleich mit, damit die Kameraden gleich mit los können. Wir fahren um 0700 zum Geb. 30 und laden dort Material und AGDUS auf beide Fahrzeuge. Von der Waffenkammer im Geb. 41 holen wir die Waffen zur Übergabe ab. Ich nehme von den Munbunkern noch die Restmun auf und fahre dann mit HFw C. zur Kürassierkaserne (0750).
Bei der Absteuerung der Restmun bei der 2./411 müssen wir bis kurz nach 0800 warten, da die Kameraden gerade in einer Besprechung sind. Die Rückgabe der AGDUS-Waffen bei der 1./411 um 0830 verläuft auch ohne Probleme. Da die Kameraden bei der 2. für die Rückgabe von FM-Material und der Funkgeräte erst um 0900 zur Verfügung stehen, nutzen wir die Gelegenheit und genehmigen uns zusammen eine Kaffeepause im Mannheim.
Danach soll ich zuerst mit H. die gestern abgestellten geländegängigen Fahrzeuge für die Übergabe ausräumen während U L. einen Verantwortlichen von der 3./411 dafür  sucht. Von dieser Arbeit zieht mich HFw C. wieder ab, da ja noch bei der 2. Material abzugeben ist.
Die Kokosmatten müssen zurück zum 2.Zug, koppeln vor dem Gebäude mit L., der die Funkgeräte auf der Pritsche hat und steuern diese ab (0915). Um 1000 zurück in der Greifenkaserne setzen wir vor dem Geb. 30 die Rückbank des Vito wieder ein.
Die Kameraden bringe ich im Anschluß in den T-Bereich zu den SPz, wo ich den Auftrag erhalte in der Kürassier-Kaserne die Ankunft von 2 SPz über das Nordtor anzumelden, damit dort die Zufahrt durch den Wachdienst gewährleistet werden kann (1015).
Ich verlege gleich in die Kürassierkaserne und stelle mich in der Nähe der Hauptwache auf den Seitenstreifen. Nach Erhalt der Abfahrtsmeldung von U L. via Handy um 1045, melde ich deren Ankunft der Wache für 1100. Ich beziehe Warteposition in der Nähe des Nordtors, wo zur angekündigten Zeit in Abständen von 5min die beiden Marder eintreffen. Ich fahre den beiden SPz in den T-Bereich vor und nehme nach Abstellen der beiden Panzer die beiden Fahrer auf und bringe sie in die Greifenkaserne zu dem letzten Marder zurück (1130).
In der Zwischenzeit räumen die Kameraden die SPz für die Übergabe aus, ich unterstütze nach meiner Rückkehr dabei. Die Kameraden von der 2./411 kommen zur Übergabe, während unsere Leute abwechselnd zur Mittagsverpflegung gehen. Der letzte SPz verspätet sich, da die Tankstelle geschlossen hat und kann erst ca. 1330 eintreffen. Da die Kameraden von der 2. aber ab 1300 eine dienstliche Veranstaltung haben, kann der letzte Bock erst morgen am Abreisetag übergeben werden. Hoffentlich geht das mal gut.
Die Kameraden sind vom Mittagsmahl zurück und lösen uns ab. So kann ich mit OTL S. von 1215-1245 in die Truppenküche gehen. Danach fahre ich SU M. und OTL S. zum Stab 411 (1300) und kehre allein zurück in den T-Bereich um die Ankunft des Marders abzuwarten. U L. meldet auf gewohnte Weise die Ankunft für 1355 an, diese Meldung gebe ich an die Wache weiter.
Auf dem Rückweg zum T-Bereich hole ich OTL S. vom Stab nach kurzer Rückkopplung ab. Setze dort den TStOffz ab und fahre zum Stab zurück und bringe SU M. in die Greifenkaserne zur Waka im Gebäude 41. Über dem TrÜbPl Jägerbrück hat sich eine riesige Rauchwolke gebildet, anscheinend brennt da was. Wir warten auf L. und fahren dann gemeinsam zum Gebäude 22.
U L. ruft zwecks Abholung an, also auf zur Kürassierkaserne (1430). Hier nehme ich den Spieß SFw K., SFw H. und U L. auf und bringe sie zurück in die Greifenkaserne (1445).
Zurück in der Unterkunft putze ich meine Stiefel (1600). Es herrscht bombiges Sonnenwetter, der Wind ist frisch, aber nicht mehr so ekelhaft. Im Windschatten besteht die Gefahr von Sonnenbrand. Die Kameraden gehen zur Abendverpflegung, ich halte mich an den überzähligen Essenspaketen gütlich.
Dann setzen wir uns gemütlich in der Stube von U L. zusammen und ratschen bis 2030. Ab zum Duschen und heute vorzeitig ins Bett um 2115.

7. Tag, Dienstag, 20.03.2018:
Aufstehen um 0525. Von 0600-0635 zum Frühstück in die Kantine. Das Wetter zieht zu und es sieht nach Schnee aus. Zu zweit beginnen wir die Stube auf Vordermann zu bringen.
Lasse meine Fahrten beim TStOffz OLT S. unterschreiben und kratze wie gestern die Scheiben von Vito und Pritsche frei. Die Getränkekästen bringe ich in den Bataillonskeller und fahre den Spieß auf die andere Straßenseite außerhalb der Kaserne (0730), wo sich die Dienstgebäude des BwDLZ befinden.
Zurück im Block erwarten wir die Ausschleusung durch das Kaderpersonal von 411. Jedoch erscheinen die für 0830 angekündigten Kameraden erst um 0855. Jetzt aber hurtig ausgeschleust (0900) und U L. fährt uns  fünf Bahnfahrer im Vito nach Pasewalk zum Bahnhof (0930).
Unser RE 3307 kommt pünktlich und fährt auch so um 0944 ab. In Berlin Gesundbrunnen (1139) trennen sich der Spieß und ich vom restlichen Haufen, die bis Berlin Hbf weiterfahren, und wir steigen in den Sprinter nach Nürnberg, welches wir um 1500 erreichen.
Wir verabschieden uns von einander und jeder macht sich auf seinen Anschlußzug für die Heimreise zu erlangen. Hier ist es genauso kalt und winterlich wie in Torgelow. Ingolstadt Nord erreiche ich gegen 1559.
 
 
Wolfgang Reitzer, OSG d. Reserve
 
 
 
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