Ausbildung zum Rettungsschwimmer - Kreisgruppe Oberbayern Nord

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Berichte
Im Dezember 2017 erreichte mich die Ausschreibung einer DVag per Mail - Ausbildung zum Rettungsschwimmer. Da ich sehr gerne schwimme und so eine Ausbildung durchaus brauchbar und lehrreich ist meldete ich mich hierfür umgehend an. Obwohl die Ausschreibung in weitem Kreis verbreitet wurde gab es nur 7 Rückmeldungen. Zum ersten Ausbildungstag am 18.1. erschienen dann leider nur 5 Personen was aber für uns Teilnehmer nicht schlecht war denn die Ausbildung konnte dann umso intensiver durchgeführt werden. Als Ausbilder und Trainer stand Major d.R. Dr. Wassermann, seines Zeichens sehr erfahrener DLRG Ausbilder der sogar schon viele Jahre die Schwimm-Nationalmannschaft trainierte zur Verfügung. Die theoretische Ausbildung und die schriftliche Theorieprüfung fand in der Ulrichkaserne in Kleinaitingen statt - dort waren wir auch sehr komfortabel in Einzelstuben untergebracht. Die Praxisausbildung fand in der Lechfeldkaserne unweit der Ulrichkaserne statt.

Folgende Punkte mussten erbracht werden um die Ausbildung mit Erfolg abzuschließen:

Praktische Leistungen einzeln
  • 400m Schwimmen in höchstens 15 Minuten, davon 50m in Kraulschwimmen, 150m Brustschwimmen und 200m in Rückenlage mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit
  • 300m Schwimmen in Kleidung in höchstens 12 Minuten, anschließend im Wasser entkleiden
  • Sprung aus 3m Höhe
  • 25m Streckentauchen
  • Dreimal Tieftauchen von der Wasseroberfläche, zweimal kopfwärts und einmal fußwärts innerhalb von 3 Minuten mit dreimaligen Heraufholen eines 5-kg-Tauchrings oder eines gleichartigen Gegenstandes (Wassertiefe 4m)
  • 50m Transportschwimmen: Schieben in höchstens 1:30 Minuten
  • Nachweis der Kenntnisse zur Vermeidung von Umklammerung sowie Fertigkeiten zur Befreiung aus Halsumklammerung und Halswürgegriff von hinten
  • 50m  Schleppen in höchstens 4 Minuten, beide Partner in Kleidung, je 1/2 Strecke mit Achsel- und einem  Fesselschleppgriff (Schleppgriff nach Flaig oder Seemannsgriff)
  • Nachweis der Kenntnisse von Atmung und Blutkreislauf sowie Durchführung der Wiederbelebung
 

Kombinierte Übung, die ohne Pause in der angegebenen Reihenfolge zu erfüllen war
  • 20m Anschwimmen in Bauchlage
  • Abtauchen auf 4m Wassertiefe, Heraufholen eines 5-kg-Tauchrings oder eines gleichartigen Gegenstandes, diesen anschließend fallen lassen
  • Lösen einer Umklammerung durch einen Befreiungsgriff
  • 25m Schleppen
  • Anlandbringen des Geretteten
  • 3 Minuten Vorführung der Atemspende am Phantom
 
Theoretische Kenntnisse
  • Gefahren am und im Wasser
  • Hilfe bei Bade-, Boots-, und Eisunfällen (Selbst- und Fremdrettung)
  • Rechte und Pflichten bei Hilfeleistungen
  • Rettungsgeräte
  • Aufgaben des Roten Kreuzes, insbesondere der Wasserwacht/DLRG und des Wasserrettungsdienste
  • schriftliche Prüfung über diese Theorie

Nachweis folgender Kenntnisse
  • Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs nicht älter als 3 Jahre
 
Ein gültiger Einsatz Ersthelfer A wurde für den EH-Kurs angerechnet. Am ersten Tag ging es gleich um 8 Uhr früh ins Schwimmbad. Am ersten Tag wurden alle normalen Schwimmübungen abgenommen und es folgte eine Einweisung mit praktischer Übung in Abwehr, Lösung von Umklammerungen, Würgegriffe und Schleppfesselgriffe. Nach dem Mittagessen folgte die Theorie. Nach vielen Powerpointpräsentationen und vielen Gesprächen folgte die schriftliche Prüfung am Ende des Tages. Der Abend stand jedem zur freien Verfügung. Am zweiten Tag ging es bereits um 7 Uhr ins Schwimmbad. Bis 10 Uhr wurde getaucht, geschleppt und gerettet am laufenden Band. Das Tieftauchen bereitete mir die größten Probleme die ich jedoch erfolgreich überwinden konnte. Nachdem ich noch ein paar Schwimmtechniktricks und Tips zur Schwimmstilverbesserung (wann hat man schon mal einen ehemaligen Trainer der Olympiamannschaft am Beckenrand stehen) erhielt war der Vormittag auch schon wieder vorbei. 4 der 5 Teilnehmer erfüllten alle Anforderungen und erlangten die Stufe Rettungsschwimmer silber. Ich war unter den 4 erfolgreichen Teilnehmern. Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde die DVag beendet. Vor der Heimfahrt ging es noch auf freiwilliger Basis zur Entspannung und Erholung in den Saunabereich der Kaserne was einen sehr tollen Abschluss der 2 Tage darstellte. Der hier erworbene Rettungsschwimmer ist maximal 3 Jahre gültig, es wird aber empfohlen die Ausbildung bereits nach 2 Jahren zu wiederholen.
  
Mit der Ausbildung zum Rettungsschwimmer silber ist man legimitiert als Badeaufsicht tätig zu werden, z.B. beim IGF-Kleiderschwimmen. Weiterhin wurde uns gesagt das Rettungsschwimmer am Stellenmarkt sehr gesucht sind und der Verdienst gar nicht so schlecht ist. So arbeiten z.B. einige Rettungsschwimmer aus der Pionierkaserne nebenbei im Wonnemar und anderen Bädern in der Region.

Mit kameradschaftlichen Grüßen
Kerschensteiner Jürgen
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