Neuburger Wintermarsch - Kreisgruppe Oberbayern Nord

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Neuburger Rundschau 17.3.14

Winterpatrouille Marsch, marsch
16 Kilometer durch die Natur

Waffendrill, Zielen mit Pfeil und Bogen, sicherheitspolitische Aufgaben, Überwinden eines Seilstegs vom Technischen Hilfswerk, feuerwehrtechnische Grundgeschicke und Marschieren nach Karte und Kompass: Unterschiedlicher hätten die Aufgaben bei der 30. Winterpatrouille der Reservistenkameradschaft Neuburg nicht sein können. Bei dem Vielseitigkeitswettkampf konkurrierten am Samstag 14 Teams um den Wanderpokal. Sieger wurden die Gäste aus Anlautertal.

Der Vorsitzende von Neuburgs Reservisten, Gerhard Hausmann, schickte die Mannschaften pünktlich ab 7.30 Uhr ab dem THW-Gelände auf die 16 Kilometer lange Strecke. Auf dem Parcours durch Neuburg, auf dem Burgwaldberg und entlang der Brandlbucht warteten die Organisatoren an den Stationen. Mit Hilfe und Unterstützung von der Bundeswehr, wie vom Jagdgeschwader 74 und der Pionierschule in Ingolstadt war ein vielfältiges Aufgabenpaket möglichhttp://mep-de.sensic.net/view.php?id=1447&ai=144700103&si=103&z=1885547308

Passiert ist laut Gesamtleiter Oberstleutnant der Reserve Hermann Hauck nichts, lediglich ein Teilnehmer hatte sich verlaufen. Bei der Siegerehrung erntete die am weitesten angereiste Gruppe aus Bad Segeberg Sonderapplaus. (xh)


Donaukurier 17.3.14:

Kameradschaft, Einsatz und Drill

Bild: Kameradschaft, Einsatz und Drill. Neuburg Neuburg (lm) Wenigstens ein bisschen schlug das Wetter am Samstag um – schließlich nennt sich das ganze Unterfangen ja „Wintermarsch“. Und prägt die moderne Militärstrategie immer mehr virtuelles Hightech – bei den Reservisten ist echter Körpereinsatz immer noch Trumpf.

Neuburg (lm) Wenigstens ein bisschen schlug das Wetter am Samstag um – schließlich nennt sich das ganze Unterfangen ja „Wintermarsch“. Und prägt die moderne Militärstrategie immer mehr virtuelles Hightech – bei den Reservisten ist echter Körpereinsatz immer noch Trumpf.

Immerhin von der Alten Burg über Kreut und Saliter bis in den Englischen Garten zog sich dieser Marsch hin, mit etlichen speziellen Zwischenstationen. Zum dreißigsten Jubiläum hatte sich die Reservistenkameradschaft, im 33. Jahr schon von Gerhard Hausmann geführt, einen ganz besonderen Parcours einfallen lassen. Der Dreiklang aus Kameradschaft, körperlichem Einsatz und Ertüchtigung an der Waffe bestimmt immer wieder den Ehrgeiz der Reservisten. Die nennen sich als Verein nach wie vor so, auch wenn die offizielle Bezeichnung seit einem Jahr auf Reservedienstleistende lautet.

14 Mannschaften – Cornelia Dieckmann als Frau zwischen vielen Männern schlug sich ausgesprochen mutig – waren in diesem Jahr angetreten, aus der Region und aus dem Schwäbischen ebenso wie bis aus Bad Segeberg im hohen Norden. Dorthin pflegen die Neuburger seit Jahr und Tag schon partnerschaftliche Verbundenheit. Im kleineren Kreis saß man auch am Freitag schon zusammen, auch stand für Interessierte ein Besuch bei den Fliegern auf dem Programm. Ehrensache, tags darauf auch aktiv beim Wintermarsch der aktiven Reservisten teilzunehmen.

Rund 180 Mitglieder zählt der örtliche Verband, die Reduzierung der Bundeswehr-Sollstärke zunächst, zwischenzeitlich die komplette Aussetzung der Wehrpflicht gestalten die Nachwuchsarbeit nicht unbedingt leichter. Die aber, die dabei sind, „machen es aus echter Überzeugung“, schwärmt Stabsfeldwebel Rolf Dresen förmlich. Dieser ist einer der beiden RDL-Betreuer im Landeskommando. Von den Pionieren in der Schanz kommt auch das ganze Material für die frühlingshafte Winterpatrouille am Samstag einschließlich der Waffen.

Waffendrill, und das mit der Stoppuhr, und eine Echtzeit-Gefechtssituation gehören zum Parcours. Am Anfang aber stehen Theorie und ein recht gemischter Wissenscheck an. Nach der offiziellen Bezeichnung für die meist nur „schnelle Einsatzgruppe“ genannten Nato-Einheit wird ebenso gefragt, wie nach der Völkerschlacht von 1813, die Schulterklappen der Marine interessieren plötzlich auch im Flachland, wie die neuen A 400-Transporter der Bundeswehr. Ein Klassiker schon im Parcours: der Seilsteg, sportive Herausforderung für die Aktiven, die darüber müssen, und Ausdruck der guten Verbundenheit mit dem Technischen Hilfswerk, in dessen Heim heuer erstmals auch die Einsatzzentrale war und am Ende die Siegerehrung über die Bühne ging.

Bürgermeister wie Kommodore geben sich dazu die Ehre, fünf Reservisten konnten aus den Händen von Oberst Frank Gräfe auch ihre Schützenschnüre in Empfang nehmen, darunter diese sogar in Gold der Neuburger Richard Schlamp. Ehrung auch für Peter Winterholler und Alois „Stutz“ Paulus, die beide seit dem Gründungsjahr und damit präzise 52 Jahre bei der Neuburger Reservistenkameradschaft dabei sind.

Den ganzen Tag über standen zehn Prüfungen auf dem Programm. Früh um sieben schon waren die THWler um Zugführer Christoph Schiele ausgerückt, über einen steilen Graben im Burgberg ihren Seilsteg zu spannen. Ob man den vielleicht schönsten Blick auf die Alte Burg ausgerechnet während der zwei Minuten Balancieren übers Seil so recht genießen konnte, ist noch einmal eine andere Frage. Die Königlich Privilegierten warteten beim Saliter mit dem Bogenschießen auf. Militärischer wurde es beim Gefechtsdienst im noch nicht revitalisierten Teil der ehemaligen Tillykaserne. Hier wollte der Ex-Hauptfeldwebel Philipp Pfahler schon ganz genau wissen, wie sich die jeweils vierköpfigen Teams, beinahe in einen feindlichen Hinterhalt geraten, am bestens wieder aus der Affäre ziehen. Originell gab sich einmal mehr Neuburgs Feuerwehr: Mit einem Eimerchen hieß es hier Wasserschöpfen aus der Donau, und mit dem Druck aus einer Kübelspritze schließlich einen Tennisball zu treffen, erwies sich in der Praxis dann gar nicht so leicht.


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