Wehrübung beim PzGrenBtl 908 - Kreisgruppe Oberbayern Nord

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Berichte
1. Tag, Sonntag, 05.11.2017:
Ich werde zum Hauptbahnhof Ingolstadt gebracht, wo ich um 0756 in den ICE 1512 nach Stralsund einsteige. Das Wetter zeigt sich durchgehend bewölkt, aber noch trocken. Auf der Strecke stockt die Weiterfahrt wegen der vielen Bauarbeiten immer wieder. Es fängt zu regnen an (1515).
Pasewalk erreiche ich wegen eines halbstündigen Aufenthalts vor Prenzlau erst gegen 1558. Am Bahnhof warten bereits zwei MKF mit 8-Sitzer und Pritsche auf uns Reservisten und bringen uns zur Greifenkaserne.
Hier laden wir zuerst unser Gepäck in unser Unterkunftsgebäude für übende Truppe 30A ab, weil uns unser Fahrer L. gleich weiter zur Einschleusung in Block 22A weiterfahren muß. Der Papierkram und der Empfang von Unterlagen dauert eine halbe Stunde.
Zu Fuß geht es um 1700 zurück zur Unterkunft, in der ich mit drei Kameraden die Stube 211 im 1. Stock teile.
SU W. teilt uns mit, daß das Antreten in Feldanzug und Barett um eine Viertelstunde vorverlegt wird also 1745 statt 1800. Wir sortieren uns draußen und warten. Der Abmarsch wird vom Zugführer Alpha HFw M. geleitet, der dazu Gleichschritt befiehlt. Es gießt jetzt ordentlich herunter, während wir uns am Appellplatz noch Ausrichten und auf die Führung warten. Diese erscheint erst 15min später. Zu unserem Glück ist es nicht kalt und es geht kein Wind. Nach dem Eintreffen der Führung werden 9 Kameraden befördert, danach wird in den 250m entfernten Greifensaal zur Einweisung in den TrÜbpl Jägerbrück und die Übung Haffschlag eingerückt (1830).
Es sind Pressevertreter vom BMVg und vom Landeskommando Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern angekündigt und teilweise schon anwesend, die die Übung zur Nachwuchswerbung begleiten werden.

Feindlage
Nach schweren Verlusten sind Feindkräfte (2. WIS PzBrig) in den Raum Jägerbrück ausgewichen und richten sich seit 060800B nov17 auf der Linie Luckow-Löcknitz zur Verteidigung ein. Irreguläre HPLA-Milizen versuchen durch Störaktionen das weitere Vordringen der NATO-Kräfte zu verzögern, um den wislanischen Verbänden Zeit zum Ausbau von Verteidigungsstellungen zu verschaffen.
 
Eigene Lage            
1. DEU Brig befindet sich seit 040600B nov17 im Angriff nach Osten auf AHLBECK, mit PzBtl 203 im Angriff links, hier SP, und PzGrenBtl 411 rechts, um die in der Präfektur ROSTOCK verbliebenen Feindverbände WIS zu zerschlagen und die territoriale Integrität OBSIDIAS wiederherzustellen. PzGrenBtl 908 folgt als Reserve und befindet sich seit 060700B nov17 im Bereich TORGELOW/JÄGERBRÜCK, um
·         den rückwärtigen Raum der Brigade zu sichern,
·         dort den Ausbildungsstand weiter zu erhöhen und
·         sich darauf vorzubereiten, durch den Einsatz als Brigadereserve im Angriff die Entscheidung herbeizuführen.
 
Zivile Lage
Die Zivilbevölkerung im Verantwortungsbereich der 1. DEU Brig ist ethnisch heterogen und besteht größtenteils aus hevellischen und obsidianischen Gruppen. Während sich die obsidianischen Zivilisten überwiegend neutral verhalten, bestehen unter den Hevellern deutliche Sympathien für die HPLA-Milizen und die regulären wislanischen Streitkräfte.
Ein Probealarm ist angekündigt mit geforderter Einsatzbereitschaft (Gerödel und Gesichtstarnung) innerhalb 30min, ebenso sind pro Tag 50 Liegestütze zu leisten.
Zurück in der Stube (1905) muß ich noch mein Bett beziehen. In der Verfügungszeit besorgen die Kameraden und ich uns eine Bockwurst mit Senf und Toastscheibe beim Spieß.
Zur Zugeinteilung wird um 2115 angetreten. Ich gehöre zu Alpha unter ZgFhr HFw M. und TrpFhr J., sowie vier weiteren Kameraden. Im Bett um 2250.
 
2. Tag, Montag, 06.11.2017:
HFw M. weckt pünktlich um 0500 mit der Trillerpfeife. Mit blinzelnden Augen zum Waschraum gelaufen, in die Uniform gehüpft und um 0545 im Flur angetreten.
Hier erfolgt zuerst der Vollzähligkeitsappell und dann müssen noch 10 Liegestütze zum Wachwerden abgeleistet werden. Vor dem Gebäude warten wir auf unsere MKF mit den 8-Sitzern, die uns zur Kürassierkaserne in Viereck bringen sollen, da unser aktives Bataillon es versäumt hat uns verpflegungstechnisch an der Standortküche anzumelden (0600).
Das Frühstück dauert von 0610-0700, ich werde dabei überraschend von L D. auf die Übernahme von Fahrzeugen angesprochen, da ich bisher nicht als Fahrer vorgesehen war. Die Gewissheit erhalte ich nach Rückkehr um 0710 in der Greifenkaserne.
So werde ich zusammen mit HFw A. zum Block 022A zwecks Abholung Bw-Führerschein befohlen und im Anschluß geht es zum Bw-Fuhrparkservice in der Halle 067, wo ich einen MB Sprinter Pritschenwagen übernehme (0730).
Nach der schriftlichen Übernahme soll ich nun auf Geheiß von TStOffz OLT S. zur LHBw im Gebäude 008 fahren und dem Charlie-Zugführer L H. den Befehl zur Herstellung erhöhter Abmarschbereitschaft für den Zahnarzttermin überbringen. Hier finden sich jedoch nur noch ein paar Mann, der Rest ist schon zur Kompanie zurückgegangen.
Ich folge ebenfalls und stelle die Pritsche am Parkplatz ab. Da FR M. nicht auf der Fahrerliste des Fahrbefehls steht fahre ich den C-Zug im 8-Sitzer (MB Vito) zum Zahnarzt in der Kürassierkaserne und reihe mich ebenfalls zur Untersuchung ein (0830). Alles Bestens, nach 5min bin ich wieder entlassen.
Ich fahre zurück und stelle das Fahrzeug ab. Wie ich gerade den Fahrbefehl abschließe (0845), steht vor der Tür SFw (w) S., die ebenfalls noch zum Zahnarzt muß und den Abmarschbefehl nicht mitbekommen hat. Also neue Fahrt geschrieben und mit ihr allein zum Zahnarzt und zurück (0930).
Ich gebe die Fahrzeugpapiere und den Schlüssel beim Spieß SFw K. in der KpFü ab und versuche die Anforderungsmodalitäten für die Brilleneinsätze für die Schießbrille mit diesem zu klären. Eigentlich wollte HFw C. ein Laufen ansetzen, aber wegen fehlender Sportbekleidung wird dieses eingestellt. Dafür erfolgt um 1015 im 3-Meeresraum (EG) die Unterrichtung PzVernTrp unter HFw C. am Sandkasten.
 
PzVernTrp:
Die Stärke eines PzVernTrps ist abhängig von Lage und Auftrag und besteht in der Regel aus dem TrpFhr, den Pzfstschützen 1+2 sowie 1-2 Sicherern. Die Befehlsausgabe und -ausführung muß schnell erfolgen, da das Ziel sich bewegt.
Nach Einweisung und Verteilung der Aufgaben durch den HFw wird in einem Echtzeitrollenspiel mit den erforderlichen Meldungen, Funksprüchen etc. der komplette Ablauf durchgespielt. Danach Korrektur bzw. Verbesserungsvorschläge vom HFw und erfahreneren Kameraden.
Die Mittagspause dauert von 1130-1230 inklusive Hin- und Rückfahrt. Nach dem Antreten um 1245 marschiert der Alpha-Zug, aufgeteilt in die einzelnen Gruppen, mit Gerödel, Rucksack und Helm zum Übraum Hotel, der sich jenseits der Pasewalker Chaussee in ca. 1,4km Entfernung befindet. Das dort befindliche Stellungssystem "BURG" wird von uns auf Schäden und Gefährdungspunkten z.B. hervorstehende Schrauben und Nägel untersucht und diese soweit uns möglich entschärft (1400-1515). Vor dem Rückmarsch absolvieren wir noch 20 Liegestütze.
Auf dem Rückmarsch in Schützenreihe werden wir von der Presse fotografiert. Am Gebäude 040A warten wir dann auf die Öffnung der Waffenkammer. Die Zeit wird verkürzt indem auf der Wiese vor dem Block noch einmal 20 Liegestütze gemacht werden. Um 1545 können wir die Waffen abgeben und zur Kompanie zur Nachbereitung (1600) zurückkehren.
Von 1615-1715 ist Abendverpflegung in der Kürassierkaserne. Wie vorher angekündigt erfolgt das Antreten vor dem Spieß um 1745 für ein paar organisatorische Sachen und danach für Alpha im Flur 1.OG. Morgen wird auch um 0500 aufgestanden und es steht eine Nachtausbildung bis 2200 an. Brillenträger werden wegen der Einsätze für die Schießbrille zur Meldung an den Spieß erfaßt. Im Anschluß ist Dienstschluß gegen 1805.
Ich führe noch einige Telefonate und ratsche dann noch mit den Kameraden bis 2200. Im Bett 2245.
 
3. Tag, Dienstag, 07.11.2017:
Um 0500 aufgestanden und mit müden Augen zum Waschraum geschlurft. Das Wecken erfolgte heute durch den Tageszugdienst mit lauter Marschmusik u.a. Panzerlied, Westerwald, Erika, etc. Heute müssen schon 15 Liegestütze nach dem Antreten im Flur um 0535 absolviert werden.
Der erste Schwung Soldaten steht abfahrtbereit um 0545 vor dem Block, wird aber erst gegen 0600 zur Kürassierkaserne gebracht. Die Verzögerung führt dazu, daß wir uns hinter der aktuellen AGA anstellen müssen und daher erst um 0645 wieder in der Greifenkaserne ankommen.
Hier Gesicht schwärzen und Näßeschutz anziehen, denn es ist gefroren und saukalt draußen. Nach dem Antreten marschieren wir zum Kompaniekeller im Geb. 033B um Material aufzunehmen (0730), dann Waffenempfang in der WaKa Geb. 40A und mit den Bussen wird anschließend zum Stellungssystem "BURG" im Übraum Hotel verlegt.
Dort setzen wir unser gestern begonnenes Werk fort und bessern die Stellung aus. Um 0830 ist Übungsbeginn bei HFw M. mit der Station Grp in Vtg, dazu gehört die richtige Helmtarnung, der Stellungsausbau, das Markieren der Sicherungsbereiche, das Einfließen, Bewegen und die Akustik in der Stellung. Zu den jeweiligen Themen betrachten wir uns das Ergebnis auch von außen.
Ab 1030 steht unter L D. die Station SchtzTrp in geöffneter Ordnung auf dem Dienstplan. Hier werden die Bewegungsarten im Gelände wiederholt und aufgezeigt (Schützenreihe/-rudel), Handzeichen erklärt und aufgefrischt, eine Schützenreihe aufgestellt und der Sinn und Zweck dieser erläutert.
Wir verpflegen im Anschluß im Felde von 1145-1230. Da zwei Kameraden zur Einweisung Widder (VW T5 GP Transporter Kombi Normaldach der Firma Freytag mit permanentem Allradantrieb) abkommandiert worden sind, setzen wir unsere Übung Schützenreihe reduziert bis 1330 fort, dann wechseln wir zu HFw C. zur Station PzVernTrp.
Zumeist besteht der Trupp aus TrpFhr, den Pzfstschützen 1+2, sowie ein oder 2 Nahsicherer. Es steht uns die AGDUS-Panzerfaust 3 zur Verfügung. AGDUS steht für Ausbildungsgerät Duellsimulator und simuliert mittels Laser den Waffeneinsatz und ermöglicht eine waffennahe Ausbildung. Die Software berücksichtigt dabei auch Ziel- und Bedienungsfehler. Für den ersten Durchlauf werde ich zum TrpFhr ernannt und führe meinen PzVernTrp durch mir unbekanntes Terrain.
Das Tempo ist hoch, der feindliche Panzer ist schon im Anmarsch (simuliert durch Widder mit AGDUS-Prismen), so daß die Zeit zu knapp ist eine bessere Stellung zu finden. Wir müssen trotzdem noch weiter nach vorne verlegen, die Schützen liegen auch noch zu nah beieinander und die Meldungen kommen nicht. Der Ablauf ist gestört, trotzdem gelingt uns der Abschuß. Das ist Streß pur und man muß für die Kameraden vor- und mitdenken, war aber zu erwarten.
Im zweiten Durchgang bin ich PzFstschütze 1 unter TrpFhr J.. Ich soll dazu an einen Wall direkt an der Straße Stellung beziehen. Kann von dort aber den Feind nicht ausmachen und muß getreu dem Motto "Wirkung geht vor Deckung" über den schützenden Wall hinüber um das Ziel erfassen zu können.
Das Ziel kommt frontal auf mich zu, denkbar schlecht, aber es hilft ja nichts. Beim Abkrümmen erhalte ich eine Fehlermeldung vom AGDUS und wiederhole daher den Ablauf noch einmal. Der Schuß wird als Fehlschuß gewertet, evtl. dadurch, daß die Prismen nur auf der Seite angebracht sind und nicht vorne. F. als Schütze 2 gelingt der Abschuß. Ich bin durch den vorigen und jetzigen Durchgang schon völlig geschafft und durchgeschwitzt. Setze daher einen Durchgang aus und lasse andere Kameraden ran.
Beim letzten Durchlauf unter TrpFhr F. laufe ich als Nahsicherer voraus. Beide Schützen treffen. Übungsende ist gegen 1500. Nach einer kurzen Pause sammeln wir uns mit unseren Rucksäcken und unserer Ausrüstung gruppenweise am Verpflegungspunkt, da der Spieß mit der Abendverpflegung anrückt.
Wir verpflegen 1550-1630, und ziehen gemeinsam im Dunkeln zum Stellungssystem, wo L. unter Fackelschein vor angetretenem Alphazug zum U(FA) befördert wird. Unseren donnernden, dreifachen Schlachtruf hat man sicher noch im Stab gehört.
Die Kameraden B., J und U L. haben für uns Kameraden ein Ereignis vorbereitet, das nur im Dunkeln darstellbar ist, und zwar Hören und Sehen bei Nacht.
Mit einem Wolf nähern sich J. und L. auf der Straße an, während B. erklärt und uns die Entfernungen schätzen läßt. Wir stehen aufrecht vor einem Waldhintergrund, vor uns breitet sich eine breite Graslichtung aus. Zuerst wird mit Fern-, dann Abblendlicht gefahren, angehalten und die Innenbeleuchtung eingeschaltet.
Rotlicht, Zigarettenglut, Klappern mit Geschirr, Bewegung im Wald und Reden folgen. Zum Schluß nähern sich die beiden im Dunkeln und wir können sie erst in naher Distanz ausmachen. Umgekehrt konnten wir selbst bei Scheinwerferlicht und mit Armbewegungen nicht von den beiden ausgemacht werden. Das Ganze ist sehr interessant und aufschlußreich.
Im Anschluß werden wir aufgeteilt auf Alpha 1, 2 und 3. Ich bin bei Alpha 1. Wir bewegen uns im Dunkeln im Schützenrudel über die Schneise und wechseln dann zur Schützenreihe über wo sich die Schneise zum Waldweg verengt. Bei Kreuzungen werden die letzten Kameraden nach vorne geholt und als Sicherer ausgelegt und nach dem Vorbeimarsch wieder angegliedert.
Wir rechnen damit auf die beiden anderen Gruppen zu treffen und legen uns in einen Hinterhalt. Leider sind die Kameraden jedoch zu früh abgebogen und die Aktion wird abgeblasen. Wir marschieren zurück zum Ausgangspunkt und verlegen zurück in die Kaserne. Das Autothermometer zeigt 4°C, aber uns ist warm.
Die Waffen geben wir gegen 2045 in der Waffenkammer ab und marschieren zu Fuß zur Kompanie zurück. Wie bisher auch, ist jetzt Zeit zur Nachbereitung (z.B. Schuhputz, Ausrüstung herrichten), aber noch keine Körperpflege möglich, da noch kein Dienstschluß ausgerufen wurde.
Es wird um 2215 im Flur angetreten. Für die Übung ist es möglich Wäsche waschen zu lassen und bei beorderten Soldaten kann die Einsatzbrille für die Schießbrille auf Kosten der Bundeswehr beantragt werden. Dazu braucht der Spieß jedoch einen Brillenpaß, der nicht älter als 2 Jahre ist. Ich übergebe meinen Brillenpaß von 2014 und werde auf das Ergebnis warten. Gegen 2230 ist Dienstschluß und endlich steht der verdienten Dusche nichts mehr im Wege. Im Bett 2300.
 
4. Tag, Mittwoch, 08.11.2017:
Ich stehe nach dem Weckruf "1.Kompanie" um 0500 auf. Ich bin noch müde, es gab leider keinen erholsamen Schlaf für mich.
Nach dem Anziehen in der Stube bringe ich den schon mittlerweile überquellenden Abfalleimer runter zu den Abfallcontainern, bevor im Flur angetreten wird (0535). Diesmal sind es wieder 15 Liegestütze und dann geht es wieder zur Kürassierkaserne zum Frühstück (0545-0630).
Waffenempfang 0720, Ankunft im Übungsraum gegen 0800.
Weil es heute relativ mild mit leichtem Morgendunst und nicht gefroren ist, ziehe ich die nun zu warme Unterbekleidung erstmal aus. Auf dem Dienstplan steht Gefechtsausbildung Grp im Angriff/Grp in der Vtg. Wir üben zuerst die Annäherung an den Gegner. Dazu starten wir in dem Waldstück jenseits der Waldschneise, gliedern dort um, nähern uns dem Waldrand, gliedern die Deckungsgruppe aus und stürmen mit der Sturmgruppe über die Schneise in den Wald bis zu der Grabenstellung.
Ich bin Alpha 1 unter J. zugeordnet und als Schütze 3 N. als MG2 zugeteilt. Mit dem Deckungstrupp mache ich 3 Durchgänge ohne Wechsel bis 0945 mit. Mir ist warm geworden. Danach die Besprechung und Pause.
Die Kameraden U L. und J. demonstrieren die richtige Waffenhaltung und das gemeinsame Vorgehen im Graben, bevor gegen 1030 eine andere Gruppe dran ist und ich als Beobachter mitlaufe. Im Anschluß daran Manöverkritik und Zeit die Helmtarnung zu verbessern bevor der Spieß mit dem 2to zur Mittagsverpflegung kommt (1130-1200).
Der Hochnebel verzieht sich nicht, aber es ist wenigstens trocken. Die Übung der nächsten Gruppe startet um 1245 und endet am Graben um 1315, wo das Vorgehen im Graben in Truppstärke geübt wird. Dabei wird besonders auf die gegenseitige Absicherung und Gründlichkeit bei der Säuberung von Grabenabschnitten geachtet.
Es werden dabei auch Handgranatenübkörper zur Demonstration verwendet. Auftretende Fehler werden sofort und vehement korrigiert, damit diese auch verstanden und nicht vergessen werden.
Der nächste und letzte Durchgang erfolgt mit einer Übungsverschärfung um 1330. So ist der Gegner im Graben diesmal die Gruppe unter Führung von J. und keine Pappkameraden mehr. Ich gehöre zur angreifenden Gruppe unter Führung von U L. und B.. L. läßt die schwere Gruppe am Waldrand liegen und will damit den Gegner binden, während er eine leichte Sturmgruppe umfassend durch den Wald von der Seite die Stellung angreifen lassen will. Das heißt für uns einen großen Umweg durch den Wald zu laufen, erspart uns aber den verlustreicheren, direkten Angriff.
Uns voraus klärt unser Späher auf. So nähern wir uns dem feindlichen Grabensystem und können einen davor liegenden Alarmposten unerkannt aufklären. Über Funk schießt die Deckungsgruppe Sperr- und Ablenkungsfeuer, so daß wir ungehört durch den Wald im Schützenrudel vorbrechen können, da der Waffenlärm alles andere übertönt.
So können wir den Alarmposten aus naher Entfernung unter Feuer nehmen und J. überraschen und ausschalten, während ein Überlebender ausweicht. Von der Alarmpostenstellung beginnen wir das Grabensystem aufzurollen. Mit H. und mir an der rechte Flanke sollen wir den Einbruch in die Stellung von außen unterstützen.
Ich kann mehrere feindliche Schützen bereits von meiner Position bekämpfen und dann den Graben entlanglaufend weitere zwei Feinde, die nur auf die eindringende Truppe fixiert sind, abschießen.
Dabei ereilt mich mein Schicksal in Gestalt von meinem Stubenkameraden, der außerhalb der Stellung hinter einer Buschgruppe in Deckung liegend, mich mit seinem letzten Schuß gen Walhall befördert. Der Auftrag wird erfüllt, der Graben aufgerollt, die Stellung genommen, der Feind geworfen bzw. vernichtet. Übungsende um 1430.
Die abschließende Manöverkritik ist voll des Lobes über die Art und Weise der Durchführung. Nachdem wir die Waffen grob durchgereinigt haben, verladen wir diese und das Material auf die Busse und fahren zur Kaserne zur Waffenkammer.
Nach Abgabe läßt uns der Tageszugdienst im Laufschritt mit den Rucksäcken zur Kompanie zurücklaufen. Etwas erhitzt gelangen wir gegen 1530 zur Unterkunft zurück und bereiten nach bis zum Antreten im Flur um 1630.
Es wird nun um 1645 vor dem Gebäude auf dem großen Rasen in Feldbluse angetreten, da noch mehrere Beförderungen vorgenommen werden. Nach dem Schlußantreten mit Dienstschluß im Flur können wir zur Abendverpflegung in die Kürassierkaserne verlegen (1715-1745). Nach der Rückkehr noch Unterhaltung mit den Kameraden. Im Bett 2230.
 
5. Tag, Donnerstag, 09.11.2017:
Seit 0339 bin ich wach und froh als N. zum Aufstehen um 0500 ruft. Ich habe ein leichtes Kratzen im Hals. Draußen ist es frisch, aber noch trocken. Zum Waschraum zum Rasieren und Zähneputzen.
Heute können wir zum ersten Mal in der Greifenkaserne frühstücken (0550). Die Küche öffnet schon um 0545. Zurück und Gesicht schwärzen. Antreten ist schon um 0630, daher habe ich nur wenig gefrühstückt, scheiß Stress.
Wir empfangen die Waffen mit dem Verschluß für die Übungspatrone mit verkürztem Gefahrenbereich (Blaumun) für die Waldkampfbahn wie üblich im Gebäude 40A um 0645. Im Anschluß verlegen wir mit den Bussen zur Waldkampfbahn (Schießbahn 20), die wir eine halbe Stunde später erreichen.
Bei der Gruppeneinteilung werde ich Alpha unter U L./J. zugeteilt. Antreten um 0740 vor dem KpChef H G., danach Einweisung am neu angelegten Sandkasten durch L D.. Im Gefechtsanzug wird vor Beginn der Übung noch vor dem SO HFw K. zur Belehrung angetreten.
Ich gehöre zum ersten Rennen (0845-0945) und befinde mich als Nr. 2 rechts neben U L. (1) mit K. und H. auf der linken Schießbahnseite. Im Vorgehen können mehrere feindliche Schützen auf dem Weg durch mich bekämpft werden.
Hinter dem Übdorf "Rostdorf" können wir das gesetzte Ziel (die Brücke) erreichen und überschreiten. Nach Auslegung der Sicherung, tritt Feind an und wird immer massiver. Die Munition schwindet immer mehr und so müssen wir dem steigenden Feinddruck weichen und auf das Dorf zurückgehen. Dabei erleiden wir einen Schwerverletzten, dem durch simulierten Artillerievolltreffer beide Beine weggerissen wurden.
Beim zweiten Rennen (1030-1200) bin ich Aufsicht beim Schützen. Nach dem Mittagsessen (1215-1245) mache ich mich fertig für das dritte Rennen (mein zweites als Teilnehmer), doch N. von der KpFü hat noch nicht teilgenommen und so übernimmt er mein Gewehr und ich bin wieder Aufsicht (1300-1400).
Für das letzte Rennen gibt sich die Bataillonsführung die Ehre. Diesmal bin ich Teil von Alpha 1 unter L D.. Ich gehe am linken Rand vor und sichere den dortig verlaufenden Längsweg. Die Wirkung ist wegen der schlechten Einsehbarkeit minimal, jedoch wird meine Verschiebungsanfrage abgelehnt.
Die Gruppenführung fällt durch Steilfeuervolltreffer aus und J. beordert mich an seine Seite zur Mitte der Gruppe. Ich nehme neben dem Toten und dem Schwerverletzten den Feuerkampf gegen den ununterbrochen anrennenden Feind auf bis die Munition verschossen ist. Bis dahin habe ich bestimmt 10+x Gegner erledigt.
Jetzt aber schnell mit den verschossenen Kameraden ausweichen und den verwundeten Gruppenführer nehme ich dabei mit. Weiter hinten sammeln wir uns, während vorne das Gefecht noch bis 1545 dauert. Nach dem Übungsende treten wir zur Besprechung vor dem KpChef an, auch hat der S3 StOffz OTL H. noch 3 Anmerkungen zum letzten Durchgang.
Im Anschluß gehöre ich zum Aufräumkommando und suche die Waldkampfbahn nach Hülsen und sonstigen Munresten ab, die wir dann am Unterstand abliefern. Dort reinigen wir die Waffen noch grob durch (1610-1630). Der Abmarsch erfolgt um 1645.
Die Greifenkaserne und das Gebäude 40A erreichen wir knapp vor 1700. Jedoch ist unser Versorger nicht zugegen um uns die Waffenkammer aufzusperren. Es wurde Gott sei Dank Sorge dafür getragen und die Küche, die eigentlich nur bis 1700 geöffnet hat, informiert, daß noch übende Truppe verpflegt werden muß.
So rauschen wir unter Zurücklassung einer Waffenwache zur Küche ab und verpflegen von 1705-1730. Wir können gleich zurück in die Kompanie, da in der Zwischenzeit die Waffen in die WaKa verbracht wurden. Jetzt Nachbereitung bis zum Dienstschluß um 1845.
Führe noch einige Telefonate, putze die Stiefel und treffe Kameraden auf einen Ratsch, geh dann duschen und mal eher ins Bett um noch eine halbe Stunde zu lesen. Licht aus um 2230.
 
6. Tag, Freitag, 10.11.2017:
Es hängt zwar kein Dienstplan aus, jedoch soll es heute ruhiger zugehen als die Tage davor, nur Waffenreinigen ist angesagt. Aufstehen heute erst um 0530, das längere Schlafen ist erstaunlich erholsam. Nach Körperpflege zum Frühstück gegangen (0610-0645).
Es nieselt leicht und ist feucht, aber nicht kalt. Nach dem Vollzähligkeitsappell im Flur mit 15 Liegestütze, wird vor dem Block angetreten und zur Waffenkammer marschiert und die Waffen zur Reinigung abgeholt.
Im Flur 1.OG werden diese von uns gründlich gereinigt (0730-0900). Dazu können wir uns Zeit nehmen, endlich wieder etwas Entspannung bei Musik aus den 70er-80er Jahren. Die Waffen bringen wir gegen 0915 wieder in die WaKa zurück und bevor zurückmarschiert wird, wird noch nach Größe sortiert.
In der Kompanie rücken wir sodann in den Drei-Meeres-Raum im EG zur Unterrichtung "Kampf um Sperren, Sturm und Einbruch" unter H G. um 1000 ein. Nach dem Power-Point-Vortrag werden die Gruppen eingeteilt. Ich gehöre zu der Sturmgruppe 2 unter U L. (bestehend aus Sturmtrupp 4 und 5).
 
Ablauf der Phasen bei Sturm und Angriff (gemäß Vortrag):
Phase 0: Umgliederung (von Schützenreihe/Schützenrudel in Deckungs-, Zug- und Sturmgruppen 1 und 2, dabei immer ein Auge am Feind durch Nahsicherer/Scharfschütze
Phase 1 Annäherung an den Feind
Phase 2 Öffnen der Sperre durch den Spreng- und Blendtrupp (ausgegliedert aus Sturmgruppe 2)
Phase 3 Sturm und Einbruch
Phase 4 Härten der Stellung / Aufbau der Sicherung

Am Sandkasten werden hierzu noch einige Übungen dazu nach LAD (Lage/Auftrag/Durchführung) bis ca. 1150 durchgeführt. Nun geht es hurtig zur Küche, da diese nur bis 1200 Essen ausgibt.
Vor der Kompanie wird um 1245 angetreten und zur Waffenkammer zum Empfang AGDUS marschiert. Hier befestigen wir zuerst die Sendeeinheit am Lauf des G36. Das Anschießgerät für die Justierung ist ohne Spannung, da die Batterien leer bzw. defekt sind. Es gelingt J. das Gerät zum Laufen zu bringen. So können wir um 1330 mit dem Einschießen beginnen und parallel die Empfänger für Kopf und Körper (Weste) in einem Koffer empfangen. Durch einsetzenden Regen und auffrischenden Wind wird die ganze Sache schnell ungemütlich, muß aber noch durchgezogen werden.
Nach Rückkehr in die Stuben (1415) befestigen wir die Weste mittels Klebeband an der Koppel und das Kopfteil am Helm. Dazu muß ich leider meine, mit viel Mühe errichtete Helmtarnung abnehmen. Die AGDUS-Teile sind schon stark abgenutzt (das Klett hält nicht mehr richtig und es fehlen schon Schnallen) und sind umständlich anzuziehen.
Ab 1545 erhalten wir im U-Raum die Einweisung AGDUS durch U L.. Dort wird mit dem Schiedsrichterkontrollgerät (SKG) jeder Empfänger aktiviert (Aktiv mit oder ohne Helm) und die Möglichkeiten des SKG demonstriert. Wegen schwachen bzw. kaputten Batterien oder defekten Sensoren treten aber Störungen auf und das System funktioniert daher leidlich.
Im Anschluß weist L D. in die Eigenheiten und die Benutzung der Funksprechgeräte SEM 52 S und SEM 52 SL (mit Display) ein (-1630).
Danach geht es weiter mit der AGDUS-Einweisung. Das Verhalten bei Treffern wird erklärt. Dabei ist nach dem einsetzenden Pfeiffton der Plastikschlüssel aus dem Sender der Waffe in die Empfangseinheit an der Weste zu stecken. Dafür bleiben max. 10 Sekunden Zeit, wer länger braucht ist ein Totalausfall. Das Display des Empfängers zeigt die Art, den Ort und die Schwere der Verwundung an z.B. leichter Armtreffer rechts, schwerer Beintreffer links oder Ausfall. Bei leichter Verwundung kann noch ca. 30min weitergekämpft werden. Bei Ausfall ist der Helm abzunehmen und sitzen zu bleiben.
 
Für das Wochenende im Übraum Rieth wird folgende Ablaufplanung herausgegeben:
0645 Antreten im Gefechtsanzug mit AGDUS
0700 Waffen- und Ausrüstungsempfang, Rucksack zweckmäßig gepackt
0800 Abfahrt nach Rieth
Alphazug schläft in der Unterkunft, Charliezug in der Halle auf Heu (beide im Schlafsack).
Vormittags Sturm und Einbruch zum Üben, nachmittags unter Belastung, danach Leben im Felde. Die Waffen bleiben am Mann. Es sind Posten zu stellen und Streife zu laufen (mit einem Überfall ist zu rechnen).
Sonntagmorgen ist Nachbereitung. Fußmarsch ans Haff, dort Mittagspause, dann Rückmarsch (ohne Rucksack)
1730 sollten alle Waffen abgegeben sein
ab 2000 Uffz-Abend
1700 auf die Stuben weggetreten aber noch kein Dienstschluß. Dieser erfolgt erst um 1745.
Telefoniere noch und gehe dann runter ins EG und bleibe im Spießzimmer hängen (2015-2115), wo sich noch mehrere Kameraden angeregt unterhalten. Im Bett 2145.

7. Tag, Samstag, 11.11.2017:
Der Wecker geht um 0500. Auf dem Flur treffe ich K. schon in voller Montur. Ich muß erst noch richtig wach werden, bekomme die Augen garnicht auf.
Im Waschraum erreicht mich die Parole, daß erst um 0630 gefrühstückt werden kann und der Waffenempfang verschiebt sich demnach auf 0720. Wahrscheinlich hat jemand bemerkt, daß Wochenende ist und die Küche daher später öffnet.
Ist ja außer uns von 908 nichts los in der Kaserne. Das letzte Mal im Herbst 2015 ging es uns genauso, da öffnete die Küche aber erst um 0700. Zurück in der Stube packe ich meine restlichen Sachen zusammen und gehe gemeinsam mit drei Kameraden zum Frühstücken (0620-0645).
Waffenempfang pünktlich um 0720 und das Antreten findet um 0800 auf dem Grün hinter unserem Block 30A statt. Hier wird uns auch ein OTL des BMVg vorgestellt, der uns als Fotograf das Wochenende über begleiten wird.
 
Lage:
Das 32. wislanische Btl ist geschlagen und richtet sich zur Verteidigung ein.
 
Auftrag:
Einbruch ist zu erzwingen, Angriff wird weiter fortgesetzt, dazu
- Verlegung in Übraum RIETH, Herstellung Einsbschft bis 20.11.2017
- Korax=KEO
- SP Panzertor - links Panzerring 8km- an SB20 vorbei - überspringen L28 östlich Karpin - RP Panzertrek K14
Ziel ist Lager Rieth, Marschleistung 15km
0825 Motoren an
0830 SP
Reihenfolge ALPHA-CHARLIE-BRAVO
Abstände 100m
Beschilderung auf Strecke
Einsatz von Luftraumspähern
Keine Sicherung, da rückwärtiger Raum Brig
Platz des Führers: BrigGefStd Neubrandenburg
Verbot privater Telefone für dienstliche Gespräche
Parole: bis 2400 ALPHA-LIMA, ab 2400 BRAVO-ZULU
 
Die Abfahrt durch das Kasernentor verzögert sich, da der Posten von der zivilen Wache nicht besetzt ist und erst durch unser Führungsfahrzeug von der Hauptwache hergeholt werden muß (bitter).
Nach Ankunft im Lager Rieth (0910) zuerst das Gepäck abladen und in die Halle bringen. Nach Antreten um 1000 marschiert Alpha in Schützenreihe zum Übungsgelände.
Simuliertes Absitzen der einzelnen Schützentrupps der hinteren Kampfräume der SPz wegen aufgeklärter Minensperre 150m voraus am Weg. Sammeln 30m links vom Weg im Gruppennest. J. wird als Aufklärer mit einem Nahsicherer auf die bewaldete Kuppe entsandt, während die abgesessenen Teile in die stoßtruppartige Gliederung umgliedern.
Hier finden sich die jeweiligen Deckungs- und Sturmgruppen wie gestern eingeteilt bei ihren Führern zusammen. So schart U L. die Sturmgruppe 2, bestehend aus Sturmtrupp 4 (dem ich angehöre) und 5 um sich. Der Späher meldet die Lage und die Deckungsgruppe marschiert als erste, dann werden die Sturmgruppen nachgezogen. Der Anmarschweg für die Sturmausgangsstellung wird erkundet. Dann Abbruch und Rückkehr ins Gruppennest und Pause (1100).
Während dieser erscheint K. mit dem Wolf in Begleitung von H L. und dem OTL vom BMVg, der uns beim letzten Übungsabschnitt begleitet. Hier exerzieren wir die Umgliederung und den Anmarsch noch einmal durch bis 1130. Dann marschieren wir in gewohnter Gliederung in Schützenreihe zurück ins Lager Rieth (1155).
Dort stellen wir Verpflegungsbereitschaft her und nach Ankunft des Spieß verpflegt zuerst Charlie, dann Alpha (1200-1230). Die Sonne kommt zeitweise durch, das Wetter ist frisch, vor allem der eklige Wind, es bleibt aber trocken.
Die Presse schießt Zug- und Gruppenfotos von uns und das Lagerfeuer brennt auch schon. Um 1300 Munitionsempfang und Gehörschutz rein. Abmarsch 1315 zu einer neuen, näher gelegenen Stellung. Hier überwacht eine feindliche Pzfstsperre in Truppstärke den Weg und muß geworfen werden. Übungsbeginn 1400.
Ein Späher wird vorgeschickt, den Anmarschweg der Deckungsgruppe ermöglicht ein erster lang gezogener Wall quer zum Feind. Ein davor liegender kleinerer Kamm in gleicher Querrichtung deckt den Anmarsch der Sturmgruppen in die Sturmausgangsstellung. Mit Einsetzen des Feuers der Deckungsgruppe stürmen wir hinter der Sturmgruppe 1. Da uns diese in die Schußlinie läuft können wir nicht schießen. Die Stellung wird gestürmt, dort Übungsende 1430 und Besprechung.
Für den nächsten Durchgang (1500-1550) mit AGDUS wird die Feindstellung hergerichtet und dann die Batterien ausgegeben. Gleiches Szenario wie vor. Das Auge wird vorgeschickt und klärt die feindliche Stellung auf. Dort sichert ein Mann, während zwei weitere schanzen.
Die Deckungsgruppe zieht unter Einweisung des Spähers nach und bleibt hinter dem Wall in Bereitstellung. Die Sturmgruppen 1 und 2 gehen in die Sturmausgangsstellung vor (das letzte Stück in tiefster Gangart). Das Deckungsfeuer wird abgewartet und dann gestürmt. Ich bin auf der linken Angriffsseite und schieße beim Sturmlauf, treffe aber nichts und werde auch selbst nicht getroffen. Das Feindkommando lag etwas zurückgestaffelt und konnte 3 Mann der Deckungstruppe aufklären, die Sturmgruppen konnten nicht ausgemacht werden. Nach der Abschlußbesprechung in der Feindstellung marschieren wir nach Herstellen der Sicherheit auf kurzem Weg durch den Wald zum Lager Rieth zurück (1610).
Dort erstmal Helm und Gerödel ab und Pause auf der Stelle. Heute ist für uns mit der Ausbildung Schluß, da nach Aussage HFw M. diese besonders erfolgreich verlaufen ist und bereits mehr erreicht wurde als für heute geplant.
Es besteht noch die Möglichkeit die Waffe einzuschießen, aber da ich kein Problem hatte und es windig auffrischt, nehme ich mir eine Bierbank und setze mich ans Lagerfeuer (1615-1800).
Nach der Abendverpflegung (1800-1830) angetreten mit dem Auftrag das Lager für die Nacht in der Halle herzurichten. Ich suche mir eine Stelle zwischen zwei gerollten Heuballen aus, die ich mit Stroh auslege und dann meinen Schlafsack in der Neoprenhülle drauflege. So stört mich kein Kamerad mit dem unausweichlichen Betrieb zB beim Posten- bzw. Streifenwechsel.
Auf dessen Einteilung warten wir noch. Es herrscht ein strenger, kalter Wind. Der Aufenthalt draußen läßt sich nur am Lagerfeuer aushalten. L D. weist in die Streifengliederung um 1900 ein, die im Wechsel von Charlie und Alpha durchgeführt wird. Beginn um 1930 mit Charlie, ab 2100-2230 durch Alpha. Ich melde mich für diese erste Alphastreife mit H. und R.. Streifenführer ist H.. Der KEO (Rufname "Korax") ist unter Kanal 1 zu alarmieren oder durch Schuß. Für die Streife empfange ich 30 Schuß Mun.
Es geht die Parole um, daß heute noch ein Überfall stattfinden soll. Da Charlie noch nicht von der Ausbildung zurück ist, laufen H. und ich ersatzweise Streife, die jedoch durch die Rückkehr vom Charliezug und mit Aufnahme derselbigen durch diesen überflüssig wird.
In der Halle wird das Bettenlager vergrößert und dazu das Stroh großflächiger verteilt. Wir bereiten uns auf den Überfall vor durch Ausgabe von mehr Mun, sowie durch erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht.
Kurz vor der Übernahme der Streife vom Charliezug (2100) steht meine Streife am Lagerfeuer bereit. Wir sollen explizit Normalität vortäuschen und den Gegner nicht durch unsere Abwesenheit warnen.
Plötzlich fetzt von jenseits des Lagerzauns und der Straße aus dem dunklen Wald MG-Feuer aus 10m Entfernung auf uns. Wir liegen schnell am Boden und erwidern durch das Lagerfeuer hindurch das Feuer. Im Ernstfall wären wir bei der Entfernung sicher tot gewesen.
Das Lager ist alarmiert und die Kameraden strömen herbei und eröffnen ihrerseits das Feuer. Unter diesem Feuerschutz können wir uns hinter die Fahrzeuge (=SPz) zurückziehen.
Das MG schweigt mittlerweile, dafür wird am Haupttor wie wild geballert. Daraufhin verstärken wir uns dorthin und erwidern das Feuer um ein Eindringen aus dieser Richtung zu verhindern. Es werden auch Handgranaten und Leuchtraketen vom Feind eingesetzt. Es herrscht Hektik und Streß, die Munition wird schnell knapp.
Das dies ein Fesselungsangriff zur Bindung unserer Verteidigungskraft war, wird uns erst später zur Gewissheit. Die Kameraden hatten schon vorab an den Seitentoren, das Fehlen der Schlösser bemerkt und die Tore provisorisch durch Kabelbinder gesichert. Der feindliche Schützentrupp aus 6 Mann soll uns mit zwei Deckungsgruppen binden, während ein Infiltrationsteam (2 Mann bestehend aus H G. und OTL H.) von der anderen Seite auf das Gelände gelangen und die dortigen Fahrzeuge vernichten soll.
Dies wird durch das rechtzeitige Eingreifen der Streife, die zwar einen Mann verliert, aber den KpChef stellt, verhindert. Ich gebe bis zum Verschuß der Munition den Kameraden, die sich verschoßen haben Deckung von der Ecke der Unterkunft und ziehe mich dann in den Schatten bei der Waffenkammer zurück um nicht im Licht der Laterne als Ziel herumzustehen.
Dort erhalte ich von SFw S. neue Munition. Im gegenüberliegenden Wald höre ich Bewegung, kann aber wie vorher auch keine genauen Ziele ausmachen. Kurz darauf ist Übungsende und sammeln.
Das Ganze hat keine 15min gedauert, kam mir aber wie eine Ewigkeit vor. Nach dem Antreten und der Besprechung zum Ablauf des Überfalls nehmen wir unseren Streifendienst auf (2130). Erst bin ich Feuerwache und dann bis zum Ende im Streifendienst (2235).
Vom Lager das Waschzeug geholt und ins Unterkunftsgebäude zum Waschen und Zähneputzen. In der Halle  zurück das Lager mit Handylicht hergerichtet, Ohropax rein und Augen zu (ca. 2300).
 
8. Tag, Sonntag, 12.11.2017:
 
Ich stehe um 0541 auf und gehe zum Waschen rüber in die Unterkunft. Gegen 0615 bin ich zurück in der Halle, wo die Kameraden gerade langsam wach werden. Ich packe derweil meine persönliche Ausrüstung zusammen (Schlafsack, Neoprenüberzug etc.). Draußen ist es gefroren und alles mit Raureif überzogen.
Nach dem Frühstück um 0705 Gesichtstarnung anlegen. Um 0745 ist Antreten. Ausrüstung ist anzulegen, die Hülsen des letzten Gefechts einzusammeln und neu aufzumunitionieren.
Abmarsch zur Übungsstation von gestern (0815). Vor dem Übungsbeginn um 0900 schießen einige Kameraden das AGDUS zur Justierung an. Das Szenario ist das Gleiche wie gestern. Zuerst wird das Absitzen der Marderbesatzungen simuliert und dann umgegliedert.
In einer Mulde ziehen wir unter während unser Auge die feindliche Stellung anpirscht. Kaum ist die Meldung über den Feind per Funk gemeldet, marschieren wir Sturmgruppen hinter der Deckungsgruppe her zum Wall. Die Deckungsgruppe geht dem Aufklärer zwecks Einweisung in die Stellung entgegen und ich soll den weiteren Weg erkunden.
Schon gleich zu Beginn meiner Erkundung kann ich über den Wall hinweg einen aufrecht stehenden Feind beobachten, der in Richtung Deckungsgruppe späht. Dadurch suche ich mir eine geeignetere Stelle für einen gedeckten Anmarschweg, kann aber in der Kürze der Zeit keinen ausmachen.
Eine Annäherung vom Wall zur Sturmausgangsstellung ist wenn überhaupt nur in tiefster Gangart oder durch einen großen Umweg möglich. Diese Meldung überbringe ich den Sturmgruppenführern, die die Entscheidung treffen ohne langen Zeitverzug direkt in tiefster Gangart über den Wall zu kriechen.
In der Sturmausgangsstellung liegend sehen wir hinter uns einen Nachzügler, der kaum über den Wall gekrochen zu unserem Entsetzen in eine gebückte Haltung übergeht. Sofort ertönt das lange Pfeifen, die das AGDUS bei Ausfall aussendet und uns ist klar, daß der Feind unsere Annäherung entdeckt hat.
Schneller Entschluß und Befehl an Deckungsgruppe das Feuer zu eröffnen. Mit Einsetzen des Feuers heißt es Sprung auf, marsch, marsch. Beim folgenden Sturmangriff geht die Sturmgruppe 2 (mit mir) am linken Flügel vor, die Sturmgruppe 1 direkt. Über eine Senke geht es der feindlichen Stellung auf einer Kuppe entgegen.
Der Gegner ist feuernd auszumachen, wir stürmen und schießen. 30m vor der feindlichen Stellung schwenkt der feindliche Schütze auf meine Seite und ich werde tödlich getroffen, ebenso wie der neben mir befindliche Kamerad. Die Stellung wird dennoch erobert (0930). Nach dem Durchgangsende erfolgt die übliche Besprechung und eine Pause bevor es um 1015 mit einem neuen Szenario weitergeht.
Wir sollen vom Übungsgelände aus dem am Haff unter Feuer liegenden 3./PzGrenBtl 908 zu Hilfe eilen. Dazu marschieren wir in Schützenreihe links an einen dichten Stangenwald angelehnt ab. Alpha voraus, SU W. 1, ich 2. An einem Weg begehen wir den Fehler darüber zu laufen.
Beim Auslegen der Sicherungen erwischt es M.. Der Feind ist durch SU W. und mich aufmerksam geworden und hat nur auf den nächsten Kameraden gewartet. Wir liegen nun in Deckung, mit dem Anmarsch von dieser Seite wird es wohl nichts. Ich gleite zu M. hinüber, der nur eine leichte Armverwundung davongetragen hat und verbinde ihm den Arm mit meinem Dreieckstuch.
L D. entschließt sich zur Rückkehr in die Ausgangsstellung um von dort neu anzusetzen. Hier werde ich ausgegliedert und unserem Späher als Nahsicherer zugeteilt. Mit diesem robbe ich auf die nächste Kuppe (die alte Feindstellung) um von dort die Gegend zu überwachen.
Wir entdecken Feind im Vorfeld, können aber die Meldung nicht anbringen, da die Funkverbindung abgebrochen ist. Wir eröffnen den Feuerkampf um den Gegner von unseren Leuten abzulenken. Feind wechselt die Stellung und erwidert seinerseits das Feuer.
AGDUS meldet Beschuß. Kurz darauf erhalte ich einen leichten Kopftreffer und kann daher am Gefecht nicht mehr teilnehmen. Für mich und für J. ist so um 1115 Schluß und Übungsende.
Sinn und Zweck dieser Übung war im Gegensatz zur vorherigen Übung, daß das Gelände unbekannt, die Stellung des Feindes und seine Stärke nicht aufgeklärt waren. Nach Rückmeldung unserer Kameraden vom Feindkommando wären wir größtenteils vernichtet worden.
Uns offenbart dies eklatante Fehler, die abgestellt werden müssen. Dazu muß das Verbindungshalten unter Streß noch mehr geübt werden. Die Stoßrichtung wurde frühzeitig erkannt, ebenso unser Überqueren des Weges wurde entdeckt und beschossen. Das Verhalten bei Feindnähe war zu fahrlässig, da Gangart zu hoch. Positiv wurde erwähnt, daß die Deckungsgruppe nicht gesehen wurde. Ebenso gelobt wurde die Haltung der Soldaten, die trotz Ausfällen nicht aufgegeben, weiter ausgeholt und die Initiative ergriffen haben. Der Gegner konnte daher nur noch reagieren und der Auftrag weiter fortgesetzt werden. EINFACH WEITERMACHEN.
Beim anschließenden Rückmarsch ins Lager Rieth um 1200 zeigt sich das Wetter teils sonnig mit leichter Bewölkung und trocken. Hier dann den Müll in der Halle mit der Schubkarre zu den außerhalb des Lagers befindlichen Abfallcontainern verbringen. Halle räumen und säubern. Zum Trocknen ans Lagerfeuer, der Näßeschutz dampft ordentlich. Um 1245-1315 gibt es Mittagessen. Befehlsausgabe erfolgt gegen 1340.
 
Lage:
Der Feind konnte erfolgreich abgewehrt werden, jedoch sind dabei alle Fahrzeuge verloren gegangen. Daher Auftrag zu Fuß mit voller Ausstattung ans Haff zu marschieren zur Unterstützung der dort eingesetzten Einheiten. Danach motMarsch zur Greifenkaserne.
 
Marschstrecke: ca. 5km
Beginn: 1400 ab Tor Lager Rieth
Ich marschiere als Erster in der Schützenreihe von Alpha, vor uns Charlie und die KpFü. Kann mich die meiste Zeit mit HFw M. unterhalten der rechts von mir (außer der Reihe) marschiert. Es könnte gern noch etwas schneller gehen, aber wir laufen schon auf die vor uns marschierenden Kameraden auf und müssen uns zurückfallen lassen um einen bestimmten Abstand einzuhalten.
Um 1445 ist an der Riether Stiege Pause, die die Presse für einen Fotohalt eingeplant hat. Also nimmt das ganze Bataillon dazu Aufstellung mit dem Haff im Hintergrund. Danach nehmen wir die Rucksäcke auf und es geht in Marschformation weiter (1500) zum 1,5km entfernt liegenden Dorf Rieth. Dort ist kurz vor dem Hafen Schluß und hier können wir auf die bereitstehenden Fahrzeuge aufsitzen (1530).
Die Greifenkaserne erreichen wir wieder um 1615, wo wir unsere Waffen und die AGDUS-Batterien abgeben. Zur Unterkunft zurück und Nachbereitung (Schuhe putzen, Kleidungswechsel vorbereiten, Essen und warten auf Dienstschluß).
Die Zeit bis zum Dienstschluß um 1900 vertreib ich mir mit einigen Telefonaten. Die Stubenkameraden verlassen die Kaserne um sich draußen zu verpflegen, ich jedoch verspüre keine Lust dazu und bleibe.
Zur Dusche um 2000. Dort H G. angetroffen und erfahren, daß ich morgen Widdereinweisung erhalten soll. Dazu wird mich OLT S. um 0830 vom Übraum Hotel zur Einweisungsfahrt abholen, HFw K. macht dann die Überprüfungsfahrt, da er der KfzFw ist.
Zurück auf Stube ca. 2030.Die Kameraden haben ihren Ausgang beendet und treffen auch wieder ein. Ich gehe ins EG runter um mir den Dienstplan für morgen anzusehen. Dabei sehe ich mehrere Kameraden zusammensitzen und beteilige mich spontan an der Unterhaltung. Zurück auf der Stube lese ich noch ein wenig und lege mich um 2215 zum Schlafen.
  
9. Tag, Montag, 13.11.2017:
Ich bin pünktlich vor dem Wecker um 0444 wach. Aufgestanden und zum Waschraum begeben. Draußen regnet es leicht, ist aber nicht gefroren. Bevor ich mich auf den Weg zur Truppenküche mache (0545-0615) nehme ich noch den Stubenmüll mit nach unten.
Der Abmarsch erfolgt um 0715 nach dem Antreten vor dem Gebäude.
Vor der Waffenkammer verladen wir unsere Ausrüstung und die Waffen auf die Fahrzeuge und sind um 0745 im Übraum Hotel. Nach dem Ablegen der Waffen richten wir die Stellung weiter her und entfernen eine alte Bunkerüberdeckung aus Balken, Sand und vermoderten Sandsäcken.
Wie gestern angekündigt holt mich der TStOffz OLT S. mit dem MKF K. im Wolf um 0830 ab und bringt mich über die Greifenkaserne fahrend zur Waldkampfbahn (SB20, 0845). Auf dem Weg dorthin läuft uns ein stattlicher, echter Wolf über die Fahrbahn.
An der Waldkampfbahn werde ich nach Ablegung meines Gerödels in den Kommandeurswidder eingewiesen, da das vorgesehene Fahrzeug noch unterwegs ist. Die Einweisung am Fahrzeug ist gerade fertig, als der andere Widder eintrifft und ich meine Einweisungsfahrt antreten kann (0938). Die Fahrt führt über Torgelow-Pasewalk zurück zum Übraum Hotel um 1045, wo Kamerad K. mit mir wechselt.
Kaum angekommen und Gefechtsanzug angelegt, mache ich gleich trocken mit beim Sturm auf die Stellung. Die Zeit war zu knapp für das Einsetzen und Aktivieren des AGDUS und für einen Munitionsempfang. Für den Grabenkampf bis 1115 nehmen wir vorerst Stöckchen als Handgranatenersatz. Danach Besprechung und Einweisung in den Grabenkampf durch U L..
So werden Vierertrupps zusammengestellt und als Gruppe durch den Graben geschleust und jeder Fehler sofort korrigiert. Ich bin gleich beim ersten Durchgang dabei und dabei die Nummer 1.
Sind alle da? - Ja - Kurve links, Handgranate - (Detonation) - Kampfstand rechts (Feuerstoß) - T-Kreuzung links, 1+2 rein, 3+4 sichern - Gesichert - Weiter, los, los... Die Kameraden packen den Vorderen an der Koppel, drücken den Ersten raus, immer zwei zusammen um die Kurve (2 Läufe am Gegner), Handgranatenwurf, nach Detonation rum um die Kurve und weiter. Verschossene Kameraden lassen die nachfolgenden Kameraden vorbei und laden nach. Nach dem Durchgang ist man durch und verschwitzt. Die Kommandos müßen laut erfolgen um den Gefechtslärm zu übertönen und der Körperkontakt muß gewährleistet werden, sonst reißt die Verbindung ab. U L. bezeichnet diesen Durchgang als Stoßtrupp Reitzer.
Nach der üblichen Besprechung übt die zweite Gruppe bis der Spieß um 1200 mit der Pritsche in Begleitung des KpChefs zur Verpflegungsausgabe erscheint. Das Wetter ist wunderschön sonnig und warm, es finden sich nur vereinzelt Wolken.
Nach dem Mittagessen gibt es im gegenüberliegenden Waldstück durch OFw A. die Vorführung der Nebelhandgranate DM45 (1245). Zur geplanten Vorführung des Bodensprengpunkts DM32 kommt es nicht, da der Rauch weithin sichtbar ist und der Herr General wohl beim Nachmittagskaffee nicht gestört werden will (wahrscheinlich war die Vorführung nicht angekündigt und deshalb nicht genehmigt).
HFw K. steht schon bereit um K. und mich für die Einweisungsfahrt Gelände und zur Überprüfungsfahrt abzuholen. Gerödel ab und Waffe abgegeben, da wir heute nicht mehr hierher zurückkommen werden. Ich darf zuerst ran (1315). Die Fahrt geht über Torgelow und Eggesin ins Lager Rieth. Auf der Hinfahrt regnet es, hört aber bald auf.
Beim Lager Rieth befindet sich die Kfz-Geländefahrbahn für Lkw und Pkw. Alle Stationen können wir mit dem Widder nicht abfahren, da dieser nur geländefähig, aber nicht geländegängig wie der Wolf ist, auf den diese Bahn zugeschnitten ist.
Über sandige Wege, Wellenbahn, Schrägbahn, Steg, Bombentrichter und noch einige andere fahre ich im Wechsel mit K. um 1415.
Wir nehmen den gleichen Weg nach Rieth wie beim Marsch zum Haff und biegen im Ort in die Grenzstraße ein und fahren ran an die Grenze (1500), die dem Flüsschen Beeke folgt. Es hat angenehme 7,5°C auf dem Thermometer, aber bei unserer Ankunft in der Greifenkaserne um 1605 regnet es.
Wir tragen noch die Einweisungs- und Überprüfungsfahrt ins Fahrtennachweisheft zur Unterschrift ein und schließen den Fahrbefehl ab, bevor es in die Kompanie zu den Stuben hoch geht.
Unsere Kameraden sind auch soeben angekommen und so können wir unsere Gesichter reinigen und zum Abendessen gehen. Während der Bereitschaftszeit sehe mir den Wetterbericht und die Nachrichten an.
Im Anschluß ins Nachbarzimmer auf einen Plausch. Dann ins EG runter zu den Kameraden an den Biertischen und beteilige mich an der Unterhaltung. Zum Duschen und noch ein wenig gelesen (2115-2215). Licht aus 2230.
 
10. Tag, Dienstag, 14.11.2017:
Aufstehen 0500. Ich bin noch müde und unausgeruht. Die verschlafenen Gesichter der Kameraden sagen mir, daß es nicht nur mir so ergeht. Noch die zwei Tage rödeln, dann ist es wieder genug. Endlich mal wieder ausschlafen können.
Zum Frühstück mit K. um 0540. Wir kommen rechtzeitig zur Öffnung der Truppenküche und sind daher schon um 0615 zurück.
Ab 0815 läuft der erste Durchgang im Graben und gleich darauf noch einmal mit dem gleichen Ansatz. Ab 0915 rechnen wir mit dem Eintreffen des Generals, so die Gerüchteküche verlauten läßt. Um 0930 startet der dritte Durchgang und darauf gleich in die umgekehrte Richtung.
Das Wetter ist trocken, sonnig und frisch, aber kalt ist uns durch unsere Tätigkeit erst recht nicht. Es geht nicht ohne Puls. Es erscheinen 3 Presseleute, davon eine Zivilistin, die unsere nächsten beiden Durchgänge begleiten und Fotos für die Nachwuchswerbung schießen wollen. Die Gliederung ist die gleiche wie die Tage davor auch.
Sturmgruppe 1 bricht ein, dabei rollt die Nebelgranate direkt in den Graben und als wir von Sturmgruppe 2 folgen, herrscht null Sicht im Graben. Beim Besetzen einer Stellung bleibe ich mit den Füßen irgendwie hängen und stelle fest, daß ich auf einen "gefallenen" Kameraden vom Feindkommando getreten bin, der am Boden lag. Es geht weiter im Trockendurchgang (ohne Mun).
Beim zweiten Durchlauf ist die Presse mit im Graben und schießt tolle Bilder. Hauptmann G. befiehlt nach seinem Eintreffen Übungsunterbrechung um 1100. Das limitierte Verpflegungsangebot beim Mittagsessen (Gulasch mit Nudeln oder Nudeln mit Gulasch) nehmen die Kameraden mit Humor.
Das Kommando zum Fertigmachen ergeht um 1200 und wir nehmen die Ausgangspositionen ein. Ab 1230 geht es wieder los. Das Auge wird zum Spähen vorgeschickt und klärt die Stellung mit der Sperre auf. Wir gliedern um, Deckungsgruppe geht vor und in eine zurückgezogene Stellung, die beiden Sturmgruppen folgen und sondern in Feindnähe den Spreng- und Blendtrupp aus. Die Deckungsgruppe nebelt. 5 Sekunden später sprengt der Sprengtrupp die Sperre und nebelt selbst. Wir stürmen die Stellung (bis 1330).
Dann wird die Stellung entschärft, damit es morgen nicht zu bösen Verletzungen kommt. Außerdem investieren wir viel in Schanzarbeit um einige Stellungen für den Feind zu verschlechtern, z.B. Stellung vertiefen oder erhöhen um diese unbrauchbar zu machen. Der beste Anmarschweg wird erkundet und markiert um so nah und unentdeckt an die Feindstellung zu gelangen wie möglich.
Um 1400 startet der letzte Durchgang des Tages. Es läuft wie bisher, und wir stürmen bei perfektem Nebelschutz in den Graben, wo der Endkampf entbrennt. Am Schluß der Übung stehe ich an vorderster Stelle, da alle anderen vor mir entweder ausgefallen sind, nachladen oder sichern. Der letzte Feuerstoß geht um die Ecke und ich bin in der unbesetzten Schlußstellung angelangt. Habe gerade noch zwei Patronen übrig und mußte den AGDUS-Spaten (Scherz) nicht einsetzen. Die Übung ist zu Ende (1430) und ich habe überlebt.
Es regnet jetzt leicht. Als neuere Erkenntnis nehmen wir für morgen mit, daß der Nebel länger liegen muß um zu wirken, die Gangart eine tiefere sein muß um nicht vorher entdeckt zu werden und ganz wichtig, der Nebel zieht alle Aufmerksamkeit des Gegners auf sich. Frontal binden - flankierend schlagen.
Es hat 3,5°C laut Fahrzeugthermometer. Wir machen die Stellung sauber in dem wir die Hülsen an anderer Stelle verteilen um dem Charliezug unsere Hauptangriffsrichtung zu verschleiern.
Abfahrt zur Waffenkammer gegen 1510. Die AGDUS-Batterien müssen alle aufgeladen werden. Zurück im Block um 1550. Hier Gesicht waschen und auf weitere Befehle warten. Zum Essen 1625-1650.
Ein bisschen ratschen und ins Internet schauen, bevor um 1800 im Flur vor L D. wegen morgen angetreten wird, danach Dienstschluß.
Ich telefoniere noch und spiele dann mit den Kameraden Karten bis 2045. In die Dusche bis 2120. Ich lese noch ein wenig. Licht aus 2205.
 
11. Tag, Mittwoch, 15.11.2017:
Aufstehen um 0500 zur üblichen Zeit. Ab in den Waschraum zum Zähneputzen, Rasieren und Waschen.
Heute ist der letzte Kampftag. Wird auch Zeit, denn nicht nur bei mir ist die Luft raus. Nach dem Frühstück von 0545-0615, zurück in den Block und Tarnschminke auftragen. Im Gefechtsanzug mit W. zur WaKa gegangen und dort um 0700 als Erste die Waffen empfangen.
Das Wetter zeigt sich durchgehend bewölkt und es ist für diese Jahreszeit erstaunlich mild, nicht gefroren.
Schon um 0730 verlegen wir nach Hotel und schießen dort bei allen Waffen das AGDUS noch einmal ein (0800).
Danach Warten bis zur Einweisung Sprengmittel auf der Lichtung durch OFw A. um 0930. Dies ist die Fortsetzung der Vorführung, die vor zwei Tagen plötzlich eingestellt werden mußte. Zuerst werfen wir den Simulator Bodensprengpunkt DM32, der wie die gute, alte Stielhandgranate aufgebaut ist, aber nur aus einem styroporähnlichem Material besteht. Nach drei Kameraden darf ich auch einen werfen. Macht einen ordentlichen Knall, jedenfalls besser als Silvester. Gegen 1000 wird die Übungshandgranate DM58 vorgestellt und einige Kameraden dürfen sich im Werfen versuchen.
Nach dem Antreten um 1030 verlegt Alpha ca. 800m nach Süden zum Ansatzpunkt des finalen Gefechts. Hier setzen wir die Batterien in das AGDUS ein und munitionieren zwei Magazine auf. Mehr Munition ist nach den vorherigen Tagen für die Abschlußübung nicht mehr übrig. Um 1100 hocken wir zum Befehlsempfang durch L D. ab.
 
Lage:
Nach erfolgreichem Angriff DEU Brig Richtung Wislanien haben Wis Streitkräfte eine Landung bei Uckermünde durchgeführt, um DEU Nachschubwege abzuschneiden. Fd ist mit Spitzen bis 5km südl TORGELOW vorgerückt. 2./ eingesetzt als Spitzenkp zur Gefechtsaufklärung. Einhorn als Spitzenzug, A3 ausgefallen, Gefechtsaufklärung hat ergeben, daß Fd beiderseits des Weges in Stllg liegt.

Auftrag:
Werfen der rechts des Weges liegenden, in einem Stellungssystem befindlichen, feindlichen Sperrensicherung um Voraussetzungen für den Durchbruch der Kp zu schaffen.
 
Durchführung:
Gliedert um
wirft Sicherung bis 1230 und meldet Kp
wehrt ab Gegenstöße des Fd
stellt her feindfrei Straße für Gegenangriff des Btl
 
Der Abmarsch begingt um 1130. Wir überspringen zuerst gruppenweise den Meerweg und dringen tiefer in den angrenzenden Wald in Schützenreihe ein. Wir halten uns zuerst östlich und schwenken dann nördlich ab. Dann überspringen wir die Waldschneise mit einem Waldweg, die uns von dem Waldstück mit der feindlichen Stellung trennt.
Wir orientieren uns und fächern zum Schützenrudel auf. J. als Aufklärer wird vorgeschickt um unseren Annäherungsweg zu finden. Wir nähern uns der feindlichen Stellung von Süden.
Nach Entdeckung dieser, gliedern wir um und nähern uns in tiefster Gangart dem Gegner, während die Deckungsgruppe sich in ihre angedachte Stellung vorschiebt, aber noch gedeckt verhält. Der Sprengtrupp wird ausgegliedert und nach vorne geschoben. Die Meldungen erfolgen leise über Funk, der Rest mit leisem Ton oder Handzeichen. Die Ausgangsstellungen sind erreicht. Die Befehle werden gegeben.
Als erstes kommt der Nebel von der Deckungsgruppe, der zischend die Aufmerksamkeit und das Feuer des Gegners auf sich zieht. Dann jagt der Sprengtrupp die Sperre in die Luft und nebelt rechts. Für uns heißt es jetzt aufspringen und stürmen. Wir jagen, Sturmgruppe 1 voraus, als Sturmgruppe 2 hinterher, an dem Sprengtrupp vorbei durch die Sperre auf die feindliche Stellung zu.
Die Stellung taucht aus dem Nebel auf und mich irritiert eine Ansammlung stehender Menschen in unserem Einbruchsbereich. Diese spreche ich instinktiv als Ziele an und eröffne das Feuer, ebenso wie meine Kameraden. Erst beim Näherkommen entpuppt sich der Menschenauflauf als Leitungspersonal mit Presseanhang.
So kommt es, daß ich vor dem Graben verschossen habe und das Magazin wechseln muß. Der Nebel wirkt nicht und liegt zu hoch. Ein Feind-MG fetzt von links auf uns und ich gehe in Deckung, ebenso meine Sturmgruppe. Unser Sturmlauf kommt vor dem Graben, dessen Einbruchstelle mit Lilarauch gekennzeichnet wurde, zum Erliegen. Anscheinend ist unser Deckungsfeuer wirkungslos.
Der Gegner feuert weiterhin ungestört. Der Zugführer L D. reißt uns mit seiner Stimme hoch und wir folgen seinem Befehl in den Graben einzudringen. Die letzten 5m schlittere ich mit den Füßen voraus von der Seite in den Graben. Gott sei Dank war da in diesem Moment kein Kamerad, ich hätte ihm sonst den Kopf weggetreten.
In dem kurzen Grabenstück staut sich die Sturmgruppe vor der ersten Biegung nach links. Ich besetze eine verlassene Stellung und sichere über den Graben. Die Pumpe geht vom Sturmlauf und vom Streß. Eine Ruhepause ist uns nicht vergönnt. Der Feind darf sich vom Schock des Einbruchs nicht erholen. Der Druck muß aufrecht erhalten werden.
Wir gehen weiter vor, ich an vierter Stelle. Der feindliche Graben wird nun aufgerollt. Die ersten beiden Kameraden biegen in eine Abzweigung ab um diese auszuräuchern, F. und ich sichern bis das Kommando zum weiteren Vorgehen erschallt. An der nächsten Biegung nach links wirft F. eine Handgranate und springt nach der Detonation um die Kurve, bleibt plötzlich stehen und dreht sich um. Ausfall.
Sehe wie H G. in seiner Funktion als Leitender den Gegner hinter der Abzweigung wegen der Handgranatenwirkung aus dem Spiel nimmt und springe um die Kurve. In dem Moment beugt sich ein feindlicher Schütze um die nächste Ecke und feuert eine Garbe auf mich, die mich voll erwischt. Scheiße. Tot. Ich bin draußen und kann die Kameraden nicht mehr unterstützen. Helm ab und aus dem Graben raus.
Der Kampf nach vorne stockt. U L. entschließt sich mit M. und H., den Feind von hinten zu umfassen. Dazu wird der Graben verlassen und der Gegner in seinen Stellungen von außerhalb des Grabens vernichtet, der Rest der Sturmgruppe hält den Feind weiter unter Angriffsdruck.
Der Kampf hat keine 5min gedauert, dann war das feindliche Stellungssystem in unserer Hand. Es kommt einem viel länger vor, wenn man mittendrin ist. Es gibt keine überlebenden Feinde, auch unsere Reihen sind schwer gelichtet. Nur ein Drittel der Angreifer haben es geschafft. Die Besprechung im Anschluß ergibt folgendes Bild.
Der Charliezug hat einen PzVernTrp in einem Alarmposten jenseits der Lichtung stationiert, der Aktivität relativ früh (1200) am Meerweg aufgeklärt haben will. Da wir zu diesem Zeitpunkt bereits im gegenüberliegenden Wald eingedrungen waren, kann es sich bei der großen Entfernung nur um Spaziergänger, die wir auch gesichtet haben, gehandelt haben. Der Feind hat mit einem Angriff von Süden durch den Wald bzw. von Südwesten entlang der Straße gerechnet und sich dort verstärkt.
Unser Angriff von der südöstlichen Seite kam daher etwas unerwartet, auch war dort nur ein Soldat, der sich bei unserem massiven Sturmangriff schnell zurückgezogen hat. Der Kardinalfehler seitens des feindlichen Zugführers war, uns in den Graben eindringen zu lassen um uns dann in diesem zu bekämpfen. Nachteilig wirkte sich natürlich das Fehlen von Handgranaten seitens der Verteidiger aus. Die selbstständige Entscheidung des PzVernTrps in den Abwehrkampf einzugreifen, führte beim Angreifer zu einer kurzfristigen Krise, die aber bereinigt werden konnte. Es hätte auch anders ausgehen können.
Um 1345-1415 verpflegen wir an der Spießpritsche und kehren dann zur Stellung zurück um diese aufzuräumen. Im Anschluß wird FR D. an der Stellung zum Leutnant befördert, bevor es zurück in die Kaserne geht, wo wir die Waffen vor der WaKa grob reinigen (1600).
Wir haben Zeit bis 1755 um zu duschen, frische Klamotten anzuziehen und den Schuhputz herzurichten. Im 3-Meeres-Raum erfolgt die Besprechung der heutigen Übung bis 1830. Vor dem Gebäude wird dann angetreten und 10 Kameraden die ATN Panzergrenadier würdig und mit Aufnahmeritual verliehen.
Wir marschieren zum abschließenden Bataillonsabend mit Abendessen in den Greifensaal. Begleitet wird der Abend mit Bildern der Fotografen, die auf eine Leinwand projiziert werden. Im Bett 2230.
 
12. Tag, Donnerstag, 16.11.2017:
Aufstehen um 0521. Zum Waschraum. Um 0600-0630 zum Frühstück.
Beim Antreten um 0645 läßt uns der Tageszugdienst 20 Liegestütze machen. Wir werden um 0715 zur Waffenkammer geführt. Der Waffenkammer-OFw K. beordert mich hinter den Tresen um die eingehenden Magazine zu säubern und zu zählen. Dann bin ich entlassen und kann mit den Kameraden die Waffen reinigen.
Die MKF müssen sich um 1000 in der OPZ melden zwecks Nachtrags in den Fahrtennachweisheften, so für Widder und Wolf für mich, die unser KfzFw HFw K. unterschreibt und stempelt. Dann sind wir entlassen und kehren zur WaKa zurück.
Nun soll ich die übernommene Pritsche zum Auftanken und Reinigen fahren, obwohl ich diese nur bei der Übernahme bewegt habe. Toll. Zuerst aber soll ich L D. und N. zum Tauschen zur LHBw fahren. Ich muß auf meine Kameraden warten. Die Zeit wird daher zu knapp um noch zu tanken.
Die Kameraden müssen von der Waffenkammer zur Küche gebracht werden, also zurück und dann mit Besatzung zur Küche (1130-1200). Nach der Rückfahrt mit K. zur Kompanie, nimmt mir der Spieß die Pritsche ab, da er diese für die Abgabe der Thermen noch braucht. Er will sich auch um die Reinigung, das Tanken und die Übergabe kümmern, damit bin ich von meinem Auftrag entbunden. Auch gut.
Bis 1315 wird weiter Waffen gereinigt, dann aufgeräumt.
Heute ist es neblig und feuchtkalt. Ich bin froh, daß die Übungen im Feld nun vorbei sind. Beim Verlassen der OPZ darf ich dem Spieß gleich mithelfen, die Thermen vom Bataillonsabend auf die Pritsche zu verladen. Mit L. als Fahrer der Pritsche fahren wir dem S3 Fw OSF S. hinterher, der uns vorausfährt und uns den Weg weist. Nach Abgabe der Thermen an einer Gastronomie im Umland, fahren wir noch zum Tanken und sind daher erst um 1620 an der Kompanie zurück.
Dort ist gerade Antreten. Ich melde mich verspätet bei H G. und reihe mich dann ein. Ein Kamerad erhält noch die PzGren-ATN verliehen und dann wird zum Abendessen (1630-1700) entlassen.
Auf der Stube zurück beginne ich zu packen.
Der Charliezug feiert schon ausgelassen das Ende der Übung. Ich werde auf die Stube 232 vom Charliezug auf ein Bierchen eingeladen. Die Unterhaltungen erfolgen bei lauter Musikbeschallung. Ich bin langsam müde und ziehe mich daher zurück und lasse die anderen weiterfeiern. Es gibt ja gottlob Ohropax. Im Bett 2325.
 
13. Tag, Freitag, 17.11.2017, letzter Tag:
Aufstehen 0529. Zum Waschen und Anziehen. Mit W. zum Frühstücken (0600-0630).
Nach der Rückkehr zusammenpacken, Bett abziehen und Bettwäsche sauber zusammenlegen. Stube kehren und naß rauswischen (0700-0800). Die meisten Kameraden wurden abkommandiert um die Waffenkammer sauber zu machen. Bei der Abnahme unserer Stube durch den Spieß müssen wir noch einen Mangel beseitigen, dann ist dies erledigt (0830).
Ich kann sogleich zur Ausschleusung in den Block 22A und dann wieder zurück. Es ist schön sonnig draußen. Bringe meine Utensilien vor das Gebäude wie die anderen Kameraden vor mir auch. Jetzt beginnt eine lange Zeit des Wartens. In der Zeit hätte ich schon längst den früheren Zug nach Hause nehmen können.
OTL S. und H L. teilen mir unerwartet mit, daß ich jetzt doch noch die Pritsche saubermachen und beim Fuhrparkservice absteuern soll. Mit Unterstützung der Kameraden wird die Pritsche und ein weiteres Fahrzeug gereinigt. Die Übergabe übernimmt dann doch noch das Nachkommando, weil um 1130 zur Abschlußansprache angetreten werden muß.
Ich verabschiede mich von den Kameraden und sitze mit den Bahnfahrern ca. 10 Mann zur Fahrt nach Pasewalk Bahnhof auf die 8-Sitzer auf (1200). Im Bahnhof gibt es eine böse Überraschung. Unser Zug, der ICE 1513 um 1239 über Berlin nach Nürnberg, fällt ersatzlos aus. Es gibt auch keinen Schienenersatzverkehr.
Das Wochenende fängt ja gut an. Der nächste Zug geht erst wieder um 1431. Da hilft nichts und so halte ich mich erst an meinem Essenspaket gütlich. Bei der Servicestelle warte ich den ersten Schwung der versetzten Bahnkunden ab und erfahre dort, daß ich den RE um 1344 nehmen und in Berlin Hbf umsteigen soll.
So fahren alle Kameraden gemeinsam nach Berlin, wo sich für die meisten die Wege trennen (1600). Mit L H. (bis Leipzig), dem Spieß SFw K. (bis Nürnberg) und E. mit dem ICE 1515 um 1628 von Berlin Hbf abgefahren. Um 2200 bin ich zurück in Ingolstadt Hbf.
 
 
Wolfgang Reitzer, OSG d. R.
 
 
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